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Midnight Tales 12

Die Vorstellung in einem dunklen Raum zu erwachen, allein mit einem Fremden, ohne zu wissen, was geschehen ist, dürfte für viele Menschen eine Horrorvorstellung sein. Für die junge Carol wird sie zu bitteren Realität.

Midnight Tales 12Carol erwacht in einem dunklen Raum, ihr Körper schmerzt. Gerade als sich in ihrem Inneren Panik breitzumachen droht, redet eine beruhigende Stimme auf sie ein. Sie ist nicht allein in dem seltsamen, kaum greifbaren Zimmer. Der Fremde stellt sich als Thaddeus vor, ein scheinbar bisher unbekannter Nachbar, der Carol offensichtlich davor bewahren konnte, das nächste Opfer eines stadtbekannten Mörders zu werden. Nach und nach kehrt ihr Gedächtnis zurück, nur die Ereignisse, die unmittelbar zu ihrem neuen Aufenthaltsort führten, bleiben unklar. Jeder Versuch sich zu erinnern hat kaum ertragbare Schmerzen zur Folge. Dies ändert sich auch nicht, als eine Polizeibeamtin das Zimmer aufsucht, um den Überfall im Treppenhaus zu rekonstruieren. Die Minuten zuvor bleiben ein ungeklärtes Rätsel, in Carol reift immer mehr die Frage, was sich tatsächlich im Treppenhaus zugetragen hat und wieso ihr der dunkle Raum zusehends wie ein Gefängnis anmutet?


"Midnight Tales" macht in gefühlter Rekordzeit das Dutzend voll und präsentiert dem Publikum erneut ein innovatives und unverbrauchtes Setting für den neuesten Output. Wieder gelingt es den Machern mit einem geringen Aufwand, für ein hohes Maß an Spannung zu sorgen, auch im Fall von "Stimmen in der Dunkelheit" bleibt lange Zeit nebulös, wohin die Reise gehen wird. Allerdings kann man diese Folge tatsächlich in allen Belangen als spartanisch bezeichnen, die Sprecherzahl ist auf ein Minimum gedrosselt, Musik und Geräusche kommen so gut wie gar nicht zum Einsatz, trotzdem gelingt es, die Neugier des Hörers aufrechtzuerhalten, mit der bangen Frage, welches Schicksal der jungen Frau zuteilgeworden ist. Allerdings muss man auch festhalten, dass man die Laufzeit keinesfalls weiter hätte ausdehnen dürfen, denn die Wiederholungen in den Dialogen drohen sich abzunutzen.


Die "Midnight Tales" wären aber nicht ebenjene, wenn am Ende nicht noch eine ordentliche Überraschung warten würde, die der eine oder andere bei intensivem Hören vielleicht bereits geahnt haben könnte. Der ganze Handlungsort bleibt bis zum Ende diffus und kaum greifbar, von daher wundert es nicht, dass die Soundeffekte sich in ähnlichen Gefilden bewegen und nur angedeutet und schwer fassbar bleiben. Kann man allein mit seiner Stimme für ein unwohles Gefühl oder sogar Beklemmung sorgen? Die Antwort muss eindeutig Ja lauten, denn Liane Rudolph als undurchsichtiger Mitarbeiterin der Polizei gelingt dieses Kunststück. Obwohl sie nicht eindeutig als feindselig erscheint, sind ihre Auftritte mit einem unguten Gefühl behaftet, das zu einem gehörigen Teil auf ihre Performance zurückgeht. Beeindruckend.


André Beyer ist als der undurchsichtige Thaddeus zu hören, dem so etwas wie die Position eines Ruhepols und die Aufgabe zufällt, Carol in ihrer neuen Umgebung nicht allein zu lassen und im Kontakt zu Madame Foulet zu vermitteln. Ein überzeugender Auftritt. Julia Kaufmann schlüpft in die Rolle der jungen Carol, die mit einigen ungewöhnlichen Veränderungen in ihrem Leben zurechtkommen muss. Sie schafft es, die Unsicherheit und Verwirrtheit ihre Figur in ihre Stimme einfließen zu lassen und ebenfalls eine sehr ansprechende Performance abzuliefern. Insgesamt gesehen ist "Stimmen in der Dunkelheit" ein weiterer würdiger Beitrag der Reihe und kann erneut mit einer unverbrauchten Story punkten, die sich allerdings nicht zum mehrmaligen Hören eignet und im direkten Vergleich zu anderen Episoden etwas abfällt.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Contendo Media




 


 
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