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No Man Manila

„Ich bin Arman, der letzte Mann in Manila.“
No Man Manila
© Dantes Verlag

So manches aus der mit ebenso viel Ungewissheit wie Trübseligkeit verbundenen Zeit der weltweit grassierenden Corona-Epidemie ist in der Erinnerung mittlerweile zusehends hinter einem Nebelschleier verborgen. Das Ganze dürfte einem psychischen Schutzmechanismus geschuldet sein, der einen nicht gerne an jene Tage zurückdenken lässt. Unter den einprägsamsten Bildern, die hingegen die wenigsten vergessen haben dürften, sind die menschenleeren Straßen besonders der Metropolen, in denen das Leben noch kurz vor dem Lockdown förmlich vibriert hatte. Dies drängt sich dem Lesenden bei „No Man Manila“ unweigerlich auf (und natürlich auch dessen Schöpfer Randy Valiente, wie wir aus dem Nachwort erfahren), wobei die Urfassung schon einige Jahre zuvor erschien.


Rechtzeitig im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse, bei der die Philippinen als Gastland ins Rampenlicht gerückt wurden und er als einer von mehreren Comic-Kreativen mit dabei war, sind beim Dantes Verlag zeitgleich zwei seiner Titel erschienen. Gemein ist ihnen, dass sie stilistisch weniger detailliert ausfallen als andere Werke Valientes und sich auf Schwarzweiß-Artwork mit jeweils einer zusätzlichen Farbe beschränken, dieses scheinbare Manko aber durch sehr viel Atmosphäre zwischen den Bildern auffüllen. Während „in Sünde töten“ die politischen Wirren in der jüngeren Geschichte des Inselstaats aufgreift, spielt die Geschichte in „No Man Manila“ zwar auch eine Rolle, aber eher verkörpert durch die mit ihr verbundenen Plätze in der Metropole. Im Rampenlicht steht Manila selbst.


Als Reiseführer sowohl entlang der Prachtbauten und architektonischen Juwelen als auch jener dunklen Ecken, vor denen Politiker lieber einen großen Vorhang aufziehen würden, fungiert der junge Arman. Er ist offenbar der einzige Mensch, der sich der Evakuierung der Bevölkerung entzogen hat, da der nordkoreanische Diktator nach der nuklearen Auslöschung Guams auch die Hauptstadt der Philippinen mit dem Abwurf einer Atombombe bedroht. Und so bleibt unfreiwillig viel Zeit, um innezuhalten und nachzudenken über die Einsamkeit, die keineswegs nur Manila betrifft, sondern auch sein Seelenleben. In einer Stadt, für die es offenbar keine Zukunft gibt, muss Arman mit sich ins Reine kommen. Und wer schon immer wissen wollte, wie eine Mischung aus Comic und (nie erzwungen wirkendem) Touristenleitfaden aussehen könnte, darf beruhigt zugreifen!


# # # Andreas Grabenschweiger # # #
 

Publisher: Dantes Verlag
 

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artikel closer s147 rc45© SLAM Media

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