Von den zahlreichen Superhelden, die Stan Lee, Jack Kirby, Steve Ditko und andere Kreativkräfte des Marvel Bullpen in der ersten Hälfte der 1960er im Zuge einer eigenen (oder mit einem zweiten Charakter geteilten) Serie auf die wachsende Fanschar losließen, war Daredevil am spätesten an der Reihe: Die Debütausgabe trug das Coverdatum April 1964, trotzdem findet sie sich bereits in Band 18 von „Marvel Origins“ wieder, während uns Hachette die „Kinder des Atoms“, die einige Monate früher erstmals auftraten, vorenthielt. Etwaige Befürchtungen, dass das dauerhaft der Fall sein würde, zerstreut die vorliegende Ausgabe, die erfreulicherweise die bisherige Veröffentlichungslücke zu füllen beginnt.
Der späte Auftritt der Mutanten innerhalb der Sammlung dürfte wohl damit zu tun haben, dass – bei entsprechender Laufzeit – die Anzahl der ihnen gewidmeten Einträge überschaubar bleibt, schließlich waren die Schutzbefohlenen von Professor Charles Xavier damals noch weit von ihrem jetzigen Status als beständige Bestseller im monatlichen Marvel-Output entfernt: „X-Men“ 66 von 1970 markierte das letzte Heft, das neues Material enthielt, danach folgten mehrere Jahre bloß Nachdrucke, bevor mit „Giant Size X-Men“ der Grundstein für den unaufhaltsamen Aufstieg zum gigantischen Franchise, wie wir ihn heute kennen, gelegt wurde.
In den ersten fünf Heften von 1963/64, die sich samt den üblichen redaktionellen Infos, mehreren Originalseiten der Debütnummer und auch einer Leserbriefseite aus „X-Men“ 5 in diesem Band finden, stellte das dynamische Duo aus Stan Lee und Jack Kirby bereits alle Grundzutaten zur Verfügung, aus denen mit der Zeit so mancher Comic-Leckerbissen hervorgehen sollte: Professor X trainiert Cyclops (Scott Summers), Beast (Hank McCoy), Iceman (Bobby Drake), Angel (Warren Worthington III) und die soeben neu hinzugestoßene Jean Grey (Marvel Girl) im Kampf gegen Unholde wie Magneto, welche die Menschheit unterwerfen wollen. Mit dem Meister des Magnetismus taucht einer der berühmtesten Charaktere des X-Universum bereits ganz am Beginn auf, um in „X-Men“ 4 erneut den Führungsanspruch für den Homo superior zu stellen.
Dazwischen sorgt der Vanisher mit seiner Fähigkeit zu teleportieren für Aufregung (und einem selbst für „Silver Age“-Verhältnisse grottigen Outfit), mit Blob tritt ein weiterer Antagonist in einervergleichsweise harmlosen Episode auf den Plan. Viele künftige Entwicklungen haben hier ihren Ausgangspunkt: So sind Quicksilver und Scarlet Witch zunächst noch als Helfer von Magneto bei der Bruderschaft der bösen Mutanten zu sehen, stellen aber deren Methoden zusehends in Frage und landen schließlich bei den Avengers (siehe hier). Scott Summers wiederum erweist sich im Gegensatz zu den anderen Jungs der X-Men als weniger ungestüm, was ihn für seine spätere große Liebe Jean Grey wohl erst recht interessant macht. Eine amouröse Andeutung ganz anderer Art, nämlich jene in Heft 3, wonach Professor Xavier in Marvel Girl verliebt sei, verfolgte Stan Lee aber – zum Glück – nicht weiter. X-Aficionados kommen um die Lektüre dieser Klassiker selbstredend nicht vorbei!





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