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Marvel Origins 57

Nach Magnetos (vorläufigem) Abgang bekommen es die Kinder des Atoms mit weiteren klassischen Gegnern zu tun.
Marvel Origins 57
© Hachette

So lange Hachette die Leserschaft seiner feinen „Silver Age“-Sammelreihe auch auf das Debüt der X-Men warten ließ, so angenehm schnell gibt es jetzt weitere Abenteuer. Die vorliegende Ausgabe komplettiert das Jahr 1965, wobei im Herbst von einer zweimonatlichen auf eine monatliche Erscheinungsweise umgestellt wurde. Zunächst allerdings schien Stan Lee den Wünschen eines Teils der Fans Rechnung zu tragen und den bisher markant oft aufgetretenen Magneto und seine Bruderschaft der bösen Mutanten aus dem Spiel zu nehmen. Das geschah bekanntlich nur vorläufig und vom erzählerischen Handwerk her nicht wirklich atemberaubend in „X-Men“ 11, dem letzten von Jack Kirby gezeichneten Heft, bevor dieser nur mehr Layouts für Alex Toth (Heft 12) und Jay Gavin (ab Heft 13) gestaltete.


Die Story rund um den auf die Erde gelangten Stranger, dessen gewaltige Kräfte selbst Cerebro an die Leistungsgrenzen bringen, hat ihre Berechtigung wohl nur als Vehikel, den Meister des Magnetismus samt Toad und Mastermind verschwinden sowie Quicksilver und Scarlet Witch den Weg in Richtung Avengers (siehe hier) antreten zu lassen. Danach taucht mit Cain Marko alias Juggernaut ein weiterer klassischer Gegner der X-Men auf, was auch genutzt wurde, um Charles Xaviers Vergangenheit erstmals genauer zu beleuchten, schließlich handelt es sich bei ihm um den Stiefbruder des Professors. Während der Anführer der jungen Mutanten seine Telepathie zielgerichtet einsetzt, dürften Stan Lees Gedanken hier womöglich zwischendurch auch etwas abgeschweift sein.


Das würde einige Logiklücken erklären, etwa dass Cerebro den Juggernaut ortet, obwohl dieser explizit nicht als Mutant gilt, und Xavier über seine schwierigen Familienverhältnisse spricht, während der unaufhaltsame Wüterich die Verteidigung des Schulanwesens problemlos überwindet. Wer weitere Schwächen der Marvel-Wissenschaft sucht, findet diese außerdem auch in den beiden letzten abgedruckten US-Heften 14 und 15, wo Roboter plötzlich mentale Signale aussenden, die der Professor wahrnehmen kann. Zumindest der Anlass ist wichtig, denn bei den erwähnten Blechkameraden handelt es sich um eine weitere Geißel der X-Men, nämlich die Sentinels. Deren Schöpfer Bolivat Trask erkennt zu spät, dass er die Box der Pandora geöffnet hat, als ihm seine Wesen den Dienst versagen.


Die beschließen nämlich, die Menschheit am besten dadurch zu beschützen, indem sie diese unterwerfen – auch eine interessante Auffassung des eigenen Auftrags! Da bei den angesprochenen Ressentiments gegenüber Mutanten auch eine rassistische Komponente mitschwingt, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung eine reale Entsprechung hatte, passt es auf unheimliche Art gut, dass einer der Sentinels in der Übersetzung als „Gruppenführer“ tituliert wird – was bei deutschen Marvel-Fans Erinnerungen an eine dunkle Zeit der Geschichte weckt (einer der Roboter lässt sich an einer Stelle auch mit der zum Gruß erhobenen rechten Hand beobachten). Die bedeutenden Debüts und zusätzliche Einblicke in persönliche Angelegenheiten von Beast und Angel wiegen jedenfalls manchen Patzer, der „The Man“ unterlief, vielfach auf, ganz abgesehen vom Unterhaltungsfaktor.
 

# # # Andreas Grabenschweiger # # #

Publisher: Hachette


Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.die-superhelden-sammlung.de.
 

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artikel closer s144 rc44© SLAM Media

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