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Midnight Tales 5

"Die Box" ist das Highlight der Saison und sprengt jede Woche aufs Neue die Einschaltquoten. Gleichzeitig wächst jedoch auch die physische und psychische Belastung der Kandidaten.

(C) Contendo Media / Midnight Tales 5 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSchon seit einigen Jahren dominieren Realityshows die Fernsehlandschaft nahezu des gesamten Globus. Mit den Einschaltquoten sinkt die Aufmerksamkeitsspanne des Publikums. Immer abseitigere und vulgärere Formate müssen her, um die Gunst der Zuschauer zu gewinnen. In den USA setzt eine neue Show Maßstäbe. "Die Box" hat sich innerhalb weniger Wochen zum absoluten Tophit entwickelt und sprengt mit jeder Ausstrahlung immer wieder aufs Neue die Rekorde. Vier Teilnehmer stellen sich in einem Wettstreit immer neuen, noch gefährlicheren und anstrengenderen Herausforderungen.


Die Aufgaben gefährden das Wohl der Teilnehmer, doch das tritt immer weiter in den Hintergrund. Es zählen allein die Menschen vor den Bildschirmen, die das bizarre Treiben verfolgen. Niemand scheint dazu bereit einzuschreiten, auch dann nicht, als die Strafen immer drastischere Formen annehmen und ganz offensichtlich Foltermethoden gleichen. Wann wird die Sensationslust der Menschen gestillt sein? Muss erst ein Kandidat zu Tode kommen oder wird die Fernsehnation zuvor zur Besinnung kommen?


"Midnight Tales" hat mit fünf Folgen viel Neues und Kreatives geboten und jedes Mal ein frisches Szenario für sein Publikum ausgerollt. Innovative Ideen sorgten für unverbrauchte Geschichten, die die Hörer zu fesseln und begeistern wussten. "Die Box" muss in diesem Zusammenhang ganz eindeutig als die bisherige Nummer eins der Reihe gezählt werden. In allen Belangen stellt Contendo Media unter Beweis, wie man einem eingefahrenen Genre originelle Impulse geben kann, endlich beweist ein Label Mut, verlässt den Pfad der langweiligen "Geisterjäger-Horrorreihen" und zeigt auf, was Mystery alles bieten kann, wenn man nur will.


Um den wahren Horror zu entdecken, muss man keine Geister und Dämonen heraufbeschwören, es genügt ein Blick in unseren Alltag. "Die Box" greift einen aktuellen Trend der Medienlandschaft auf und treibt ihn auf die Spitze. Aus mehreren Perspektiven wird ein entlarvender Blick auf eine Fernsehsendung geworfen, die einen entfernt an die blutigen Spiele im alten Rom erinnert. Wir lernen die Macher kennen, die sich immer neue perfide Aufgaben und Überraschungen einfallen lassen, um ihre Zuschauer zu begeistern. Dazu bekommt man einen Einblick in die Welt der Fans, die immer mehr ihre eigenen Vorbehalte sausen lassen und sich dem Vergnügen der Gewalt und der Folter hingeben, während die wenigen Stimmen der Vernunft innerhalb der Masse ungehört verhallen. Hier liegt das wahre Grauen verborgen. Menschen werden unvorstellbaren Aufgaben ausgesetzt, um den Mob zu begeistern.


Dem Produktionsteam gelingt es, diese Lust am Entsetzen authentisch und mit sehr engen Bezügen zu unserer realen Welt einzufangen. Man stellt mit Erschrecken an sich selbst den Wunsch fest zu erfahren, was am Ende nun auf die Kandidaten wartet. Unter bewusstem Verzicht auf einen klaren Erzählfaden werden immer wieder Sequenzen aus der Show mit kurzen Szenen aus den Haushalten der Fans und den Machern hinter den Kulissen miteinander verwoben. Was auf den ersten Blick chaotisch klingen mag, fügt sich jedoch zu einem stimmigen Ganzen zusammen, das den Hörer auf magische Weise in seinen Bann schlägt.


Bei der soundtechnischen Gestaltung folgt man aktuellen Realityshow-Formaten und unterlegt das Geschehen mit hektischen und plakativen Soundeffekten, die tatsächlich so im Fernsehen nur zu gut vorstellbaren wären. So gelingt es auch hier ein sehr authentisches Feeling für die Hörerschaft zu generieren. Gleiches gilt für die verwendeten Musikstücke, auch sie orientieren sich an aktuellen, mehr oder weniger gehaltvollen Darbietungen der aktuellen Medienlandschaft. Gerade weil es in allen Belangen so nahe an die Realität kommt, ist das Grauen dieser Episode so greifbar und nachvollziehbar.


Die einzelnen Auftritte der Akteure sind sehr kleinteilig, aber es gelingt allen Beteiligten, die vorherrschende Stimmung in der Sendung selbst, hinter den Kulissen und beim Publikum einzufangen. Constantin von Westphalen führt als TV-Moderator durch das Geschehen und erfüllt alle Klischees eines schmierigen Entertainers, der für eine gute Quote auch die eigene Großmutter verkaufen würde, ein wirklich unterhaltsamer Auftritt. Aber auch das restliche Ensemble ist mit großem Engagement bei der Sache und hält Namen wie Tatjana Auster, Gabrielle Pietermann, Uve Teschner, Sandra Schwittau und Werner Wilkening für den geneigten Hörer bereit. Fünfte Folge, fünfter Volltreffer. Diese Reihe weiß einfach ganz genau, wie sich Horror 2020 anfühlen muss.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Contendo Media




 


 
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