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Midnight Tales 11

Manchmal hält das Schicksal einige Überraschungen für die Menschen bereit. Eine Erfahrung, die auch das Ehepaar Limbkin machen muss, als es während eines Schneesturms zwei Fremde in sein Haus lässt.

Midnight Tales 11Ein gewaltiger Schneesturm hat die Straßen in North Dakota unpassierbar gemacht. Die schwierigen Witterungsbedingungen werfen auch die Wochenendplanung des Ehepaars Limbkin über den Haufen. Der erwartete Besuch muss leider absagen. Umso größer ist die Überraschung, als plötzlich ein unbekanntes Auto in der Einfahrt hält. Ein fremdes Paar bittet die Limbkins um Unterschlupf, bis die Straßen geräumt sind. Großzügig stellen die beiden den Hilfesuchenden ein Zimmer für die Nacht und eine warme Mahlzeit zur Verfügung. Die anfänglich gelöste Stimmung beginnt sich während des Essens zusehends zu verschlechtern. Immer größere Differenzen treten zwischen den beiden Paaren zutage und eskalieren in einem ausgewachsenen Streit. Nur unter großen Mühen gelingt es, die Gemüter wieder zu beruhigen. Doch schon bald gerät die Situation endgültig aus den Fugen…


Das Grauen wird immer dann besonders deutlich, wenn es sich in alltägliche Situationen schleicht, in denen niemand von uns mit einer Konfrontation mit dem nicht Alltäglichen rechnet. Die "Midnight Tales" schaffen es immer wieder mit einer schlafwandlerischen Sicherheit, die Sicherheit und Behaglichkeit, die den Anfang einer Geschichte prägen, im späteren Verlauf mit aller Gewalt einzureißen und den Hörer in Chaos und Grauen zurückzulassen. "Wenn Masken fallen" ist ein Paradebeispiel für das langsam vorwärts kriechende Böse, das sich im Leben der Limbkins manifestiert. Zunächst sind es nur ein paar Misstöne in der Konversation der beiden Paare, doch je später der Abend wird, umso tiefer ziehen sich die Gräben zwischen ihnen. Aus verschiedenen Denkweisen wird Ablehnung, schließlich offene Feindseligkeit und gar Hass. Gebannt verfolgt der Hörer, wie sich ein harmloses Abendessen in immer neue Höhen schraubt und letztlich eskaliert.


Dabei gestaltet es sich schwierig, für eine Seite Partei zu ergreifen, offenbaren doch beide Paare Charaktereigenschaften, die es schwierig machen, sich mit ihnen zu identifizieren. Einmal mehr lassen sich die Figuren hier nicht in die Kategorien schwarz oder weiß einordnen, sondern sind in verschiedenen Grausegmenten angesiedelt, was für eine enorme Authentizität sorgt. Einen großen Teil der Spannung zieht diese Folge aus den immer neuen Offenbarungen über die beiden Familien. Ähnlich wie bei einer Zwiebel schält sich jede Figur mehrmals, bis endlich die nackte Wahrheit offen vor einem liegt, doch bis dahin ist es ein weiter Weg für das Publikum und die "Midnight Tales" wären eben nicht die "Midnight Tales", wenn sie am Ende nicht noch eine böse Überraschung präsentieren würden.


Seit der ersten Episode gleicht keine Geschichte der anderen, so deckt die Reihe mit nicht einmal einem Dutzend an Veröffentlichungen ein enormes inhaltliches Spektrum ab. Im vorliegenden Fall wendet man sich dem Genre des Psychothrillers zu und kann auch in diesem Metier brillieren. Wer Spannung bis zum Schluss den Vorzug gibt, ist hier goldrichtig. Neben der ideenreichen Story sind es insbesondere die authentischen Dialoge, die frisch und unverbraucht das Ohr des Hörers erreichen und einfach wie aus dem Leben gegriffen wirken. Die musikalische Untermalung wird dieses Mal von Kompositionen bestritten, die bereits bei "The Lovecraft 5" Verwendung fanden und hervorragend zur Atmosphäre im eingeschneiten Haus passen.


"Wenn Masken fallen" ist ein Kammerspiel, das in menschliche Abgründe blickt und so bedarf es einer nur geringen Anzahl von Sprechern, damit die Geschichte ihre ganze Wirkung entfaltet. Im vorliegenden Fall sind dies gerade einmal vier, doch reicht vollkommen aus, um den Hörer am Ende mit einem unwohlen Gefühl in der Magengrube zurückzulassen. Die markanteste Stimme dürfte wohl ohne Zweifel Klaus-Dieter Klebsch gehören. Eine Zeit lang schien er omnipräsent zu sein, sodass man sich trotz guter Leistungen an seinen Auftritten sattgehört hatte. Der vorliegende gehört zum Glück nicht zu solchen Momenten, schon alleine deshalb, da er hier auch einmal andere Facetten seines Könnens unter Beweis stellen darf und dabei überzeugen kann.


Wolfgang Bahro ist einer jener Sprecher, den man getrost mit einer Wundertüte vergleichen kann. Es gibt bei seinen Auftritten viel Licht, aber auch immer wieder Schatten, sodass man nie wirklich weiß, was einen erwartet. "Wenn Masken fallen" gehört in die erstgenannte Kategorie, der nörgelnde und quengelnde Theaterautor Reggie Marx scheint ihm wie auf den Leib geschrieben zu sein und es macht einfach nur Spaß, seinen Dialogen zu folgen. Dazu gesellt sich ein starkes Frauengespann, gebildet aus Nana Spier und Dana Friedrich, die ihren männlichen Kollegen in nichts nachstehen, den Tischgesprächen eine ordentliche Würze verleihen und dabei zu 100% in ihren Rollen aufgehen. Alle vier sind entscheidende Faktoren, dass dieses Hörspiel so außergewöhnlich viel Spaß bereitet. Sicherlich ein weiteres Highlight innerhalb der Reihe. Keine Schwächen, einfach nur spannende Unterhaltung, besser kann man "Midnight Tales" nicht beschreiben.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Contendo Media




 


 
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