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SLAM exclusive: SONDASCHULE – Eine Weihnachtstour-Story...

Der Schnee fällt leise gen Boden und hüllt die Städte in ein weißes Gewand. Es duftet nach Glühwein und Knoblauch-Champignons, bunte Lichter und Kerzen dringen mit ihrem warmen Licht in die Herzen der Menschen. Man bekommt Geschenke, die Mist sind und später umgetauscht werden und es wird so viel gegessen, dass man tagelang unter derbem Brechreiz zu leiden hat. Alle sind freundlich und voller Nächstenliebe, man ist hilfsbereit und keiner flucht oder benutzt Schimpfwörter. Ja, es ist Weihnachten. Happy Birthday, Jesus!

Ich hielt Bambi im Arm und aß gerade genüsslich einen Bratapfel, als mich ein Gegenstand am Kopf traf und mich jäh aus meinem Traum riss. Wo bin ich? Fledermausland? Dann blickte ich in die hässlichen Fratzen von Herrn Cannabis und Chemokeule und mir wurde schlagartig klar, wo ich mich gerade befand. Ich saß sabbernd im Tourbus. Acht Idioten, eine Mission: Christkind, wir wissen wo dein Auto steht!

23.12. Düsseldorf (c) SONDASCHULE / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
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Wir schrieben den 19.12.2008 und Rüsselsheim bildete den Auftakt der neun Konzerte umfassenden Tour. Wir hatten uns extra einen besonders schönen Bus gemietet. An Bord gab es eine Spielekonsole und die Möglichkeit DVDs zu gucken. Allerdings guckten wir in die Röhre, weil wir weder Spiele noch Filme dabei hatten. Egal! Wir waren heiß und das Bier war kalt. So waren wir zwar gezwungen miteinander zu reden, es war aber nur halb so schlimm, weil man beim Trinken ja nicht sprechen kann. Außerdem vergisst man nach einigen Flaschen eh eine Sekunde später, was der andere gesagt hat. Super, so hat man immer Gesprächsstoff und kann über alte Witze lachen!

23.12. Düsseldorf (c) SONDASCHULE / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
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Die Fahrt war auf jeden Fall feuchtfröhlich, was zur Folge hatte, dass ich mich ab einem bestimmten Zeitpunkt an nichts mehr erinnern kann. Ein Spitzen-Tourauftakt! Ich habe aber über jemanden erfahren, der jemanden kennt, dessen Schwester die Bekannte von einem Kollegen ist, dessen Kuseng mit jemandem geredet hat, der die Ex-Freundin seines Nachbarn hat sagen hören, dass der Dirk gesagt hätte, die Jaqueline fand das Konzert total toll. Na, dann ist ja alles in Butter!

Am nächsten Morgen ging es mit leichtem Gehirnbrand in Richtung Paderborn. Dort trafen wir auf unsere Freunde von MONTREAL und MOFA. Die Wiedersehensfreude musste erstmal mit leckerem Chucky-Lucky begossen werden. Die ausverkaufte Kulturwerkstatt schwitzte und tanzte; genauso kennen wir Paderborn! Mitten in dem ganzen Remmi-Demmi kam plötzlich ein Segguriti-Mensch auf die Bühne, ruderte hektisch mit den Armen (das erinnerte mich doch stark an die Warm-Up-Party bei "Rock Am Ring", als das Konzert unterbrochen werden musste, weil eine Bodenplatte kaputtgetanzt wurde). Erst dachte ich, das gehöre zur Show und der zieht sich gleich nackich aus, stattdessen krakeelte der immer was von einem Feueralarm. Das End vom Lied war, dass wir alle den Saal aus gesundheitlichen Gründen (von Feuer kann man sterben!!!) verlassen mussten.

