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Second Coming 3

Vater werden ist nicht schwer, Vater eines Superbabys sein dagegen sehr.
Second Coming 3
© Dantes Verlag

„Wenn du jemanden wirklich liebst, dann hilfst du ihm. Dafür hin und wieder gekreuzigt zu werden, das gehört zum Geschäft.“
Jesus


Was beim Lesen des dritten (und hoffentlich nur vorerst letzten) Bands von „Second Coming“ sofort ins Auge springt, ist nicht nur das diesmal durchgehend im gleichen Stil gehaltene Artwork, sondern auch das weitgehende Fehlen superschurkischer Umtriebe, mit denen sich Sunstar bisher stets auseinandersetzen musste. Das liegt vor allem daran, dass Jordan, der im vorangegangenen Sechsteiler geborene Sohn des Helden von Urban City und Sheila, im Laufe der Zeit selbst zu einer Gefahr für seine Mitmenschen heranwächst. Aufgrund seiner sich rasch entwickelnden Fähigkeiten erweist sich selbst Jesus, der nebenbei mit dem Aufbau seiner kleinen Kirchengemeinde beschäftigt ist, als Babysitter des jungen Kraftbündels überfordert.


Bevor Sunstar eine Entscheidung treffen muss, zu der sich kein Elternteil jemals gezwungen sehen sollte, sieht er sich mit der eigenen Kindheit und den damit verbundenen Erinnerungslücken konfrontiert, die eine Reise zurück zum Elternhaus füllen soll. Nicht nur seine und Jesus’ Vergangenheit wird näher beleuchtet, sondern gleich zu Beginn auch jene von Superschurke Cranius, in derselben berührenden Weise, die auch die folgenden fünf Kapitel prägt und in einer weiteren Steigerung von Mark Russells erzählerischer Klasse noch mehr den Charakter einer philosophischen Betrachtung essenzieller (zwischen)menschlicher Fragen annimmt. Die Fusion von Superhelden-Folklore und religiösen Motiven sorgt nicht nur quasi wie im Vorbeigehen für den einen oder anderen Lacher, sondern gibt den Lesenden jede Menge Spielraum für Interpretationen.


So lässt sich der junge Jordan, der noch nicht weiß, wie er seine Macht kontrollieren kann, auch als Metapher für die Menschheit sehen, die (einem) Gott als ihrem Schöpfer gelinde gesagt Kopfschmerzen bereitet. Die Probleme, vor denen sowohl Sunstar als auch Jesus und dessen Vater stehen, sind also äußerst irdischer Natur und von daher mehr als nachvollziehbar. Der Cliffhanger am Schluss von „Dreifaltigkeit“, so der deutsche Titel der dritten Storyline „Trinity“, der eine grandiose Verbindung zu deren Auftakt schlägt, lässt jedenfalls die Hoffnung zu, dass Mark Russell und seine kongenialen Artwork-Mitstreiter Richard Pace, Leonard Kirk und Andy Troy noch eine Fortsetzung kreieren. Wenngleich es zweifellos schwer sein dürfte, das Ganze zu toppen. Absolute Leseempfehlung für Fundis, Ungläubige und alle dazwischen.


# # # Andreas Grabenschweiger # # #
 

Publisher: Dantes Verlag
 

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artikel closer s147 rc45© SLAM Media

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