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Sherlock Holmes 60

Sie gelten als das Traumpaar der englischen Aristokratie. Lady Ranelagh führt eine Ehe wie aus dem Bilderbuch, doch welches Geheimnis verbirgt der Earl vor seiner Gattin?
Sherlock Holmes 60
© Titania Medien

Bei einem zufälligen Restaurantbesuch begegnet Dr. Watson seiner alten Freundin Kitty, die mittlerweile mit dem Earl of Ranelagh verheiratet ist. Statt ausgelassen in gemeinsamen Erinnerungen zu schwelgen, bittet sie Watson um Hilfe. Sherlock Holmes’ treuer Freund und Assistent traut seinen Ohren nicht, was ihm Kitty berichtet. Bis vor wenigen Wochen führte sie eine Ehe wie aus dem Bilderbuch, geprägt von Liebe und gegenseitigem Respekt.


Doch das Vertrauen der jungen Frau ist nachhaltig erschüttert: Der Earl scheint Geheimnisse vor ihr verbergen zu wollen, die er offenbar jedoch mit den dienstbaren Geistern des Hauses – einem verschrobenen Landarzt und seiner nicht weniger merkwürdigen Schwester – teilt. Zudem zerreißen schauerliche Schreie die Nacht und warum wird der Arzt der Familie zum allgegenwärtigen Dauergast? Fragen bleiben unbeantwortet und Kitty schlägt eine wachsende Aggressivität ihres Mannes entgegen. Verbirgt der sonst so liebevolle Earl eine heimliche Affäre vor seiner Frau? Sherlock Holmes’ Interesse ist geweckt. Unter einem gut gewählten Vorwand schmuggelt Kitty ihn und Watson ins Haus. Bald zeigt sich der Meisterdetektiv überzeugt davon, dass es keine Liebschaft ist, die die Familie zu verbergen sucht.


Seit einiger Zeit sind die Geschichten von Herman Cyril McNeile ein fester Bestandteil innerhalb der „Sherlock Holmes“-Reihe von Titania Medien. Viele der bisherigen Veröffentlichungen kann man ohne Umschweife mit dem Etikett „solide Krimikost“ versehen, die hervorragend in den Kanon eines Sherlock Holmes passt. Im vorliegenden Fall gibt es jedoch einige Abweichungen, die „Der zehnte Earl“ einen gänzlich anderen Anstrich verleihen. Mutet das Ganze zunächst wie eine typische Detektivgeschichte an, so schleichen sich zunehmend auch beklemmende Momente in die Handlung ein. Ein ungutes Gefühl einer jungen Ehefrau bekommt zunächst die Anmutung eines womöglich verheimlichten Verbrechens, um wenig später mit einigen Elementen angereichert zu werden, die auch übersinnliche Geschehnisse nicht ausschließen.


Atmosphäre steht hier jederzeit in großen Lettern über dem gesamten Geschehen. Eine vormals heitere und gelöste Stimmung im Haus des Lords wird zunehmend durch wachsende Geheimniskrämerei abgelöst, welche in einen menschlichen Umgang mündet, der von Misstrauen geprägt ist. In dieser vergifteten Atmosphäre werden nun auch noch vermeintlich übersinnliche Aspekte eingestreut. Wer verfolgt welche Interessen? Welches Geheimnis verbirgt die Familie Ranelagh? Treiben vielleicht tatsächlich widernatürliche Kräfte ihr Unwesen? Fragen, welche ein enormes Spannungsfeld erzeugen, dem man sich nur schwerlich entziehen kann und die Erzählung aus den bisherigen Arbeiten des Autors hervorstechen lassen.


Ohne spoilern zu wollen lässt sich diese Story problemlos innerhalb der großen Kategorie der Tragödie verorten, die oft im familiären Umfeld beheimatet ist. Daneben gewährt „Der zehnte Earl“ aber auch einen tieferen Einblick in die sozialen Zwänge des britischen Adels am Ausgang des 19. Jahrhunderts. Erstaunlich, welche Auswirkungen das Ansehen auf alle Belange einer Familie haben kann und welche Konsequenzen daraus erwachsen. Eine klassische Krimigeschichte mutiert letztlich zu einem Hybrid aus Krimi, Gesellschaftsroman und Familientragödie – all das, ohne auch nur einen Zeitpunkt konstruiert zu wirken. Wenn dann auch noch das unheimliche Moment Einzug hält, darf man von einem gelungenen Hörspiel sprechen.


Um Atmosphäre zu kreieren, sind die passenden Soundeffekte ein unerlässliches Werkzeug, das im vorliegenden Fall nicht besser genutzt werden könnte. Von der ersten Minute an schaffen die verwendeten Geräusche eine Untermalung der Dialoge, die ihresgleichen sucht. Neben dem grandiosen Gespann Tennstedt und Bierstedt, das einmal mehr als Holmes und Watson brilliert, sind es die großartigen Stimmen von Jürgen Thormann, Katharina von Keller, Peter Lontzek und Lutz Mackensy, die dieses Hörspiel zu etwas Besonderem machen.
 

# # # Justus Baier # # #

Publisher: Titania Medien
 

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artikel closer s144 rc44© SLAM Media

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