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Seaport Secrets 10

Die Schule von Jack und Cliff will ein altes Anwesen erwerben, die vorherige Begehung entpuppt sich jedoch als schaurige Angelegenheit.
Seaport Secrets 10
© Pandoras Play

Die Freude unter den Schülern ist groß! Wie aus dem Nichts besteht plötzlich die Möglichkeit, ein altes Familienanwesen für eine Ferienfreizeit mieten zu können. Verständlicherweise finden sich in kürzester Zeit einige Freiwillige, um die mögliche Unterkunft auf Herz und Nieren zu prüfen. Nicht von ungefähr versammelt sich die bereits eingeschworene Theatergruppe inklusive Jack und Cliff zu einem Lokalaugenschein. Schnell sind alle notwendigen Vorkehrungen getroffen und man befindet sich auf dem Weg zu dem Gebäude auf altem Indianerterritorium.


Der Aufenthalt beginnt vielversprechend, nur wenige Renovierungsarbeiten dürften vonnöten sein. Doch dann kommt es zu ersten Unstimmigkeiten. Raummaße stimmen offenbar nicht mit den Außenmauern überein! Gibt es geheime Zimmer im Haus? Dann hinterlässt ein Unbekannter blutige Symbole auf einer der Wände, doch damit nicht genug: Urplötzlich zeigen sich geisterhafte Erscheinungen im aufziehenden Nebel. Spukt es wirklich im auserkorenen Ferienheim oder steckt etwas gänzlich Anderes hinter den mysteriösen Vorkommnissen?


Was gleich folgt, klingt wie ein wiederkehrendes Mantra, jedoch ist klar: Erneut gelingt es dem Produktionsteam, eine Schippe draufzulegen, um diese Serie wieder eine Spur besser zu machen. Jede Folge verringert den Abstand zu den alteingesessenen Platzhirschen. Obwohl die Story einen vollkommen anderen Weg einschlägt, gibt es immer wieder Szenen, die im besten Sinne an eine der gelungensten „Die drei ???“-Folgen aller Zeiten erinnern, nämlich „…und der grüne Geist“. Unheimliche, nicht erklärbare Erscheinungen, ein düsteres altes Haus und mittendrin die Juniorermittler aus Seaport – sicherlich nicht die schlechteste Ausgangslage für einen verzwickten Kriminalfall, der sich über eine lange Distanz seine Spannung bewahren kann. Lange Zeit bleibt im Verborgenen, was sich tatsächlich zwischen den Mauern des Anwesens abspielt und welchen Ursprung die mysteriösen Erscheinungen auf dem Land der Indianer wirklich haben.


Neben einer überzeugenden Handlung, die mit einem enormen Abwechslungsreichtum zu überzeugen weiß, ist es wieder einmal die tonnenschwere Atmosphäre, die „Das zugemauerte Zimmer“ zu etwas Besonderem macht und als lupenreine Hommage an Jugendhörspiel-Produktionen der 1970er und 1980er Jahre über die Ziellinie gehen lässt. Eine überaus gelungene Mischung aus Gruselstory und vertracktem Kriminalfall mit einigen Rätseln, die den Hörer immer wieder abzuholen vermag und niemals auch nur einen Hauch von Langeweile versprüht.


Die Soundeffekte sind eher dezenter Natur und dürfen in zukünftigen Folgen ruhig ein wenig mehr in den Vordergrund rücken. In Sachen Qualität gibt es an dieser Stelle schon lange nichts zu meckern. Die verwendeten Soundcollagen passen bestens zum 1960er Flair der gesamten Serie und an den richtigen Stellen versteht man es gekonnt, an der Spannungsschraube zu drehen und in puncto Dramatik ordentlich nachzulegen. Ein weiterer Pluspunkt, der diese Reihe aus der Masse des Durchschnitts hervorhebt.


In den Hauptrollen wird zusehends deutlicher, was eine längere Kooperation für die einzelnen Figuren bedeutet. Dialoge wirken flüssiger, das gesamte Zusammenspiel erscheint immer mehr wie aus einem Guss und es macht Spaß, insbesondere den beiden Hauptakteuren zu lauschen. Einziges Manko ist und bleibt die Besetzung der weiteren Rollen, viele Sprecher bewegen sich immer noch auf einem gehobenen Laienniveau. Wenn es gelingt, diesen Qualitätsverlust über die nächsten Folgen hinweg abzustellen, stehen der Serie goldene Zeiten bevor.
 

# # # Justus Baier # # #
 

Publisher: Pandoras Play
 

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