22.12. Berlin (c) SONDASCHULE / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
28.12. Rostock (c) SONDASCHULE / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
28.12. Rostock (c) SONDASCHULE / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Also sind wir raus und feierten mit den Leuten einfach draußen in der Scheißkälte weiter. Nach einigen Minuten durften alle wieder rein und es konnte weitergehen, denn es war natürlich falscher Alarm (ich persönlich glaube ja, dass Chemokeule unbedingt unter einem Feuermelder eine fette Havanna rauchen musste, um zu testen, ob das Ding auch funktioniert. Wegen der Sicherheit und so.). Ein tolles Erlebnis für alle, vor allem, weil die Grippe, Bronchitis, Lungenentzündung, Gicht (warum sind alle Krankheiten eigentlich immer femininum???) sich erst einige Tage später bemerkbar machen sollten. Doch an diesem Abend war alles scheißegal.

27.12. Münster (c) SONDASCHULE / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
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Nach zweitägiger Pause ging es dann nach Berlin. Trinkteufel, wir kommen! Aber vorher war ja noch die Show im SO36. Erst der Spaß, dann das Vergnügen! Mit von der Partie waren wieder die Jungs von MOFA und DER DICKE POLIZIST. Wir haben ja schon öfter in Berlin gespielt, das war aber für mich persönlich das schönste Konzert. Lag wahrscheinlich an Trötes dämlichem Dauergrinsen. Im Trinkteufel gab es dann jede Menge Mexikaner zu trinken. Wir haben quasi eine "Mexikanische Nacht" gefeiert, nur ohne Kakteen und Sombreros. Irgendwann wurden wir dann aus der Bar gefegt und sind im Sonnenaufgang zur Tanke gelaufen. Das Aufstehen kurze Zeit später war schon physischer und psychischer Schmerz, aber wir mussten weiter nach Düsseldorf ins Zakk.

Im Backstage war es ungewohnt ruhig, weil alle doch irgendwie noch ziemlich verstrahlt waren. Doch als dann die ersten Töne von "Soundtrack Deines Lebens" aus den Boxen kreischte, war die Müdigkeit vergessen! Wenn die Leute tanzen, pogen und die Texte mitgrölen, will man einfach nur zusammen Spaß haben. Es war mal wieder ein toller Abend in Düsseldorf! Im Anschluss sind wir alle besinnlich nach Hause gefahren, denn schließlich war ein Tag später ja Weihnachten. Ho! Ho! Ho!

27.12. Münster (c) SONDASCHULE / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
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30.12. Bamberg (c) SONDASCHULE / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Am 2. Weihnachtstag ging es dann weiter und es folgten fünf Termine in Folge. Los ging es in Magdeburg im Blow Up. Die halbe Band war Grippekrank und zum Glück konnte man sich auf der kleinen Bühne nicht großartig bewegen. Ich war das ganze Konzert damit beschäftigt herauszufinden, ob die Person, die genau vor mir tanzte, wirklich so große Brüste hatte, denn der Oberlippenbart, die fettige Mähne und die Art und Weise des Bierkonsums passten irgendwie besser zu `nem fetten Heavy-Metal-Freak. Ich weiß es nicht. Entweder die Frau war nicht so richtig attraktiv oder Männer bekommen vom Heavy-Metal-Hören Brüste. Mein Gehirn war jedenfalls anschließend so geschädigt, so dass ich sofort ins Bett musste, um meine Festplatte zu löschen.

22.12. Berlin (c) SONDASCHULE / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
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Am nächsten Morgen konnte ich mich nicht mehr an gestern erinnern (so wie immer) und alles war gut. Als Costa beim Mittagessen bei McDonalds eine Gratis Apfeltasche gewonnen hatte, wussten wir: das wird ein toller Tag! Heute liebt ER uns! Didi setzte den Bus in Bewegung und einige Partien Fifa später waren wir auch schon in Münster. Die Sputnikhalle war rappelvoll. Irgendwie sind bei uns die Sicherungen durchgeknallt und wir konnten nicht anders, als einem niederen Trieb zu folgen: tanzen. Das war wirklich eine tolle Party. Als Tröte und Chris auf der Menge um die Wette schwammen, war klar: Hier mach ma Urlaub! Vollpension und Zimmer mit Meerblick. Geiles Münster!

