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Redline (Universum Film)

Heiße Boxenluder + schnelle Luxuskarren + illegale Straßenrennen = wahrgewordene Bubenfantasie? Nein! "Redline" liegt so tief, dass es sich seine eigene Bodenplatte bis zum Totalschaden zerkratzt.

Cover Redline (C) Universum Film / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Schamesröte steigt einem ins Gesicht, wenn man daran denkt, als Motorsport-Fan auch nur im mindesten mit diesen Klischees in einen Topf geworfen zu werden. "Redline" kommt nicht mal ansatzweise an den schlechtesten Teil der "The Fast and the Furious"-Reihe heran! Doch worum geht es eigentlich? Vier gelangweilte Millionäre leben ihre Dekadenz aus, indem sie Unsummen bei illegalen Straßenrennen setzen. Jesse nimmt als Fahrer für seinen durchgeknallten Gangster-Onkel Mike an solchen Rennen teil. Da kann es schon vorkommen, dass er mitten in der Nacht einen Streckenrekord von Los Angeles nach Las Vegas aufstellen muss, natürlich ohne Licht und mit Nachtsichtgerät!


Der sprücheklopfende Musikmagnat Infamous ist einer der vier reichen Herren. Für ein spezielles Rennen hat er sich in Nats Garage einen Klassiker der Muscle-Cars tunen lassen. Infamous staunt nicht schlecht, als sein schlaues Köpfchen erkennt, dass Nat die Abkürzung für Nathalie ist. Nat ist mit ihren Eltern in der Nähe einer Rennstrecke aufgewachsen. Sie betreibt die Werkstatt, ihr Vater fuhr zudem noch in Rennen, bis er bei einem solchen sein Leben verlor. Infamous kreischt nach einer Runde als Nats Beifahrer wie ein kleines Mädchen nach seiner Mama. Nat ist von ihrem fahrerischen Können her eine Mischung aus Michael Schumacher und Dominic Toretto aus "The Fast and the Furious" mit dem Aussehen einer exotischen Pamela Anderson, ihr Herz hängt aber an der Musik. Infamous lässt sich natürlich diese Chance nicht entgehen und bucht Nat und ihre Band für ein großes Rennen. Natürlich nicht ohne Hintergedanken: Nat soll für ihn fahren.


In der Zwischenzeit holt Jesse seinen Bruder Carlo vom Flughafen ab. Der ist gerade frisch aus dem Irak-Krieg zurückgekehrt. Die schrecklichen Erinnerungen stecken ihm noch in den Knochen, doch schon schlittert sein kleiner Bruder in Schwierigkeiten. Nur gut, dass Carlo ordentlich austeilen kann und Jesse einen passablen Bleifuß hat. Als Carlo erfährt, dass Jesse für ihren schmierigen Onkel Michael sein Leben riskiert, ist er richtig sauer. Geschäfte mit Onkel Mike verheißen selten etwas gutes, doch Jesse schwimmt auf der Adrenalinwelle. Gemeinsam surfen sie zum nächsten großen Austragungsort, irgendeine stillgelegte Flughafenstrecke in der Wüste.


Natürlich läßt sich Nat über den Tisch ziehen und fährt für Infamous. Jesse steigt aber etwas zu heftig auf das Gaspedal und verunglückt tödlich, gewinnt das Rennen aber um Haaresbreite. Infamous hat in seinem Übermut Nat an Onkel Mike verwettet. Dieser hat in Nat seine Traumfrau gefunden. Es fällt ihm ja gar nicht ein, sie eventuell auf einen Drink einzuladen und nett zu tratschen. Gewonnen ist gewonnen!


Carlo will seinem Onkel Mike aber unbedingt die Tour vermasseln. Er dringt in das Anwesen seines Onkels ein, läßt seine Handkanten mit den Bodyguards sprechen und zischt mit Nat auf und davon. Onkel Mike ist aber nicht auf der Nudelsuppe daher geschwommen, sondern in einer Flut von gefälschten Banknoten – und hat schon mal Nats Mum entführt. Die Spannung steigt schon fast ins Unermessliche, alles spitzt sich auf die unglaublich unvorhersehbare Wendung am Ende des Films hin zu. Wird Nat ihre Mum aus den schmierigen Fingern von Onkel Mike retten können? Muss sie dafür noch einmal ein Rennen bestreiten? Trifft sie dabei sogar auf den Fahrer, der ihren Vater auf dem Gewissen hat? Kann Carlo seinen Plan durchziehen und dabei überleben? Werden die zwei charismatischen Hauptdarsteller am Ende sogar noch ein Liebespaar werden?


Um es kurz zu machen: "Redline" ist ein Verbrechen am guten Geschmack. Klar, der Film verspricht rasante Rennszenen, haufenweise exotische Luxus-Rennwägen und jede Menge heiße Frauen. Aber so wie der Film völlig flach auf die testosterongetriebenen Benzinbrüder-Macho-Zielgruppe hofft, so sehr bedient er sich bei den komplett ausgelutschten Genre-Klischees. "Redline" erinnert eher an einen Porno als an ein Rennspektakel und das ohne eine einzige anzügliche Szene. Knapp bekleidete Boxenluder räkeln sich in den meisten Szenen auf Autos, völlig unmotiviert! Überhaupt scheinen der Regisseur und die Crew an einer ansteckenden Talentlosigkeit zu leiden. Nicht einmal die versprochenen Rennszenen können begeistern, trotz der ansehnlichen Autos. Zu verwaschen sind die Schnitte.


Die Dialoge sind absolut gehaltlos und den Schauspielern nimmt man keinerlei Emotion ab. Leider verfügt. "Redline" auch über keinen Humor, womit eine gewisse Ironie an der Produktion erkennbar gewesen wäre. Am besten einen weiten Bogen um diesen Film machen und lieber mit Matchbox-Autos spielen, das macht wenigstens Spaß!



# # # Andreas Himmetzberger # # #





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