Filmfans mit einer gewissen Comic-Affinität dürfte der Silver Surfer kein Unbekannter sein, feierte er doch erst 2007 sein Leinwand-Debüt in "Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer". Da der Film eher durchwachsene Kritiken erntete, ist zum jetzigen Zeitpunkt fraglich ob der geplante Spin-off um den silbernen Helden Realität werden wird.Norin Radds Alter Ego ist jedenfalls ureigenster Bestandteil der Marvel-Mythologie und entstand 1966, in einer Zeit als die beiden legendären Kreativgenies Stan "The Man" Lee (Texte) und Jack "The King" Kirby (Zeichnungen) vor revolutionären und innovativen Ideen nahezu überquollen. Eingeführt wurde der hierzulande vom legendären BSV Verlag (Bildschriftenverlag) den Lesern als "Silberstürmer" präsentierte Surfer in "Fantastic Four" Nr. 48. Als Preis dafür, dass der gigantische Weltenverschlinger Galactus seine Heimat Zenn-La verschonen würde, verpflichtete er sich fortan als sein Herold Ausschau nach neuen Planeten zu halten.
Ausgestattet mit einer silbernen Gestalt, außergewöhnlichen kosmischen Kräften und einem Surfboard-artigem Gerät für intergalaktische Reisen, war der Silver Surfer für seinen Meister unterwegs, gegen den er schließlich mithilfe der Fantastischen Vier erfolgreich rebellierte. Neben Gastauftritten in anderen Heftreihen erschienen mehrere Volumes seiner eigenen Comic-Serie und im Fernsehen die von Rough Trade jetzt veröffentlichte Zeichentrickserie von 1998, die es allerdings aufgrund von Differenzen zwischen Marvel und der Produktionsfirma Saban Entertainment nur auf eine Season mit 13 Episoden gebracht hat.
Den Auftakt macht ein Dreiteiler mit der klassischen Origin-Story, die entgegen der Comic-Vorlage ohne die Superhelden-Kollegen von der Erde auskommt. Im Verlauf der weiteren Folgen begegnen wir mit dem zerstörerischen Thanos und seiner Geliebten Death, Ego dem lebenden Planeten sowie den verfeindeten Rassen der Skrull und Kree vielen bekannten Charakteren aus dem intergalaktischen Stammpersonal der Marvel Comics.
Die Animationen sind insgesamt solide ausgefallen und fügen sich im Gegensatz zur ansonsten makellosen "Spider-Man"-Zeichentrickserie einige Jahre zuvor gut in die eingebauten 3D-Sequenzen ein. Ein Wehmutstropfen ist dann allerdings die letzte Folge, die mit einem Cliffhanger und dem scheinbaren Tod des Silver Surfers im Kampf gegen Galactus endet. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei den beiden Silberscheiben der DVD-Box um ein kleines Juwel im Marvel-Katalog, das durchaus eine Betrachtung verdient.
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