Cringer, der treue Gefährte von Prinz Adam, verhält sich unruhig. In seiner Heimat geschehen seltsame Dinge. Unheilvolle Schwingungen liegen in der Luft und machen die sonst so sanftmütige Katze rastlos und aggressiver. In der Gestalt von Battle Cat fass sie den Entschluss, in das Tal der Bestien zurückzukehren und nach dem Rechten zu sehen. Ist es womöglich die nun ungehemmt fließende Magie, die die Flora und Fauna des abgeschiedenen Tals zutiefst verändert und verängstigt? He-Man, Man-At-Arms, Teela und Buzz-Off zögern keine Sekunde ihren Gefährten in die gefährliche Wildnis zu begleiten.
Keiner der Helden ahnt, dass auch bereits der finstere Skeletor seinen Blick auf das abgeschiedene Refugium gerichtet hat. Tief in dessen Inneren liegt das Herz des Waldes verborgen, ein mächtiges, magisches Artefakt, das die Macht Skeletors signifikant in die Höhe schnellen ließe. So verwundert es niemanden, dass auch Snake Mountain eine Expedition ins Tal der Bestien entsendet, um das magische Relikt zu bergen. Folglich entbrennt ein Wettlauf, der die Zukunft des gesamten Planeten entscheiden könnte.
Trotz eines rahmenden Handlungsstrangs, der sicherlich erst in einer der nächsten Episoden von Bedeutung werden dürfte, verliert man nicht viele Worte und stürzt sich direkt ins Geschehen. Die Marschroute ist binnen weniger Minuten festgelegt, urplötzlich steht das Tal der Bestien im Fokus der konkurrierenden Kräfte von Gut und Böse, wobei beide nichts vom Interesse des jeweils anderen ahnen. So wird das Erzähltempo von Beginn an deutlich in die Höhe geschraubt und nahezu bis zum Schluss gehalten. Unnütze Nebenschauplätze bleiben konsequent außen vor und so kommt man direkt zur Sache. Die zahllosen Gefahren des Dschungels und die Kämpfe mit den Konkurrenten der jeweiligen Gegenpartei verlangen nach der gesamten Aufmerksamkeit der Akteure und der Hörerschaft.
Dynamik und Geschwindigkeit sind das Gebot der Stunde. Mühelos gelingt es, das Publikum, ähnlich wie bei einem Hollywood-Blockbuster, durch eine stete, sich übertreffende Aneinanderreihung von Actionsequenzen, in seinen Bann zu schlagen. In den kurzen Ruhephasen überlässt man dem Humor das Feld, der in den besten Momenten an frühere Buddy-Movies erinnert. Die Kombination aus den beiden Spannungsfeldern Spaß und Action geht auf in einer gelungenen Unterhaltungsmixtur. Bei alldem gelingt es scheinbar mühelos, sich einmal mehr respektvoll vor der Klassikerserie aus dem Hause Europa zu verneigen und gleichzeitig dem „Masters of the Universe“-Kosmos neue, frische Impulse zu vermitteln. Sicherlich einer der Gründe, warum es geglückt ist, viele der alten Hörer nun auch für die Neuinterpretation zu begeistern. Im Gegensatz zu den bisherigen Episoden fällt die Gewalt in diesem Hörspiel etwas drastischer aus und das gesamte Ambiente bekommt eine düstere Anmutung.
„Das Tal der Bestien“ weiß nicht nur inhaltlich zu begeistern, auch in Sachen Sounddesign hat man sich einmal mehr übertroffen. Die Soundeffekte verleihen vielen Szenen ein authentisches und sehr lebendiges Flair. Insbesondere jene Passagen, die das Publikum in einen unbekannten und gefährlichen Dschungel entführen, könnten tatsächlich ebendort live eingefangen worden sein. Die Luft ist angefüllt mit unbekannten Geräuschen und Tierlauten, sodass sofort das Bild eines feuchtheißen Urwalds vor dem geistigen Auge Gestalt annimmt. Der Soundtrack pendelt zwischen pathetisch erhabenen Klängen und kalten Synthesizer-Arrangements, was der gesamten Folge gut zu Gesicht steht. Es ist unüberhörbar, dass die Sprecher sich in ihren Rollen gefunden haben. Viele Dialoge klingen flüssiger und authentischer, hier lässt sich nochmals ein deutlicher Qualitätssprung spüren. Neu im Ensemble ist Bert Stevens, der einmal mehr zeigt, dass er zu den absoluten Ausnahmetalenten seiner Zunft zählt und jedes Hörspiel aufwertet. Die Retrofabrik hat bewiesen, dass das Erbe einer der größten Hörspielserien in würdigen Händen liegt.





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