Mit dem elften Arachno-Eintrag von „Marvel Origins“ ist es an der Zeit für einen weiteren frühen Höhepunkt der Spinnenhistorie: „Amazing Spider-Man“ 50 mit Coverdatum Juli 1967 bietet gleich zwei Motive, die bis heute immer wieder gerne mal referenziert werden – sowohl das Titelbild mit einem Peter Parker, der Spider-Man den Rücken zuwendet (oder dieser ihm, je nach Sichtweise) und mit hängenden Schultern dem Betrachter entgegengeht, als auch die berühmte Seite, in der das rot-blaue Kostüm im Mülleimer (und in weiterer Folge in einer Vitrine in J. Jonah Jamesons Büro) landet, sind ikonische Momente in der Geschichte der Neunten Kunst.
Bereits zuvor hatten Stan Lee und seine kongenialen Künstlerkollegen unseren Protagonisten bekanntlich ordentlich gebeutelt, nun aber wurde die Jubiläumsausgabe genutzt, um die negativen Entwicklungen Peter endgültig über den Kopf wachsen zu lassen. Ein erneuter gesundheitlicher Rückschlag von Tante May, besonders bösartige Hetztiraden des „ Daily Bugle“-Herausgebers und nicht zuletzt fehlendes Liebesglück aufgrund seines kostümierten Alter egos führen zur Entscheidung, das Heldentum sein zu lassen. Natürlich währt der Entzug vom actionreichen Netzschwingen nur kurz, bietet aber den willkommenen Anlass, sowohl die Origin als auch den hehren Anspruch von Spider-Man nochmals deutlich in Erinnerung zu rufen.
Nicht zuletzt tritt in „ASM“ 50 erstmals der Kingpin auf, einer der klassischen Gegner von Spidey und später vor allem Daredevil, der das Kommando über die New Yorker Unterwelt zu übernehmen versucht. Jede Menge Historie also in diesem einzigen Heft, was aber die Qualität der zuvor abgedruckten Nummern 46-49 keineswegs mindern soll. Neben dem Debüt von Shocker, der Rückkehr von Kraven und einem (jüngeren) Nachfolger des Vulture, die den Netzschwinger neben einer zwischenzeitlichen Erkältung auf Trab halten, gibt es aber auch einen anderen großen Einschnitt: Peter wird flügge und startet eine WG mit Harry Osborn, während Tante May zu Anna Watson zieht.
All das sorgt für prächtige Unterhaltung, die nicht zuletzt dem zeichnerisch zur Hochform auflaufenden John Romita jede Menge Gelegenheiten gibt, um sich in Szene zu setzen. So wird den Kampfszenen teils so großzügig Platz eingeräumt, dass die Panels die ganze Breite einer Seite einnehmen und jene des vorher tätigen Steve Ditko (ohne dessen Klasse an dieser Stelle schmälern zu wollen) bisweilen als beinahe klaustrophobische Beengung erscheinen lassen. Am deutlichsten erkennbar ist der zunehmend selbstbewusste Stil von Romita, aber auch der aufgehellte Ton der von ihm gestalteten Geschichten aber diesmal wohl an der anmutig tanzenden Gwen Stacy in „ASM“ 47, die man von seinem Vorgänger wohl nicht zu sehen bekommen hätte.





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