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Midnight Tales 1

Eine ehemalige Punkrock-Legende wird tot aufgefunden. Simon Strongs Tod wirft eine Vielzahl von Fragen auf.

(C) Contendo Media / Midnight Tales 1 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie beiden Detectives Upton und Jermyn werden wohl mit dem sonderbarsten Fall ihrer bisherigen Karriere beauftragt. Simon Strong gehörte zu den bekanntesten Figuren der Punkwelle der 1970er Jahre, seine Songs erreichten Kultstatus. Doch dann wurde es plötzlich still um den begnadeten Musiker. Über Nacht verschwand er aus der Öffentlichkeit und bezog seine neue Residenz in einem großzügigen Appartement über seinem Nachtclub. Nach und nach gerät der Star von einst in Vergessenheit. Kein Mensch weiß, was wirklich in den abgeschotteten Räumen über dem Musikklub vor sich geht.


Dies ändert sich erst, als die junge Amber Sorensen zufällig den Weg in Strongs Reich findet. Der jungen Frau ist sofort klar, dass Simon Strong ein Mann voller Geheimnisse ist. Warum gleicht seine Wohnung einer Kühlkammer? Was hat es mit den Büchern und Schriften aus aller Welt auf sich, die Strong jede Woche erhält? Trotz des seltsamen Verhaltens freunden sich das junge Mädchen und der exzentrische Alte miteinander an. Plötzlich verschwindet Strong und wird kurze Zeit später tot aufgefunden. Was ist in den letzten Stunden vor seinem Tod geschehen? Darüber kann nur Amber Auskunft geben. Die beiden ungleichen Polizisten sind entschlossen, der jungen Frau ihr Geheimnis zu entlocken.


Einmal mehr zeigt Contendo Media, wie Innovation wirklich aussehen kann wenn man nur will. Den ersten Schritt in eine neue inhaltliche Richtung schlug man bereits mit dem überzeugenden Konzept von "The Lovecraft 5" ein. "Midnight Tales" ist nun eine weitere Serie, die die ausgetretenen Pfade des kommerziellen Hörspiels in deutschen Landen verlässt und sich die amerikanischen Radiohörspiele der 1930er und 1940er Jahre zum Vorbild nimmt, in denen Motive aus Genres wie Science-Fiction, Horror, Thriller und Phantastik miteinander zu mysteriösen und verstörenden Geschichten verwoben werden. Weitere Vorbilder dürften außerdem Fernsehserien wie "Twilight Zone" und "Outer Limits" sein, die ihr Publikum mit einem ähnlich gelagerten Konzept über Jahrzehnte zu begeistern wussten.


Zum Auftakt der neuen Reihe gibt niemand Geringerer als H. P. Lovecraft seine Visitenkarte ab, "Eiskalt" beruht auf Motiven der von ihm stammenden Kurzgeschichte "Kalte Luft". Doch anstatt die Vorlage eins zu eins zu vertonen, hat man sich auch hier dazu entschlossen, andere Wege zu beschreiten und die Story kurzerhand in die Gegenwart und ein anderes Sujet verlagert, was ihr erstaunlich gut tut. Auch hinlänglich der Laufzeit orientiert man sich an den Vorbildern aus dem Radio und präsentiert sich zum Einstieg mit einer Folge, die es gerade einmal auf eine halbe Stunde Laufzeit bringt, aber eine knackige und kurzweilige Geschichte präsentiert, die ohne Umschweife und Firlefanz auf den Punkt kommt.


Und tatsächlich gelingt es den Machern, den Hörern einen Plot zu präsentieren, der gleichermaßen Gänsehaut erzeugt, zu faszinieren versteht und am Ende mit ebenjenem verstörenden Moment aufwartet, der sich zum Markenzeichen der genannten Fernsehserien entwickelte. Das Serienintro passt hervorragend und stimmt auf die folgenden Ereignisse ein. Schnell entsteht eben jene außergewöhnliche Stimmung, die für viele Menschen die Stunde zwischen null und ein Uhr morgens ausmacht und hier gekonnt eingefangen wird. Ähnliches gilt es von der Titelmelodie respektive dem Outro zu berichten, denn hier ist es gelungen jenes Flair, das die Geschichte versprüht, in einem Musikstück einzufangen und eine Melodie zu komponieren, die von der ersten Note an mit einem hohen Wiedererkennungswert aufwartet.


Es bedarf auch keines ausufernden Casts, um eine gute Geschichte zu erzählen. Nur eine Handvoll Stimmen genügt, um dieser Perle des Mystery-Hörspiels den nötigen Glanz zu verleihen. Da wären Rieke Werner als quirlige und überdrehte Amber Sorensen, die trotz der Anlage ihrer Figur ein gehöriges Maß an Glaubwürdigkeit verströmt und zu keiner Minute auf der Strecke bleibt. Eine überzeugende Leistung. Martin Keßler war bereits in vielen verschiedenen Rollen zu hören, die des gealterten und abgehalfterten Rockstars mit einem dunklen Geheimnis scheint jedoch wie für ihn auf den Leib geschneidert. Großes Kino!


Dazu kommen Thomas Balou Martin und Eva Thärichen als ungleiches Cop-Pärchen, das im Zusammenspiel mit der Zeugin Amber für die heiteren Momente diese Produktion sorgt. Hier wurde jede Rolle mit viel Liebe und Augenmaß besetzt, was man diesem Hörspiel einfach anhört. Peter Flechtner, der die Einleitung bestreitet und Alex Bolter, der die Credits übernimmt, sind weitere sprachliche Glanzlichter dieser Episode. Nur selten zuvor gelang es einer Pilotfolge, so umfassend auf allen Gebieten zu punkten. Natürlich ist immer noch ein wenig Luft nach oben, aber bereits jetzt bekommt man hier von Contendo Media die hohe Schule der Hörspielkunst geboten. Geschenke gibt es für die Hörspielfreunde in diesem Jahr offenbar bereits im Frühjahr.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Contendo Media




 


 
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