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LOGH

24.04.2005, Arena (Wien)
logh2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenKonzerte an Sonntagen haben eigentlich immer etwas ganz Spezielles, und wie könnte man ein Wochenende besser ausklingen lassen als mit LOGH – wohl eine der talentiertesten Bands, die Schweden zu bieten hat. Vor einem Jahr noch im Chelsea, gastierte das Sextett diesmal in der kleinen Halle der Arena. Den Anfang macht aber THOMAS DENVER JONSSON, in bester BOB DYLAN-Manier, nur mit seiner Gitarre bewaffnet. Irgendwie wirkt der kleine junge Mann aus Schweden leicht verwirrt, besser gesagt etwas berauscht, versucht sich im Geschichtenerzählen zwischen seinen Songs und muss sich oft, über selbst lachend, der englischen Sprache geschlagen geben. Trotzdem sehr unterhaltsam, und wenn er spielt, dann wunderschön eingängige Lieder. Der zweite Barde war da wohl etwas rauer und lauter unterwegs, sein Name ist mir leider entfallen, glänzte aber mit Coverversionen von CRAIG DAVID und war wohl der lauteste am heutigen Abend. Denn laut sind LOGH nur manchmal, und dass steht ihnen zwar auch nicht schlecht, aber besser beherrschen sie die Stille, die magische Sphäre die zwischen einem einzigen Gitarrenakkord und einem plötzlich einsetzenden Schlagzeuggewitter. Obwohl sie kühl und sehr introvertiert wirken und Sänger Mattias Friberg, hauptverantwortlich für das Songwriting, sich auch eher wortkarg auf ein „We are LOGH from Sweden“, bzw „Thank You“ beschränkt, schaffen es diese Jungs, das Publikum zu fesseln. Man traut sich kaum ein Wort zu sprechen, geschweige denn zu früh zu klatschen, um ja nicht diese magische Atmosphäre zu zerstören. Fribergs Stimme wirkt gerade bei Songs wie „Ahabian“ so zerbrechlich wie nie zuvor. Gespielt wird hauptsächlich Material von der neuen CD „A Sunset Panorama“ (Review dazu gibt’s in der aktuellen Ausgabe), gespickt mit den Highlights aus „The Raging Sun“ und „Every Time A Bell Rings, An Angel Gets His Wings“. LOGHs Rezept: Minimalismus und die Konzentration auf die Wichtigkeit jeder einzelnen Note, die dem Gesamteindruck etwas ganz spezielles verleiht. Hier wird das Publikum gefordert – Auseinandersetzung, und diese scheuen einige, vielleicht ein Grund warum es LOGH bisher nicht über ihren Indie Status hinweg geschafft haben. Diese Musik ist oft schwer verdaulich, keineswegs massenverträglich, fordert und belohnt am Ende mit magischen Momenten. Ständig wechselt sich das Gute mit dem Bösen ab, hin und wieder tanzen beide gemeinsam auf ihrem Zenit. Was danach bleibt, ist Stille und der Eindruck, dass zumindest heute der Kampf unentschieden ausgegangen ist, oder wirkt vielleicht der Äther schon?

Wolf Dieter Becvar
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