Mal ehrlich, Hand aufs Herz. Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr nach vielen Jahren die Gelegenheit bekommen würdet, es jemanden heimzuzahlen, der euch in der Vergangenheit großes Leid zugefügt hat? Sicherlich nicht leicht zu beantworten. Mit dieser Frage sieht sich auch Helga Weiß konfrontiert. Während eines gemütlichen Beisammenseins mit ihren besten Freundinnen Marlies Huber und Eva Pohl läuft ihr aus heiterem Himmel Robert Keller über den Weg – jener Mann, den sie bis zu seinem Lebensende im Gefängnis wähnte, schließlich ist er der Mörder ihres Mannes, der bei einem Banküberfall vor 15 Jahren erschossen wurde. Die Polizei fühlt sich nicht länger zuständig, denn Robert Keller hat seine Strafe ordnungsgemäß verbüßt und wurde wegen guter Führung frühzeitig aus der Haft entlassen. Sie hat keinerlei Handhabe gegen den kaltblütigen Mörder. Helga sieht keine Möglichkeit gegen Robert Keller vorgehen zu können, doch hat sie nicht mit dem Einfallsreichtum ihrer Freundinnen gerechnet. Wenn die Justiz nicht bereit ist den Täter ausreichend zu bestrafen, muss man halt selbst zu den entsprechenden Mitteln greifen. Innerhalb kürzester Zeit reift ein hinterhältiger Plan heran, an dessen Ende der gewaltsame Tod von Robert Keller steht. Doch leider gerät die Sache gehörig aus dem Ruder.
"Die schwarzen Witwen" schließt die erste Staffel der neuen Thriller-Reihe "Mord in Serie" aus dem Hause Contendo ab. Auch die dritte Folge kann ohne Probleme mit seinen beiden Vorgängern mithalten und bietet spannende Hörspielkunst aus deutschen Landen. Wieder wurde ein völlig neues Milieu mit neuen unverbrauchten Figuren gewählt. Als Kulisse dient die nordfriesische Insel Sylt, deren maritimes Flair sehr gut eingefangen wird.
Markus Topf gelingt es auch mit "Die schwarzen Witwen", eine düstere und manchmal auch fiese Geschichte zu spinnen, die so manche unerwartete Wendung für den Hörer bereithält. Die Langeweile wird sich in diesem Fall sicherlich nicht vor den heimischen Boxen breitmachen. Wer bereit ist, sich auf eine deutsche Thriller-Reihe einzulassen, kann mit "Mord in Serie" nicht viel verkehrt machen. Inhaltlich kann man mit vielen Geschichten von jenseits des großen Teichs problemlos mithalten.
Die von den Produzenten geschaffene Geräuschkulisse weiß zu überzeugen und gibt einem schnell das Gefühl, auf der Insel der Reichen und Schönen zu weilen. Hier sind keine Ausfälle zu verzeichnen. Weniger glücklich war das Händchen in diesem Fall bei der Auswahl und Platzierung der Musikstücke. Seit wann dudelt in einem Polizeirevier das Radio, sodass die Sprecher die Stimme heben müssen? Das erscheint doch ein wenig unglaubwürdig.
Anstrengend wird es auch, wenn bei längeren Dialogen im Hintergrund die Musik in einer Endlosschleife ertönt und mehrmals von vorne beginnt. Hier hat man bei den bisherigen Folgen bereits unter Beweis gestellt wie es besser geht. Wie man zu den wechselnden Songs am Ende einer jeden Folge steht, muss jeder für sich entscheiden, das hängt sicherlich vom persönlichen Musikgeschmack ab.
Die Rollen der drei älteren Frauen hätte man nicht besser besetzen können. Es macht einfach nur Spaß, Ursula Monn, Katja Brügger und Reinhilt Schneider zuzuhören, wie sie es in ihren Rollen problemlos schaffen, die verschiedenen Facetten ihrer Figuren zum Schillern zu bringen. Hier gehen beide Daumen nach oben. Die übrige Crew geht ebenfalls solide ans Werk und macht "Die schwarzen Witwen" zu einer lebendigen und spannungsgeladenen Hörspielproduktion.
Das Cover ist einmal mehr sehr stimmig ausgefallen und wie die beiden bisherigen Folgen auch sicher ein Hingucker im CD-Regal. Contendo hat die Generalprobe bestanden und kann mit den ersten drei Folgen von "Mord in Serie" einen gelungenen Einstand auf dem Hörspielmarkt feiern. Nun ist es Zeit für den nächsten Schritt: Das hohe Niveau zu konsolidieren!
# # # Justus Baier # # #
Publisher: Contendo Media/Delta Music





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