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SLAM #107 mit Interviews und Storys zu SONS OF APOLLO +++ MIDNIGHT +++ TRAIL OF DEAD +++ KOPFECHO +++ RAISED FIST +++ BOHREN & DER CLUB OF GORE +++ MONO INC. +++ FOLKSHILFE +++ APOCALYPTICA +++ u.v.m. +++ plus CD mit 10 Tracks! Jetzt am Kiosk!

MASTIC SCUM


Salzburg gegen den Rest der Welt

Im schönen Land an der Salzach gründete sich anno 1992 eine Combo namens MASTIC SCUM und schrieb sich fortan auf die Fahnen ihre Message mittels Grindcore und Deathmetal unters Volk zu bringen. Über zehn Jahre später sind die Burschen noch immer dick im Geschäft, was ja in Österreich beileibe keine Selbstverständlichkeit zu sein scheint. MikerOwavE sprach mit Harry (guit.), Man (dr.) und Steff (b.) über die momentane Situation der Band, die soeben mit „Scar“ ihre zweite CD auf den Markt geschmissen hat, und obendrein noch zu den aktivsten Bands dieses unsres Landes gezählt werden darf. Und obwohl man bereits seit 1990 als Band aktiv ist, kann man trotzdem „nur“ auf zwei ordentliche Releases zurückblicken..?

