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Sherlock Holmes 54

Warum entscheidet sich jemand, der mit beiden Beinen im Leben steht, Selbstmord zu begehen, zumal die Auszahlung eines großen Vermögens in Aussicht steht?

Sherlock Holmes 54Alfred Humber ist ratlos! Warum hat sein alter Freund und gleichzeitiger Mandant Mr. Sinclair den Freitod gewählt? Das Umfeld des Verstorbenen zeigt sich bestürzt, nichts in seinem Verhalten deutete darauf hin, dass er plante, seinem Leben ein Ende zu setzen. Hinzu kommt die in wenigen Wochen fällig gewordene Auszahlung einer Lebensversicherung, die Sinclair mit einem beträchtlichen Vermögen ausgestattet hätte. Die Last der Indizien ist jedoch erdrückend und lässt kaum einen anderen Schluss als Suizid zu. Ein fataler Umstand, denn die Versicherungs-Police wäre in diesem Fall nichtig und der nächste Verwandte des Verstorbenen, der junge John Sinclair, ginge leer aus. Humber wendet sich an seinen alten Bekannten Sherlock Holmes, dessen Gemütslage bis dahin einmal mehr an der Abwesenheit eines neuen Falles krankt.


Wie sich jedoch rasch zeigt, kommt neben Selbstmord wenn überhaupt nur ein tragischer Unfalltod infrage. Kann es jedoch sein, dass sich ein erfahrener Toxikologe durch eine Unachtsamkeit vergiftet? Die Ermittlungsbehörden, Mr. Humber und selbst sein treuer Assistent sind davon überzeugt, dass nur diese beiden Möglichkeiten plausibel sind. Sherlock Holmes jedoch verfolgt ganz eigene Theorien und lässt sich dabei nicht in die Karten schauen, denn es gibt immer auch eine dritte Option – das nahezu perfekte Verbrechen.


Was sich in den letzten Folgen immer wieder einmal andeutete, aber nicht weiter ins Gewicht fiel, wird hier erstmalig zum Problem: Die Länge dieses Hörspiels. Den vorliegenden Fall hätte man durchaus mit zehn Minuten kürzerer Laufzeit adäquat erzählen können. Was sollen diese ermüdenden Wortgeplänkel zwischen Holmes, Watson und Mrs. Hudson? Im vorliegenden Fall ist das Wortgefecht weder amüsant noch unterhaltsam, sondern einfach ermüdend.


Der eigentliche Fall erweist sich als durchaus interessant und eines Sir Arthur Conan Doyle absolut würdig. Holmes kann einmal mehr unter Beweis stellen, worin seine großen Stärken liegen, nämlich das nahezu perfekte Verbrechen mit den Mitteln der Deduktion schonungslos offenzulegen. Es macht großen Spaß zu beobachten, wie der große Detektiv von Beginn an seine ganz eigenen Gedanken zu dem ominösen Todesfall verfolgt und den übrigen Protagonisten immer einen Schritt voraus zu sein scheint.


Die Auflösung, was sich tatsächlich im Labor des Toxikologen zugetragen hat, ist jedenfalls eine handfeste Überraschung und so sicherlich nicht zu erwarten. Die Spannung wird konstant hochgehalten, indem immer wieder kleine Details an Bedeutung gewinnen und die Handlung geschickt vorantreiben. Obwohl die Geschichte in großen Teilen die Baker Street verlässt, bleiben die Ermittlungsorte eher blass und bloßes Beiwerk, was sich auch in der spartanischen Geräuschkulisse niederschlägt.


Im Mittelpunkt stehen hier die Dialoge. Immer wieder werden Hinweise und kleine Fingerzeige in die Gespräche eingeflochten und sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Wie immer innerhalb der Serie zählen die geschliffenen Dialoge zu den absoluten Aushängeschildern dieser Holmes-Reihe, hier allerdings mit einer auffallenden Ausnahme: Watson verkommt hier über weite Strecken entweder zum dümmlich anmutenden Stichwortgeber oder aber streut eher bedeutungslose Worthülsen in die Gespräche ein. Dass dies deutlich besser geht, hat man in bereits in vielen Abenteuern der beiden Ermittler unter Beweis gestellt.


Die musikalische Gestaltung ist einmal mehr perfekt auf die einzelnen Szenen abgestimmt und macht über die gesamte Distanz eine gute Figur. Joachim Tennstedt und Detlef Bierstedt tragen das Hörspiel über weite Strecken und agieren dabei wie gewohnt überzeugt als eingespieltes Team. Gleiches kann man uneingeschränkt von Regina Lemnitz als Mrs. Hudson festhalten. Dazu kommen in weiteren Rollen Pascal Breuer, Thorsten Münchow und Thomas Balou Martin, die hier ihr ganzes Können als Sprecher unter Beweis stellen und die jeweiligen Figuren zum Leben erwecken. Ein überaus ansprechender Fall, der durch die Umsetzung leider etwas abfällt, aber dennoch empfehlenswert ist!


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Titania Medien


 

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artikel closer s144 pc6© SLAM Media

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