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MOS GENERATOR: "The Firmament"

Wenn es eine Band gibt, die den Inbegriff eines Powertrios darstellt, dann MOS GENERATOR – während ihrer Shows fragt man sich unweigerlich, weshalb eigentlich irgendjemand jemals mit einem weiteren Gitarristen, einem Keyboarder, einem Organisten oder sonstigem Schnickschnack den knappen Platz auf der Bühne zustellt.

(C) Stickman Records / MOS GENERATOR: The Firmament / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDrei ist die authentischste Zahl, wenn es um grundsolide Rockmusik geht. Das ist selbstverständlich ausgemachter Mumpitz, denn Authentizität lässt sich nicht von so einfachen Faktoren ableiten. Wer sie aber mit jeder Faser seines Schaffens ausstrahlt ist Tony Reed: Sänger, Gitarrist, Produzent, und im Grunde Hirn und Herz von MOS GENERATOR, der sich auch nach rund drei Dekaden im Zirkus nicht scheut, neue Attraktionen in die Manege zu führen. "Derzeit ist es mir am wichtigsten, unterschiedliche Sounds in unsere Musik einzuführen. Sie dadurch frisch und interessant zu halten, macht auch die Zukunft der Band selbst spannend", kommentiert Reed die jüngsten Entwicklungen bei MOS GENERATOR. Vor nicht langer Zeit wurde die Band rund um Tony Reed runderneuert und mit dem aktuellen Release "The Firmament" wird nun gänzlich neues Terrain beschritten. "Ich dachte mir, wenn wir etwas im Sinne von PINK FLOYDs ,Live At Pompeii' machen, dann sollten wir etwas ganz Besonderes veranstalten."

Allumfassende Live-Performance

Bei "Songs For The Firmament" handelt es sich eigentlich um einen Konzertfilm mit dem vagen Hintergrund, dass plötzlich außerirdische Zeichen am Firmament auftauchen – mit der Musik von LIGHT THIEVES, X SUNS und MOS GENERATOR sollte die Kommunikation zu den Aliens aufgenommen werden. "Der Regisseur Chris Mathews, Jr. ist ein großer Fan der Band und begrüßte die Idee, dass wir etwas Neues ausprobieren wollten. Wir holten also Bo McConaghie als zweiten Gitarristen und Andy Sorter am Rhodes Electric Piano an Bord. Wir probten drei Tage lang, um die Songs für die Performance vorzubereiten." Die Songs, die schließlich auf dem Mini-Album landeten, wurden natürlich nicht willkürlich gewählt.

Mit mittlerweile sechs Studioalben auf dem Buckel und zahlreichen anderen Veröffentlichungen konnte Tony Reed ein paar Schätze bergen, die es sonst nie auf eine Bühne schaffen: "Das MOS GENERATOR-Album mit den vielschichtigsten Songs ist 'The Late Great Planet Earth' von 2005. Von den zwölf Songs können wir normalerweise nur drei live spielen. Deshalb haben wir die Gelegenheit genutzt, um zumindest ein paar der anderen live aufzunehmen. Auf dem neuen Album 'Abyssinia' gibt es mit 'Outlander' auch einen Song, der sich stark an Keyboards orientiert. Für 'The Firmament' hatte ich also die Möglichkeit, mein M400 Mellotron in einer Live-Situation zu spielen, das war sehr aufregend! 'Wicked Willow' wiederum haben wir für 'The Firmament' als Akustikversion aufgenommen, wodurch der Song eine ganz andere Atmosphäre erhält."

Neben vier Stücken aus dem MOS GENERATOR-Katalog im neuen Gewand hat sich Reed auch dazu entschieden, mit einer Coverversion in Kontakt mit den Außerirdischen zu treten: Mit "Dead Souls" von der Kultband JOY DIVISION. "Ich liebe die Atmosphäre dieses Songs und bin ein großer Fan von Post-Punk und Goth der späten 1970er. Ich habe vor, künftig mehr dieser Elemente in unsere Musik einfließen zu lassen. Der JOY DIVISION-Song ist also ein kleiner Ausblick in die Zukunft von MOS GENERATOR." Zunächst geht es jedoch mit der jüngsten Full-Length "Abyssinia" wieder auf Tour. Selbstverständlich weiterhin in Form des Powertrios, das man über die Jahre hinweg lieben gelernt hat, wenngleich Reed der Idee einer MOS GENERATOR-Big Band etwas abgewinnen kann: "Es wäre sicher cool mit ein paar zusätzlichen Leuten auf Tour zu gehen und zu hören, was die Fans davon halten. Die Unterschiede wären interessant: Das geradlinige, energiegeladene Trio und die orchestrierte, dynamische Version der Band." In jedem Fall heißt es im Herbst "Abyssinia"! In diesem Fall übrigens nicht das äthiopische Königreich, sondern eine lautmalerische Version von "I'll be seeing ya!".

Plenty of lovin' left

Wer sich nach musikalischen Empfehlungen sehnt, ist bei Tony Reed an einer kompetenten Adresse angelangt. Erst vor einem Jahr veröffentlichte er eine Ansammlung von Coverversionen unter dem klingenden Namen "Lost Chronicles of Heavy Rock Vol. 1". Sämtliche Songs wurden von Reed selbst eingespielt – und produziert natürlich auch. Namedropping für die Auskenner: ATOMIC ROOSTER, KING CRIMSON, BLOODROCK, PENTAGRAM und andere. 1970er Jahre vom Liebhaber für Liebhaber. Den Download gibt es  auf www.tonyreed.bandcamp.com.


 
# # # Martina Hollauf # # #


 
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