Nach einer durchfieberten Nacht gab es erstmal ein gesundes Frühstück, um wieder auf die Beine zu kommen: gebratenen Speck, Frikadellen und Krossengs mit Marmelade. Kirschgeschmack natürlich! Hätte Fickü mal lieber was gegessen. Der musste nämlich zu Hause bleiben und konnte nicht mit nach Rostock. Die Grippe hat sich in sein Gehirn gefressen und wir brauchten nur einen Tag abzuwarten, bis sie verhungert war. Zum Glück hat unser Manager Flo große Ähnlichkeit mit Fickü, ist gleichzeitig ein riesiges Basstalent und so konnten wir das Rostock-Experiment  starten. Völlig ungeprobt auf die Bühne und wenn man sich verspielt, so tun, als wäre es gewollt. Ach ja… und tanzen… zur Ablenkung. Wat soll ich sagen... es hat geklappt. Entweder lag es daran das wir das erste mal in Rostock waren, oder sie haben auch nur zur Ablenkung getanzt!?

27.12. Münster (c) SONDASCHULE / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
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Nachts ging es dann direkt nach Hause, denn als nächstes stand Oberhausen auf dem Kalender. In der Heimat zu spielen ist natürlich immer was ganz besonderes. Das Altenberg war schon länger ausverkauft und wir freuten uns schon auf das Konzert. Vor lauter Freude wollten wir die Leute schön verwirren und sind als TOMTE auf die Bühne gekommen. Wir sahen original so aus, wie irgendwelche Ohrfeigengesichter, denen man morgens in der Schule das Kakaogeld abnimmt. Wie TOMTE halt.

30.12. Bamberg (c) SONDASCHULE / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
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Mit dem Intellecktuellen-Song "Nur Weil Ich Dich Mag", der recht tragend daherkommt, schauten wir in viele fragende oder pfeifende Gesichter. Mit dem nächsten Lied haben wir aber unsere Tarnung quasi verraten, weil plötzlich keinerlei inhaltlicher Anspruch an die Musik mehr vorhanden war. SONDASCHULE halt.

Spätestens, als wir mit unseren Supra-Helden-Kostümen zur ersten Zugabe erschienen, waren alle Zweifel ausgemerzt. DAS ist nicht TOMTE. Wir sahen so aus, wie eine Mischung aus GWAR und den VILLAGE PEOPLE. Nach zwei Stunden Ramba-Zamba ging es dann am Bierstand weiter, solange bis eine freundliche Stimme mal wieder sagte: "Bitte verlassen Sie unsere Lokalität. Wir schließen jetzt." Naja, nachher ist schon morgen, morgen ist ja schon gleich.

29.12. Oberhausen (c) SONDASCHULE / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
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Eine Station stand noch auf Plan: Bamberg, Live-Club. Es war ja zugegebenermaßen hart, sich noch mal auf den Weg zu machen, aber zu Hause sollte ich den Müll raus stellen. Phhh, da sitz ich doch lieber im Tour-Bus. Also, auf nach Bayern! Nachträglich kann ich nur sagen: der Weg hat sich gelohnt! Der Live-Club war voller vergnügungssüchtiger Menschen, die sich ausgelebt haben. Großartig! Nach dem Konzert gingen wir alle auf dem Zahnfleisch, eine Tour-Abschlussparty auf dem Hotelzimmer von MOFA ließen wir uns aber nicht nehmen. Irgendwann später ging es dann in das eigene, schön saubere Zimmer. Ich fiel ins Bett und während ich einschlief, überlegte ich, welche Weihnachtsgeschenke ich wohl umtauschen sollte...

###Costa Cannabis###

28.12. Rostock (c) SONDASCHULE / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
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