Navi Logo von SLAM alternative music magazine
Promo für aktuelles SLAM Heft
SLAM #145 mit Interviews und Storys zu TRUCKFIGHTERS +++ LONG DISTANCE CALLING +++ MONOLORD +++ ARMORED SAINT +++ THE CAB +++ DON BROCO +++GOOD RIDDANCE +++ POISON RUIN +++ u.v.m. +++ Jetzt am Kiosk!

Sherlock Holmes 61

Die Geschichte von Sherlock Holmes’ jüngstem Klienten klingt in der Tat außergewöhnlich: Wer zahlt ein horrende Summe für die Übersetzung von vier simplen Sätzen?
Sherlock Holmes 61
© Titania Medien

Zunächst klingt alles nach einem kuriosen Scherz, den sich der Unbekannte mit dem ungarischen Geschäftsmann Mr. Ivolsky zu erlauben gedenkt. Doch der Fremde meint es tatsächlich ernst mit seinem Anliegen. Ein wichtiges Geschäft droht aufgrund des Ausfalls eines Dolmetschers zu platzen. Um die Transaktion in kürzester Zeit doch noch abschließen zu können, zeigt sich der Gentleman bereit ein fürstliches Honorar zu zahlen, wenn Mr. Ivolsky einspringt. Der Ungar zögert, schließlich ist er kein Übersetzer, sondern Antiquitätenhändler und angesehener Geschäftsmann. Nach längerem Überlegen nimmt Ivolsky den Job aufgrund der verlockenden Summe an, die übertragene Aufgabe verläuft jedoch gänzlich anders als erwartet. Warum wählt man ein scheinbar verlassenes und abgelegenes Landhaus für die Gespräche? Die eigentliche Arbeit gleicht einem Witz, nur wenige Sätze sollen für einen verschwiegenen Mann übersetzt werden, der zu allem Überfluss auch noch stumm zu sein scheint.


Nach der Erledigung der Angelegenheit zeigt sich der Ungar zutiefst beunruhigt: Wovon ist er soeben Zeuge geworden? In seiner Hilflosigkeit wendet er sich an den großen Detektiv aus der Baker Street und weckt binnen weniger Augenblicke dessen Interesse. Sherlock Holmes vermutet, dass sich Ivolsky in große Gefahr begeben hat und hinter der ungewöhnlichen Geschichte viel mehr verbirgt als auf den ersten Blick angenommen. Gemeinsam mit seinem treuen Freund Dr. Watson setzt er alles daran, das verlassene Anwesen und seine merkwürdigen Bewohner unter die Lupe zu nehmen. Noch ahnt er nicht, dass der Erfolg der Ermittlungen weitaus größere Dimensionen hat als er vermutet. Holmes steht vor einem der größten Fälle seiner Karriere.


Neben den wohl bekanntesten Originalstoffen von Sir Arthur Conan Doyle wie etwa „Der Hund der Baskervilles“ gibt es einige weitere Geschichten, die sich insbesondere in Fankreisen großer Beliebtheit erfreuen. Eine davon dürfte unbestritten „Der griechische Dolmetscher“ sein. „Die Spuren auf der Treppe“ wirkt in weiten Strecken wie eine Hommage an besagte Story des Schöpfers von Sherlock Holmes. Als zentrale Figur fungiert jeweils ein Übersetzer und auch wenn die Ausgangsgrundlage eine andere ist, so gibt es eine große Schnittmenge der Plots. Beide sind im weitesten Sinne im Subgenre der Spionagegeschichte angesiedelt, ebenso steht in beiden Fällen das Schicksal Englands und der britischen Krone auf dem Spiel. Einzig der Meisterdetektiv vermag hier wie dort Schlimmeres zu verhindern.


Als ungewöhnlich erweist sich das hohe Erzähltempo, das sich nur in wenigen Geschichten des Ermittlers wiederfindet, was einem Wettlauf gegen die Zeit geschuldet ist und der Story gut zu Gesicht steht. Obwohl man sich bereits von Beginn an sicher wähnt, dass die Hintergründe für die scheinbar harmlose Übersetzungstätigkeit gänzlich andere sind, gelingt es, die Spannung bis zum Ende aufrechtzuerhalten. Das Finale stellt zudem eine echte Überraschung dar, weicht es doch in einigen wichtigen Belangen vom Standard vieler Holmes-Abenteuer ab.


Das Sounddesign ist altbekannt und weiß auch bei der vorliegenden Episode vollauf zu überzeugen – dezent, aber in allen Belangen authentisch und die jeweilige Situation bereichernd. Über das Gespann Bierstedt/Tennstedt braucht man nicht mehr viele Worte verlieren, hier wird unter Beweis gestellt, was für einen Gewinn eine langfristige Zusammenarbeit darstellt. In weiteren Rollen sind Regina Lemnitz, Helmut Zierl und der omnipräsente Bert Stevens zu hören, die sich allesamt darauf verstehen, eine Produktion auf ein höheres Level zu hieven. „Die Spuren auf der Treppe“ ist ein gelungenes Hörspiel mit deutlich höherem Tempo. Gerne mehr davon.
 

# # # Justus Baier # # #
 

Publisher: Titania Medien
 

************************************************************************

JETZT IM HANDEL:

SLAM #145
  Ab 17.04.2026 am Kioskdirekt im Webshop oder im Abo!

POP CLASSICS #6: MICHAEL JACKSON
Ab 10.04.2026  am Kiosk, direkt im Webshop oder in unserem Amazon-Shop!

SLAM @ Facebook - LIKEN und immer topinformiert sein!

************************************************************************

artikel closer s145 pc6© SLAM Media

Diesen Artikel teilen
Teilen
Regel Nummer eins für den Ronin: Eine Abkürzung kann nicht nur den Weg, sondern auch die Lebensspanne drastisch reduzieren.
So schnell kann’s gehen: Gestern noch die Schulbank gedrückt, heute schon im Weltall unterwegs!
Der ungehinderte Fluss der Magie hat ungeahnte Auswirkungen auf ganz Eternia. Es häufen sich Hinweise auf längst vergessene Artefakte.
Niemand ist stärker als Hulk, oder? Abwarten!
Mit einer besonders grimmigen Fledermaus und einigen vertauschten Rollen starteten Geoff Johns und Gary Frank 2012 die „Earth One“-Fassung des Bat-Mythos.
Ist am Ende doch alles ganz anders? Hält sich der wahre Feind immer noch verborgen und schmiedet seine eigenen Pläne?
Als wäre eine zweite Geheimidentität nicht schon Aufwand genug, bringt der gute DD kurzfristig sogar noch eine dritte ins Spiel.
Eine düstere Stimmung hat den Stammsitz der Ockrams fest im Griff. Der alte Sir Hugh liegt im Sterben.