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Sherlock Holmes Chronicles 80

Gleich zwei neue Fälle warten auf Sherlock Holmes und fordern sein ganzes Können.

Sherlock Holmes Chronicles 80Nach den tragischen Ereignissen an den Reichenbachfällen hält sich Sherlock Holmes unter seiner Tarnidentität Henrik Sigerson in Deutschland auf und wird in Dresden unversehens in einen Kriminalfall verwickelt. Urplötzlich steht ein junger Student gemeinsam mit dem bekannten Detektiv im Mittelpunkt einer Mordermittlung und eines kapitalen Verbrechens, das sich im berühmten Grünen Gewölbe zugetragen hat. Zunächst spricht alles dafür, dass nur die beiden Männer als Täter infrage kommen, doch Sherlock Holmes sieht die erdrückende Beweislast als eine willkommene Abwechslung, um sein großes Talent zu zeigen und führt die Ordnungskräfte langsam, aber stetig auf eine gänzlich andere Fährte, die in vielerlei Hinsicht zu überraschen weiß.


Noch ganz zu Beginn seiner Karriere als Detektiv wendet sich ein ehemaliger Kommilitone an Holmes und bittet ihn um Hilfe in einer sehr delikaten Angelegenheit. Aus dem Tresor von Addletons Arbeitgeber sind eine größere Geldsumme und eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Dokumenten verschwunden. Der Tresor wurde jedoch nicht aufgebrochen, sondern ohne Zweifel mit einem Schlüssel geöffnet – es besitzen jedoch nur drei Personen einen solchen: Der Direktor der Bank, die Firma, die den Tresor anfertigte, und eben Addleton, der alte Bekannte aus Studientagen.


Obwohl keinem der Genannten etwas nachgewiesen werden konnte, bleiben doch eine gewisse Skepsis und Vorbehalte mit Addleton verbunden, deren er sich nun mit Holmes` Hilfe entledigen möchte. Der beratende Detektiv willigt ein und macht sich direkt an die Arbeit. Seine Ermittlungen sind schon bald von Erfolg gekrönt, als man jedoch den Täter auf frischer Tat stellen will, geschieht Ungeheuerliches. Auf einer einsamen Landstraße im Nebel kommt es zu äußerst seltsamen Ereignissen, die den Auftakt zu einem Fall bilden, die Holmes an die Grenzen seiner Vorstellungskraft führen sollten.


Die neuesten Fälle von Sherlock Holmes stehen ganz im Zeichen des Farbkreises, führen doch beide eine Farbe im Titel. Tatsächlich verbindet sie dies auch noch auf einer weiteren Ebene, da die zwei genannten Farben auf mögliche übersinnliche Aspekte verweisen, was jedoch nur für den Letzteren zutrifft. Die Geschichten entstammen übrigens dem von Rolf Krohn verfassten Buch "Die Farben des Verbrechens", deren übrige Erzählungen bereits ebenfalls Einzug in die "Sherlock Holmes Chronicles" gehalten haben. Warum erstmals eine Geschichte mit übersinnlichem Charakter gewählt wurde, erläutert der Produzent ausführlich im Booklet. Auch wenn es die Puristen unter den Holmes-Fans nicht begeistern wird, so passt auch "Das blaue Licht" prächtig in diese hochwertige Reihe.


Eine weitere Verbindung stellt das Fehlen von Sherlock Holmes` treuem Begleiter Dr. Watson dar, was natürlich der jeweiligen Zeit geschuldet ist, in der sich die jeweilige Geschichte zuträgt. In "Der grüne Dunst" geht Dr. Watson davon aus, dass Sherlock Holmes im finalen Duell mit Professor Moriarty den Tod fand, während er in "Das blaue Licht" noch nicht die Bekanntschaft mit ihm gemacht hat. Dies tut den beiden Fällen jedoch keinerlei Abbruch, da sich auch hier schnell Personen finden, die die Lücke des Assistenten adäquat zu füllen wissen. In "Der grüne Dunst" speist sich die Spannung aus der Frage, ob es Sherlock Holmes gelingen wird, den Dresdner Polizeibehörden die Unschuld des Studenten und seiner Person beweisen zu können.


