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Primordial

In einem anderen Verlauf der Geschichte fanden die Weltraumprogramme der beiden Supermächte bereits 1959 ein jähes Ende. Aber warum?

PrimordialDer Wettlauf in All, das sogenannte Space Race, wurde nach weitläufiger Meinung mit der amerikanischen Mondlandung 1969 entschieden und ein neues Kapitel in der Geschichte der Menschheit aufgeschlagen. Noch ein Jahrzehnt zuvor war das Rennen offen gewesen, die USA mussten befürchten, dass die Sowjetunion nach der erfolgreichen Erdumrundung durch den ersten künstlichen Satelliten Sputnik 1957 die Nase vorne behalten könnten, was technologischen Fortschritt gegenüber dem ideologischen Gegner anging. 1961 formulierte John F. Kennedy bekanntlich das Ziel seines Landes, den Mond bis zum Ende der Dekade zu betreten, nachdem Juri Gagarin als erster Mensch im All die scheinbare Überlegenheit des kommunistischen Systems demonstriert hatte.


Wie uns Jeff Lemire und Andrea Sorrentino in "Primordial" weismachen wollen, hielt JFK diese Rede nicht, da sein Herausforderer Richard Nixon die vorangegangenen Wahlen gewann. Just in diesem Jahr wird Doktor Donald Pembrook nach Cape Canaveral gerufen, um die Hinterlassenschaften des Weltraumprogramms nach Verwertbarem auszuschlachten – der Wettlauf ins All ist nämlich längst aufgegeben worden, sowohl von den Vereinigten Staaten als auch von der Sowjetunion. Umso erstaunter ist der Wissenschaftler, als ihm Unterlagen zu den beiden 1959 von den USA ins All beförderten Versuchstieren, dem Rhesusaffen Able und dem Totenkopfäffchen Miss Baker, in die Hände fallen. Die Vitalwerte, die Pembrook sichtet, stammen von einem Zeitpunkt, an dem die Tiere nach offizieller Lesart schon tot waren, doch das ist noch längst nicht alles…


Alternative Geschichtsschreibung und "Was wäre, wenn"-Szenarios haben immer einen besonderen Reiz, noch interessanter wird die Sache, wenn sich ihnen Meister der Neunten Kunst widmen. Mit "Gideon Falls" hat das gegenwärtig wohl beste Kreativduo des US-Comics bewiesen, zu welchen Höchstleistungen es fähig ist. "Primordial" spielt in einer Liga mit besagtem Meisterstück und fungiert als Schaulaufen für das die Grenzen konventioneller Erzähltechniken sprengende Talent von Andrea Sorrentino, da wäre die Referenz an Storm Thorgersons Artwork für PINK FLOYDs "The Dark Side Of The Moon" gar nicht nötig gewesen. Jeff Lemire legt eine Basis für die Kunst seines Partners, die sowohl eine (nicht zuletzt im Licht aktueller Ereignisse) bedrückende Zukunftsvision als auch die im völligen Kontrast dazu stehende Suche nach Sicherheit und Geborgenheit miteinschließt. Ein weiteres gelungenes Experiment!


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Splitter Verlag




 


 
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