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Seaport Secrets 7

Ein Foto: Zeitdokument und Erinnerung. Seltsam allerdings, wenn man sich sicher ist, niemals an dem Ort gewesen zu sein, den das Foto zeigt!
Seaport Secrets 7
© Pandoras Play

Während eines spontanen Flohmarktbesuchs machen Jack und Cliff eine erstaunliche Entdeckung. An einem Stand mit Baseballfotografien findet Jack zufällig ein Foto, das seine Eltern beim Besuch eines Spiels zeigt – ein einmaliges Geburtstagsgeschenk für seine Mutter. Kaum zu Hause eingetroffen, übergibt Jack den Fund und löst damit eine ungewöhnliche Reaktion aus. Seine Mutter ist sich sicher, dieses Spiel niemals besucht zu haben. Handelt es sich um eine Fälschung oder täuscht sich Mrs. Brewster, was ihre Erinnerungen betrifft? Die Neugier der Jungen ist geweckt und sie setzen alles daran, mehr über die Herkunft des Fotos zu erfahren.


Schnell lässt sich klären, wer vor vielen Jahren den Auslöser betätigte. Eine eingehende Untersuchung liefert jedoch keinen Hinweis auf eine Manipulation des Bildmaterials. So schnell sind die Juniordetektive jedoch nicht bereit aufzugeben. Im örtlichen Zeitungsarchiv setzen die beiden Spürnasen ihre Untersuchungen fort. Was könnte sich an ebenjenem Datum ereignet haben, an dem das Spiel stattfand, dass es sich lohnt, eine aufwendige Fälschung anzufertigen? Tatsächlich kam es am selben Tag zu einem spektakulären Bankraub mit mehreren Verletzten. Bloßer Zufall oder steckt doch mehr dahinter? Jack und Cliff sind fest entschlossen Licht ins Dunkel zu bringen.


Wie bereits bei einigen anderen ihrer Abenteuer werden die beiden Detektive auch dieses Mal eher zufällig in einen neuen Fall verstrickt. Während man dabei oft einen unheimlichen und bedrohlichen Ausgangspunkt für die Handlung wählte, nehmen die aktuellen Ermittlungen auf geradezu harmlose Art ihren Anfang. Ein zufälliger Flohmarktfund entwickelt sich schnell zum Auslöser für einen kniffligen Kriminalfall, der mehr als nur einmal durch unerwartete Wendungen zu gefallen weiß und dabei in bester Tradition von Hörspielklassikern wie „Die drei ??? und der sprechende Totenkopf“ steht.


Vor der Kulisse des pittoresken Küstenstädtchens Seaport entfaltet sich ein Plot mit immer neuen Winkelzügen und Verdächtigen, dem es gelingt, die Spannung bis zum temporeichen Finale aufrechtzuerhalten, ohne dabei an Esprit einzubüßen. Viele Charaktere versauern nicht in der Oberflächlichkeit, sondern gewinnen mit voranschreitender Laufzeit an Tiefe. Die Motivation für das Verhalten der Täter wird nicht in die Kategorien von Schwarz und Weiß verortet, sondern bleibt für den Hörer nachvollziehbar und sorgt so für ein enormes Maß an Plausibilität und Authentizität.


Spätestens mit „Das fatale Foto“ ist es gelungen, eine ähnliche Szenerie für die Abenteuer von Jack und Cliff zu kreieren wie zuvor mit Rocky Beach und „Point Whitmark“. Die Nebenfiguren strahlen etwas Vertrautes und Bekanntes aus. Man bekommt das Gefühl, erneut an einen heimeligen Ort aus der eigenen Vergangenheit zurückzukehren: Die Etablierung eines Sujets, wie sie nur in wenigen Fällen gelingt.


Einen wichtigen Faktor, damit ein solches Vorhaben gelingt, stellt die Musikauswahl dar. Erst dann, wenn sie zu einem Charakteristikum der gesamten Produktion wächst und die Position eines Wiedererkennungsmerkmals einnimmt, ist es gelungen, sich einen Platz in den vorderen Rängen zu erarbeiten – etwas, das spätestens auch jetzt für „Seaport Secrets“ gelten dürfte. Das Sounddesign bleibt zurückhaltend, manchmal geradezu spartanisch, was einigen Szenen durchaus gut zu Gesicht steht, andererseits dürfte es an der passenden Stelle aber ruhig eine Schüppe mehr sein, gerade dann, wenn die Geschichte im Tempo einen Gang nach oben schaltet.


Was zu Beginn noch in weiter Ferne lag ist nun, nach einem guten halben Dutzend Folgen Realität, das Ensemble der Stammsprecher klingt nach einem eingespielten Team und das Zuhören macht mächtig Spaß. Egal ob Robert Braun und Philip Wolf in ihren Rollen als Jack und Cliff oder Aiga Kornemann als Doris Brewster und Verena Schmidt als Mrs. Pringle, hier wird Herzblut vergossen, um die Rollen mit Leben zu füllen. Daneben agieren viele weitere Sprecher auf solidem Niveau und runden den positiven Eindruck ab. Auf die Gefahr hin, sich zu wiederholen: Bitte dringend mehr davon! Wir sehen uns in der Tipsy Cow!
 

# # # Justus Baier # # #
 

Publisher: Pandoras Play
 

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artikel closer s144 rc44© SLAM Media

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