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Phantastische Geschichten: Captor Teil 1 & 2

Binnen Sekunden verwandelt sich die deutsche Provinz in ein Inferno! Die Erde bebt und reißt einen gewaltigen Spalt durch ein beschauliches Wohnhaus.

Phantastische Geschichten: Captor Teil 1 & 2Es geschieht aus dem Nichts heraus! Urplötzlich beginnt die Erde zu beben, nicht in einem Erdbebengebiet, sondern der deutschen Provinz. Unter einem beschaulichen Reihenhaus öffnet sich ein tiefer Spalt im Erdreich. Die Bewohner kommen mit dem Schrecken davon, doch was hat die plötzliche Katastrophe ausgelöst? Die Maschinerie der Behörden nimmt ihre Arbeit auf und man beginnt, den Erdspalt zu erkunden.


Die Überraschung ist groß, die ersten Untersuchungen offenbaren ein unterirdisches Höhlensystem von unbekannten Ausmaßen, mit dessen Erkundung fieberhaft begonnen wird. Schnell wächst die Erkenntnis, dass die Tunnel ein größeres Geheimnis bergen als vermutet. Die Expertise von Experten ist gefragt. Man wendet sich an die größten wissenschaftlichen Kapazitäten, die Licht ins Dunkle bringen können – Segen und Fluch zugleich, wenn einer der führenden Köpfe mit seinen eigenen inneren Dämonen zu kämpfen hat.


Eigentlich braucht es an dieser Stelle keine großen Worte über den Inhalt der Serie, zu klar sind die visuellen Vorbilder greifbar. An allen Enden lugen "Twilight Zone" und "Outer Limits" hervor, im vorliegenden Fall muss man in diesem Zusammenhang ganz klar eine positive Verknüpfung herstellen. Oliver Döring und sein Produktionsteam verstehen es einfach, das Publikum zu fesseln und mit immer neuen Enthüllungen in ihren Bann zu schlagen. Die Marschroute ist klar, ein Potpourri vielversprechender Ideen wird auf den Weg gebracht, doch es bleibt die bange Frage, ob der Plan aufgeht. Bei "Captor" lautet die Antwort eindeutig: Ja! Der von der ersten Minute inszenierte Spannungsaufbau zündet bis zum Schluss und mündet in einen fulminanten Cliffhanger.


Hier offenbart sich die große Kunst der Erzählung im Hörspiel. Spannung wird durch immer neue offene Fragen im Zusammenhang mit dem ominösen Erdspalt generiert und schafft es mühelos, von Beginn an Nervenkitzel und Interesse zu erzeugen. Die Intensität der Story bewegt sich auf einem konstant hohen Niveau, da jede Enthüllung weitere Fragen aufwirft oder Gefahren birgt und so dem Publikum kaum Gelegenheit zu Verschnaufen gewährt.


Das Erzähltempo erweist sich als durchweg hoch und überzeugend, was auch den sehr authentischen Dialogen geschuldet ist. Der Cliffhanger fällt beachtlich aus und macht Lust auf mehr. Anlass zur Kritik bietet die Figurenzeichnung. Man fühlt sich nicht selten an den Standardkatalog großer Hollywood-Produktionen erinnert. Die Protagonistin scheint wie aus dem Baukasten: Wissenschaftlerin mit emotionalem Problem. Die übrigen Figuren, deren Zeichnung sich dem Plot unterwirft, wirken leer und austauschbar, trotz großer Sprecherleistungen.


Die Soundeffekte bedürfen keiner Erläuterung mehr, man bewegt sich stets am Limit des Machbaren und setzt immer wieder Standards, wie ein actiongeladenes Hörspiel klingen muss. Der Score ist wie von Haus aus gewohnt eher zurückhaltend und dezenter Natur.
Wenn man sich dem Sprecherpool zuwendet, muss man einfach von der Champions League der Synchronsprecher nebst aufstrebenden Talenten sprechen. Nahezu alle Rollen sind mit bekannten Stimmen aus Film und Fernsehen besetzt, die hier Großartiges leisten. Dazu gesellen sich noch unbekanntere Sprecher, die ebenfalls zu überzeugen wissen. Ein enorm starker Auftakt zu einem Zweiteiler und sicherlich einer der stärksten Outputs der gesamten Reihe.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Imaga


 

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artikel closer s144 pc6© SLAM Media

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