Niemand ahnt, dass das medizinische Genie seine Bemühungen ohne jegliche moralische Schranken fernab der Zivilisation fortsetzt. Auf einer einsamen Insel gedeihen seine Forschungen, die unerwartete Höhepunkt erlangen. Durch einen unglücklichen Zufall verschlägt es den Journalisten Edward Prendrick nach einem Schiffbruch auf das abgelegene Eiland. Zunächst ist er von den Leistungen des Doktors begeistert, doch muss alsbald erkennen, dass das vermeintliche Paradies der Hölle auf Erden gleicht, in der Moreau über Leben und Tod entscheidet.
Erneut greift Oliver Döring auf eine Geschichte von H. G. Wells zurück, die neben "Die Zeitmaschine" zu dessen bekanntesten Arbeiten zählen dürfte. Er bleibt dabei der Idee treu, die Handlung aus der Vergangenheit in die Gegenwart zu verlegen, was einmal mehr erstaunlich gut funktioniert, denn die Fragen, die Wells in seiner Geschichte aufwirft, haben nichts an Aktualität eingebüßt, sondern sind präsenter denn je.
Verwoben in eine spannende Handlung, die wie ein Abenteuerroman beginnt, konfrontiert der Autor sein Publikum immer wieder mit moralischen Aspekten, die ausloten, wie weit Medizin und Wissenschaft gehen dürfen, um das Leben der Gesellschaft zu verbessern. Wells und auch Döring scheuen nicht davor zurück, den Menschen die hässliche Fratze der Forschung zu zeigen, welche ohne Grenzen und völlig enthemmt neue, von Brutalität und Grausamkeit geprägte Realitäten erschafft
Wie in vielen anderen Imaga-Produktionen spielt die musikalische Gestaltung auch hier kaum eine Rolle, was in Anbetracht der großartigen und durch die Bank liebevollen Bearbeitung dieses Hörspiels kaum ins Gewicht fällt. Bei der Besetzung der Rollen wurde alles richtig gemacht. Helmut Gauß, vielen sicher besser bekannt als deutscher Synchronsprecher von Liam Neeson, erweist sich alsbald als Idealbesetzung. Seine markante Stimme passt hervorragend zum Wissenschaftler Moreau, der sich auf dem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn wandelnd selbst zum Gott krönt.
Uwe Büschken schafft es, das erlebte Grauen auf der entlegenen Insel in Worte zu fassen. Die oft unterdrückte Bestürzung in seiner Stimme vermittelt ein bestechendes Bild des erlebten Grauens. Sehr gut! Tobias Kluckert agiert als junger, desillusionierter Wissenschaftler, der seine Albträume im Alkohol ertränkt. Eine starke und glaubhafte Performance, was auch für alle übrigen Akteure gilt. Bisher gibt es innerhalb dieser Reihe keinerlei Schwachpunkte, alle erschienenen Folgen zeigen, mit wie viel Herzblut hier gearbeitet wird und bekannte Storys in neuer Gestalt erblühen.
# # # Justus Baier # # #
Publisher: Imaga





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