Fragen, die ungeklärt blieben, bis der Brite zufällig auf ein Stück Papier stieß, das nur wenige sinnlose Wörter beinhaltete. Offenbar ein Code. Hardy übergab das Dokument den vermeintlichen Besitzern, allerdings nicht ohne sich den Code aufzuschreiben. Ein Vorgang, von dem scheinbar jemand Notiz nahm, denn plötzlich fühlte er sich verfolgt. Es ereignete sich ein beinahe tödlicher Unfall und ein Unbekannter heftete sich an Hardys Fersen, selbst dann noch, als er Sherlock Holmes aufsuchte. Dieser ist sich sicher, dass sein alter Freund in Lebensgefahr schwebt und nimmt unverzüglich die Ermittlungen auf. Kann der Meisterdetektiv den Code der Unbekannten knacken und womöglich noch Schlimmeres verhindern?
Züge sind in der Kriminalliteratur ein beliebtes Sujet, nicht nur bloße Kulisse für geniale und manchmal skurrile Verbrechen, sondern auch ein abgegrenzter Ort, an dem ein oft überschaubarer Kreis an Verdächtigen als Täter infrage kommt. Der geschlossene Raum wird hier aufgebrochen, ist aber gleichzeitig die Grundlage für alle weiteren Ereignisse dieses höchst unterhaltsamen Krimi-Hörspiels. Gleich mehrere offene Fragen sorgen von Beginn an für eine gehörige Portion an Spannung. Welches Geheimnis verbirgt sich hinter dem ominösen Code, wer sind die bedrohlich wirkenden Unbekannten und welche Ziele verfolgen sie? Das markiert den Ausgangspunkt für einen abwechslungsreichen Plot, der in einem ungewöhnlichen hohen Tempo vorangetrieben wird und sich zu keiner Sekunde als langweilig erweist.
Dem Markenzeichen des großen Sherlock Holmes kommt in dieser Geschichte jedoch nur zweitrangige Bedeutung zu. Die hohe Kunst der Deduktion findet nur in einem sehr überschaubaren Rahmen statt, denn die Dechiffrierung des Codes erweist sich als leicht und bewegt sich eindeutig unter dem Niveau des Superhirns, wie dessen Chronist an einer Stelle so passend erwähnt. Schön zu beobachten ist, dass wieder einmal politische Motive der damaligen Zeit in einen Kriminalfall eingewoben werden und für ein ungewöhnlich actionreiches Abenteuer des beratenden Detektivs sorgen. Die Soundeffekte sind gut gewählt und sorgfältig an den passenden Stellen arrangiert – nie aufdringlich, aber immer dort zu finden, wo es im Sinne der Handlung dienlich erscheint.
Joachim Tennstedt und Detlef Bierstedt haben mit dieser Folge wieder zu alter Stärke zurückgefunden, waren doch die Auftritte von Dr. Watson zuletzt doch manchmal einigen Schwankungen unterworfen. Hier allerdings gibt es nichts zu mäkeln, beide bewegen sich auf absoluten Toppniveau! Die weiteren Rollen sind allesamt mit Stammsprechern des Labels besetzt, die stets eine Garantie für höchste Qualität verkörpern. Jonas Minthe verleiht dem charmanten Dandy britischer Prägung ein glaubwürdiges Gesicht, Matthias Lühn und Bodo Primus agieren überzeugend als undurchsichtige Fremde. In weiteren Rollen sind Horst Naumann, Reinhilt Schneider, Helmut Zierl und Lutz Reichert zu hören, die einen großen Anteil dazu beitragen, dass auch dieses Hörspiel aus dem Haus Titania die Ohren verwöhnt. Ein gelungener Fall, der keine Wünsche offenlässt.
# # # Justus Baier # # #
Publisher: Titania Medien





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