Dabei kommen klassische Elemente zum Tragen, die dafür gesorgt haben, dass Sherlock Holmes zum wohl bekanntesten Detektiv weltweit aufgestiegen ist – kleine Details, die dem normalen Beobachter entgehen, ihn jedoch auf eine vollkommen andere Spur führen und letztendlich die Lösung des Falls liefern. "Der grüne Dunst" ist eine liebevolle Hommage, die bekannte Accessoires der Originalgeschichten aufgreift und in einen Kontext gießt, in dem schon viele Autoren darüber spekulierten, wie Holmes sich eigentlich die Zeit vertrieb, als man ihn für tot hielt. Ein weiterer Pluspunkt ist auch die Berücksichtigung der lokalen Begebenheiten Dresdens zur Zeit von Sherlock Holmes, die hier geschickt in die Handlung integriert werden.


Einen gänzlich anderen Weg wählt "Das blaue Licht". Schon nach einigen wenigen einleitenden Worten von Addleton scheint es Holmes ohne Probleme gelungen zu sein, den Fall zu lösen, und der Hörer wird nun lediglich noch darüber in Kenntnis gesetzt, wie er zu seinen Schlussfolgerungen gekommen ist. Doch urplötzlich und ohne jede Vorwarnung schlägt der Plot eine komplett andere Richtung ein und offenbart einen vollkommen neuen Handlungsstrang, der ebenfalls zu begeistern weiß. Das Unerklärliche bannt sich einen Weg in die rationale Welt von Sherlock Holmes, was einen ganz besonderen Reiz ausübt, allein schon, um zu hören, wie sich ein absoluter Verfechter der Logik dem Einbruch des Übersinnlichen stellt und damit umzugehen versucht.


Insbesondere das Finale ist dabei sehr dicht geraten und schafft es problemlos, die besondere Atmosphäre bis zuletzt aufrechtzuerhalten und das Publikum mit der Frage zu fesseln, ob es dem Meisterdetektiv gelingt, mit dem Leben davonzukommen. "Das blaue Licht" ist ein willkommener Farbtupfer innerhalb dieser Reihe. Die verwendeten Geräusche sind eher zurückhaltender Natur, aber wenn erforderlich absolut überzeugend und im Sinne der Handlung platziert. Die musikalische Bearbeitung ist wie gewohnt von sehr opulenter Natur und schafft es, die besonderen Akzente der jeweiligen Geschichte noch einmal zu verstärken und hervorzuheben.


Wieder einmal wurden viele tolle Sprecher versammelt, doch aus dem Ensemble sticht einmal mehr Till Hagen als Sherlock Holmes hervor. Seine Performance erinnert an Jeremy Brett, dem es wie keinem Zweiten gelungen ist, der Figur seinen persönlichen Stempel aufzudrücken. Hagen stellt mittlerweile unbestritten das Hörspiel-Pendant zur Leinwandversion von Brett dar. Es ist einfach ein Genuss, seine Auftritte als oftmals arroganter und leicht spöttischer Holmes zu verfolgen.


Detlef Bierstedt und Tim Knauer fällt in den jeweiligen Geschichten die Rolle des Assistenten zu und sie schaffen es ohne Probleme, die Lücke zu schließen, die das Fehlen des berühmten Dr. Watson für den einen oder anderen hinterlassen haben mag. Santiago Ziesmer zeigt sich hier in einer seiner viel zu seltenen ernsten Rollen und wirft erneut die Frage auf, warum dies nicht viel häufiger geschieht. Dazu gesellen sich die bekannten Stimmen von Helmut Krauss, Boris Tessmann, Torsten Sense und vielen weitere, die Folge 80 zusätzlichen Glanz verleihen.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: WinterZeit




 


 
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