Tatsächlich sind die in Ungnade gefallenen BND-Mitarbeiter bereit, sich auf die Suche nach Florian Bernhard zu begeben. Bereits nach kurzer Zeit stoßen die Ermittler auf eine erste heiße Spur. Scheinbar recherchierte der Journalist im Umfeld einer Schlepperbande, die im großen Stil Flüchtlinge nach Europa transportiert. Die Freelancer machen sich an die Arbeit, um mehr über das zwielichtige Imperium des Serben Zoran Vukov in Erfahrung zu bringen. Noch können die abgeklärten Privatermittler nicht ahnen, in welches Wespennest sie gestochen haben, denn bald geht es nur noch darum am Leben zu bleiben.
Das erste kleine Jubiläum von "Mord in Serie" feiert Markus Topf mit der Reaktivierung einiger Helden aus den Anfangstagen seiner Autorenlaufbahn, den Freelancern. Zunächst scheint die Suche nach einem vermissten Journalisten ins Rotlichtmilieu Hamburgs zu führen, doch schnell ist klar, dass Prostitution nur die Spitze des Eisbergs ist, mit dem sich der Vermisste befasste. Im Prinzip ist die Geschichte der vorliegenden Episode zweigeteilt. Der erste Abschnitt konzentriert sich auf die Ermittlungen, was Florian Bernhard zugestoßen sein könnte und womit er sich zuletzt bei seinen Nachforschungen beschäftigte. Damit ist ein spannender Einstieg ins Geschehen gewählt, der konsequent gesteigert wird und schließlich im nackten Überlebenskampf der Freelancer mündet.
Wenn den ehemaligen Regierungsbeamten klar wird, welch unmenschlichen Machenschaften sie tatsächlich auf die Spur gekommen sind, verlegt sich die Handlung auf einen geradlinigen Actionplot, der auf unnötige Verästelungen rechts und links der Strecke verzichtet. Es gelingt das hohe Tempo der Ereignisse bis zum Ende zu halten und die Spannungskurve lange Zeit noch oben schnellen zu lassen, bevor man den Hörer mit der beunruhigenden Gewissheit zurücklässt, dass man bisher nur an der Spitze des Eisbergs gekratzt hat und noch weitaus beunruhigendere Dinge ihrer Entdeckung harren, die dem Hörer in "MindNapping" Folge 25 zu Ohren gebracht werden.
Bei genauer Betrachtung passt das Prädikat "Thriller" nur bedingt, denn spätestens in jenem Moment, wo man den kriminellen Elementen Auge im Auge gegenübersteht, ist "Todesjagd" ein lupenreines Action-Hörspiel, das den Adrenalinspiegel nach oben treibt. Die Idee, die präsentierte Geschichte in einem Crossover mit einer anderen Serie fortzusetzen, hat ihren ganz eigenen Reiz, insbesondere da jeder entscheiden kann, ob die Handlung für ihn mit diesem Hörspiel zu Ende erzählt wurde oder man den nächsten Schritt mitgehen möchte.
Die Figurengestaltung kann insbesondere beim Team der Freelancer überzeugen. Schon innerhalb dieses Abenteuers gewinnen die Charaktere an Tiefe und durchlaufen Veränderungen, die in Zukunft bei möglichen weiteren Abenteuern sicherlich ihre Berücksichtigung finden. Die Dialoge können über weite Strecken überzeugen und legen die gewohnte Natürlichkeit an den Tag, lediglich im letzten Drittel schleicht sich dann die eine oder andere Floskel aus dem Actionkino ins Vokabular, was in Anbetracht der Story aber vollkommen in Ordnung geht.
Bei der Gestaltung der Soundkulisse hat man wieder einmal große Sorgfalt und eine enorme Liebe zum Detail an den Tag gelegt. Mit einem natürlichen Gespür für bestimmte Situationen werden Rundfahrten im Hamburger Hafen oder illegale Hundekämpfe authentisch zum Leben erweckt. Die musikalische Untermalung konzentriert sich über weite Strecken auf harte elektronische Rhythmen, die mancherorts bis in den Industrial hineinreichen. Genau die richtige Rahmung für eine Geschichte, die in kriminellen urbanen Gefilden zuhause ist.
Einmal mehr sind es viele bekannte Namen, die dieses Hörspiel veredeln. Lutz Riedel darf hier sein Können für finstere Rollen unter Beweis stellen und schlüpft in die Rolle von Zoran Vukov, einem Gangster, den nur seine eigenen Ziele verfolgt und dabei eiskalt über Leichen geht. Riedel kauft man seine Interpretation eines Kriminellen, der kein Gewissen kennt, zu jeder Sekunde ab. Ebenso überzeugen können Ekkehardt Belle, Claudia Lössl und Sascha Rotermund als hartgesottene Ermittler, die schon eine Menge in ihrem Leben gesehen haben. Diese Abgeklärtheit und manchmal auch Abgestumpftheit kommt gut rüber und sorgt für eine ordentliche Portion Glaubwürdigkeit.
Dazu kommen viele weitere bekannte Namen, die bereits in einer Vielzahl von Hörspielen ihr Können unter Beweis gestellt haben und auch im Falle von "Todesjagd" gute Arbeit abliefern. Die Kurve zeigt für "Mord in Serie" wieder eindeutig nach oben. Folge 25 hält eine fesselnde und actiongeladene Story für die Hörer bereit. Erneut gelingt es hier, dem Thriller im akustischen Bereich einen weiteren Farbtupfer auf der Landkarte hinzuzufügen.
# # # Justus Baier # # #
Publisher: Contendo Media





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