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Live-Review: LEE ROCKER im Wiener Birdland (27.03.2008)

Rock`n`Roll ist dreckig, laut und riecht selten gut. Blumenwiesen oder Cocktails mit Schirmchen erwarten die Wenigsten von dieser Musik und diesem Lifestyle. Warum wohl? Es erwartet auch niemand von Chuck Norris, dass er statt die USA vor Drogenterroristen zu retten, Ballett tanzt. Eben.

LEE ROCKER (c) Maggie St. Thomas / Zum Vergrößern auf das Bild klickenRock`n`Roll kann jedoch durchaus Hochkultur sein. Warum auch immer. Zumindest ist es so, wenn der Kongress tanzt, ach, nein – wenn der Rock in Wien rollt. Wien ist anders. Deshalb gibt es im Wiener Nobel-Jazzclub "Joe Zawinuls Birdland" im Hilton Hotel (!) zum Geruch nach Leder, Männerschweiß und Erbrochenem ganz köstlich-originelle Weinkreationen: "Spritzer weiß" (Weinschorle) mit einem Scheibchen Gurke. Ein Schock für jeden gestandenen Rock`n`Roller. Eine mittlere Katastrophe für bierverwöhnte Gaumen. Dies und die horrenden Eintrittspreise hatte man jedoch recht bald vergessen, denn einer der ganz großen Rock`n`Roller sollte aufspielen: LEE ROCKER.

LEE ROCKER (c) Alex Solca / Zum Vergrößern auf das Bild klickenROCKER ist nicht nur der Kontrabassist und Mitglied der gnadenlos-genialen STRAY CATS, sondern auch selbst Songwriter und Sänger. Diese Kombination hat ihm zu vielen Auftritten mit Größen wie CARL PERKINS, GEORGE HARRISON, RINGO STARR, JEFF BECK, JOHN FOGERTY, ROBERT PLANT und WILLIE NELSON verholfen. Doch erst seit seinem Album "Racin` The Devil", bei dem er neben Rockabilly auch Americana- und Roots-Rock spielte, hat er sich und seine Solokarriere endgültig aus dem STRAY CATS-Schatten befreien können.

LEE ROCKER (c) Alex Solca / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSelbst Wein mit Gurke und kräftige Preise konnten deshalb nur die Allerwenigsten abschrecken, als LEE am 27. März das Birdland rockte. Den Einstand machte die düstere Oldschool-Psychobilly-Band THE SHADOWBIRDS aus Ungarn, die nur mit Eishockeymasken auftritt. Vor allem die ausgezeichnete Kontrabassistin konnte auf den weiteren Konzertabend einstimmen. Von der Band wird man noch hören. Sehr guter Beginn für einen gelungenen Abend.

LEE ROCKER (c) Alex Solca / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAls dann – endlich! – LEE ROCKER die Bühne betrat, gab es kein Halten mehr. Er wurde frenetisch begrüßt und abgefeiert. Jeder seiner Songs, ob von den STRAY CATS oder seinen Soloalben brachten die Tische zum Wackeln und das Publikum zum Mitsingen und zum "Eintauchen" in die Musik. Ein Hit folgte einem Highlight und ein Highlight einem Hit.
Die Soli der einzelnen Musiker und von LEE ROCKER selbst, tja, was soll man dazu schreiben? Erstklassige Musiker zeigen was sie können.

Irgendwann nach viel zu kurzer Zeit und recht vielen Zugaben war die Party aus. Und das war schrecklich. Und schade. Und traurig. Ein kleiner Trost ist jedoch die kommende STRAY CATS-Farewell-Tour. Zum letzten mal STRAY CATS, doch dann kommen hoffentlich wenigstens weitere LEE ROCKER-Tourneen. Und keine Abschiedstouren...

###Igor Eberhard###
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