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Prey - Outback Overkill (Musketier Media)

Drei junge Pärchen machen sich auf den Weg in das australische Outback um etwas zu entspannen. Mehr muss eigentlich nicht mehr gesagt werden um ein hoffnungslos-sinnloses Sterben beginnen zu lassen…

Kurz nachdem diechristoph / prey-outback-overkill-uncut-ed-black-edit (c) Musketier Media / Zum Vergrößern auf das Bild klicken sechs Freunde - deren Namen hier wie auch im Film nichts zur Sache tun - aufgebrochen sind, fallen GPS und Bordkompass aus. Losgelöst von jeglicher technischen Orientierungsunterstützung fährt einer von ihnen sein geländetaugliches Gefährt aus reiner Unfähigkeit gegen einen Sandhaufen, von denen es ja im australischen Outback nur sehr wenige gibt. Klar, dass man ein festgefahrenes Auto am besten aus einem Sandhaufen befreit indem man sich darunterlegt und beginnt dieses freizuschaufeln. Solch glorreicher Einfallsreichtum muss natürlich prompt mit dem Tode belohnt werden und schon beginnt Angst und Panik die geistige Umnachtung der Protagonisten in den Schatten zu stellen. Fairerweise muss jedoch gesagt werden, dass nicht nur die unzulängliche Ausstattung der Opfer mit Intelligenz Ursache des Übels ist, sondern klarerweise eine übernatürliche Kraft ihre Hände mit im Spiel hat. Diese Kraft ist es auch, die verhindert, dass die jungen Menschen den Ort verlassen, denn egal in welche Richtung sie fahren, irgendwann gelangen sie immer zurück an ihren Ausgangspunkt. Mit der Ausweglosigkeit ihrer Situation offensichtlich etwas überfordert, beschränken sich die ohnehin schon platten Charaktere darauf, sich im Auto einzuschließen und, wenn sie es doch mal wagen einen Fuß aus dem Wagen zu setzen, ziemlich schnell zu sterben. So wird die Zahl der Überlebenden regelmäßig reduziert um sicherzustellen, dass es auch nicht langweilig wird. Da die noch lebenden Personen jedoch keine Anstalten machen ihr Ableben irgendwie zu verhindern, bleibt besagte Langeweile unvermeidbar. Kurze Lichtblicke in einem Meer an Vorhersehbarkeiten sind leider die Ausnahme und bestehen aus gut positionierten Schockmomenten und dem gezielten Einsatz  brutaler Sequenzen an schon beinahe unerwarteten Stellen im Film. Diese lassen zumindest zeitweise ein Gefühl des Horrors aufkommen.


Wenn die Überlebenden dann jedoch zum x-ten male versuchen mit dem Auto zu fliehen, es schaffen dieses beinahe genauso in den Sand zu manövrieren wie ihr erstes havariertes Fahrzeug, nur um sich selbst noch ein weiteres Mal zu beweisen, dass sie nicht ohne weiteres einfach verschwinden können, dann ist jegliche noch verbleibende Spannung hoffnungslos verloren. Auch wenn alles versucht wurde um eine halbwegs unheimliche Atmosphäre zu schaffen, ist es lediglich die seltene, oft schlecht computeranimierte, visuelle Brutalität zum Anlass eines weiteren Todes, die an einen Horrorfilm erinnert. Stimmung, wohliges Schaudern oder gar Angst kommt den gesamten Film über nicht auf. Ob das an den stupiden Charakteren, an dem gar nicht unheimlichen Bösen oder an der unzulänglichen Konzeption des Filmes liegt, ist nicht zu eruieren. Das tut ja hier auch nichts zur Sache und soll nicht bedeuten, dass der Film kein Potential gehabt hätte, nein, durchaus hätte es einige vielversprechende Szenerien gegeben und ab und an kommt beinahe so etwas wie Interesse an der Handlung auf, jedoch wird dies von teilnahmslosen Darstellern ohne Tiefgang, lieblosen Computereffekten und hoffnungslos stupidem Verhalten der Protagonisten zunichte gemacht. Hysterische Menschen die Hirn-, und Sinnlos in der Wüste herum-ackern, Bösewichte, die die Bäuche von Frauen bemalen und ein paar Todesfälle reichen einfach nicht aus um als Horrorfilm durchzugehen.


Bei der beschriebenen Unfähigkeit der Protagonisten und der Vorhersehbarkeit des Filmes liegt der Schluss nahe, den ganzen Film von einem satirisch-ironischen Standpunkt her anzugehen. Jedoch auch das misslingt, denn von Sarkasmus fehlt jede Spur und es hat, zumindest hier, nur wenig mit Ironie zu tun wenn Leute reihenweise an der eigenen Unfähigkeit verrecken.



###Christoph Höhl###





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