„Das ist halt nun mal so“, meint dazu gleich mal Gitarrist Harry. „Unser zweites Full-Lenght-Output „Scar“ ist letzten Dezember auf Cudgel Agency, einem deutschen Label, veröffentlicht worden. Die erste, regulätre CD, „Zero“, war ja noch auf Noise Variations erschienen, 1999 war das. Davon gabs dann auch 2001 noch ein Re-Release auf Demonware.“ Aber, um auf dem Punkt zu bleiben, will ich wissen, ob zwei CDs nicht ein bisschen wenig für gut zehn Jahre Bandgeschichte sind... „Naja, wir haben vorher ja auch Split-CDs veröffentlicht, wie etwa 1996 mit FLESHLESS und ausserdem haben wir genügend Tapes und Seven-Inches unters Volk gebracht.“, erklärt Steff diesen Umstand...“Wir haben uns demnach schon ein wenig Zeit gelassen mit der ersten anständigen CD.“Nun frage ich mich aber, ob die Split-CDs und –EPs denn gut angekommen sind, was die Reichweite betrifft? Oder war das bloß Genugtuung und Bestätigung für euch selbst? Harry meint daraufhin: „Da diese Veröffentlichungen alle auf irgendwelchen Underground-Labels herausgekommen sind, sind sie auch relativ gut vertrieben worden. Wenn zwei Bands drauf sind, ist das halt für den Käufer interessanter. Immerhin sind die meisten dieser Aufnahmen heute ausverkauft. Man muss auch dazu sagen, dass es Labels von der Tschechei bis nach Japan waren, die diese Split-Geschichten auf den Markt brachten. Wir haben uns durch diesen Vertrieb im Underground einen festen Namen gemacht, was für unsere Karriere sehr wichtig war.“ Auf die Frage, ob alle mit „Scar“ restlos zufrieden sind, stimmen die drei unisono ein! „Auf jeden Fall, immerhin haben wir ja drei Jahre dafür gebraucht. Wir haben uns halt extra viel Zeit gelassen, haben viel herumgetestet mit Sounds und eine Menge Einflüsse nebenbei verarbeitet. Neben dem ganzen Hardcore natürlich auch andere Einflüsse, versteht sich. Und wir wollten uns auch extra Zeit lassen, damit das Ergebnis dann nicht enttäuscht.“ Enttäuschen tut`s sicher die wenigsten, da könnt ihr sicher sein. Immerhin habt ihr ja ein recht anständiges Grind- bzw. Death-Teil abgeliefert. Aber wenn du schon den Hardcore ansprichst: ihr werdet oft als Mischung aus MELVINS und NAPALM DEATH beschrieben. Trifft das denn auch zu? „Mit NAPALM DEATH werden wir oft verglichen“, ist sich Gitarrist Harry sicher. „Das ist aber vielleicht gut für NAPALM DEATH, aber nicht unsere Absicht. Wahrscheinlich kommt das durch unseren Sänger Will, der wird nämlich auch oft mit Barney Greenway himself verglichen. Und die MELVINS müssen wahrscheinlich herhalten, weil sie ja bekannt dafür sind, immer schon verschiedenste Sounds und Stile vermixt zu haben. Und da wir das auch versuchen, haben wir gedacht, es wäre ein guter Vergleich. Damit sich auch jemand, der uns noch nicht gehört hat, etwas darunter vorstellen kann.“ Jetzt bin ich aber der Meinung, dass Salzburg ja nicht unbedingt die Death-Metal-Hochburg Österreichs ist, oder? Und umgehend bekomme ich die Bestätigung, dass dem nicht so sein kann... „Da gibt’s schon eine größere Szene in Salzburg, BELPHEGOR sind immerhin ein bekannter Vertreter. Es gibt viele Deathmetal- und auch Grindcore-Bands, die vielleicht nicht sooo bekannt sind, aber eine Szene ist durchaus vorhanden. Zwei Leute von uns sind ja nach Wien gezogen, also sind wir immer irgendwo zwischen Wien und Salzburg, das funktioniert recht gut“, versucht Schlagwerker Man die Kohlen aus dem Feuer zu holen.Gibt es eigentlich auch eine Art Konzept bei MASTIC SCUM? Ich konfrontiere euch mal mit der Tatsache, dass ihr ja in den Texten angeblich den „Every Day Shit“ verarbeiten bzw. offen legen wollt... „Wir verarbeiten das in den Texten, was uns halt so jeden Tag passiert, positive wie auch negative Eindrücke. Das macht aber meistens unser Sänger Will, der könnte dir da mehr erzählen.“ Tja, der ist aber leider nicht hier...“Auf jeden Fall sollen die Texte sehr sozialkritisch sein. Dinge, die halt so passieren, „the daily grind“ wenn du so willst. Wichtig für uns ist auch, eine Portion Sarkasmus mit reinzuarbeiten. Sodass das ganze nicht todernst ist“, erläutert Bassist Steff die Lyrik-Situation. Denn ich persönlich finde, man sollte sich die Texte schon auch durchlesen und nicht nur über die Musik drüberhören... „Das sollte man auf alle Fälle“, lautet der einhellige Tenor.
Ich frage in die Runde, wie`s denn so mit den kommenden und vergangenen Live-Aktivitäten aussieht und bekomme auch von allen dreien prompte Antwort. „Wir waren gerade erst auf einer kleinen Europatournee, mit MASTER und DAMNABLE aus Polen. Das ganze hat zwei Wochen gedauert, wir waren mit zwei Nightlinern unterwegs, und für uns war es einfach wahnsinnig interessant jeden Abend in einer neuen Location zu lärmen. Es ist rundherum für uns gesorgt worden, alles ist sehr professionell abgelaufen, da hat das Management sich wirklich Mühe gegeben. Alles in allem eine fette Tour, durch Deutschland, Österreich, Belgien, Holland, ...die Leute haben uns sehr cool aufgenommen. Vor allem der Tourbeginn war ein Hammer, da waren 150 bis 250 Leute auf den Gigs und das auch unter der Woche. Die Resonanz war super“, tönt Harry geradezu euphorisch. „Im Sommer werden wir noch einige Festivals spielen, beim FUCK THE COMMERCE zum Beispiel, wo auch BENEDICTION , DISMEMBER oder CARNAGE mit von der Partie sind. In der Tschechei sind wir auf einem Underground-Festival vertreten, und - sehr wichtig - natürlich auf dem KALTENBACH-OPEN AIR am 11. und 12. Juli. Und das METALFEST in der Arena nicht zu vergessen“, fügt Steff noch hinzu. Also seid ihr wohl relativ zugepflastert mit Auftritten in den nächsten Monaten, meine ich mal...und meine Gedanken springen scheinbar auf die Band über... „Mir kommt vor, dass es wieder etwas besser wird in Österreich live zu spielen. Früher waren ja kaum grössere Festivals hierzulande. Die Szene ist heutzutage auch relativ, sagen wir mal, gesättigt. Es gibt sehr viele Bands, es gibt noch mehr Releases auf den diversen Labels. Mitte der Neunziger war ja so ein Tiefpunkt, wo vieles stagnierte, zuerst war da dieser Boom mit Deathmetal und so, dann Grunge, und dann war irgendwie nichts mehr wirklich Aufregendes. Aber ich glaube, jetzt geht’s wieder einigermassen dahin metalmässig.“Naja, ohne Zweifel tut sich jetzt wieder einiges hier, ob nun metalmässig oder in Sachen Undergroud generell. Ich möchte euch noch kurz auf eure Zukunft ansprechen, wie siehts denn da so aus? „Im Herbst, nach einer weiteren Deutschlandtour, werden wir dann mit den Arbeiten am nächsten Album beginnen. Das sollte dann irgendwann 2004 veröffentlicht werden, das wär halt unser Ziel. Wir haben definitiv vor, die Welt noch länger mit unseren Ergüssen zu erfreuen. Aber für alle Neuigkeiten in Sachen MASTIC SCUM steht jedem sowieso unsere Website www.masticscum.com zur Verfügung. Da kann man auch die ganzen Releases nachbestellen, vorrausgesetzt sie sind noch erhältlich.“ So, und nun lassen wir die Jungs wieder ziehen, damit sie den Auftritt der Headliner CANNIBAL CORPSE wenigstens nicht verpassen (die sie an jenem Abend supporten). Vielleicht trefft ihr MASTIC SCUM mal in eurer Nähe, dann solltet ihr sie euch aber auch unbedingt reintun. Lassen wir das jetzt mal so im Raum stehen. Wir werden ja sehen was die Zukunft so bringen tut, immerhin sind die Vier ja irgendwo auch mitverantwortlich für die musikalische Zukunft des schönen Österreichs.

Mikerowave
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"Und jetzt haben wir zum ersten Mal viel Zeit in einem Majorstudio verbracht."

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