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Sweet Home 1 & 2

Save the date: „3. Oktober – Beginn der Monsterisierung der Menschheit“!
Sweet Home 1
© Carlsen Verlag

Nur kurz nach dem dritten und letzten Band des Serienkiller-Dramas „PIGPEN“ hat Carlsen (wiederum über sein Sublabel C Lines) ein weiteres Werk des südkoreanischen Horrorprofis Carnby Kim vorgelegt. Als motivierend für die Veröffentlichung in unseren Breiten dürfte sicherlich auch die darauf basierende Netflix-Adaption gewirkt haben, schließlich nimmt jede Marketingabteilung solche crossmedialen Steilvorlagen dankend an. Dass die erste von insgesamt drei Staffeln der Adaption jedoch ausgerechnet im Dezember 2020 und damit wenige Monate nach Beginn der Corona-Pandemie startete, ist wahrlich eine Ironie der (Popkultur-)Geschichte. Die eigenen vier Wände scheinen nämlich auch in „Sweet Home“ am sichersten zu sein, zumindest bis der zum grauenhaften Monster mutierte Nachbar vor der Tür steht und Einlass begehrt.


Gerade erst hat Hyeonsu Cha ein Apartment in einem Wohnblock bezogen, da wird dieser von der Außenwelt abgeriegelt. Als wären die gleichermaßen unheimlichen wie tödlichen Vorgänge, deren Ausmaße aufgrund seiner eingeschränkten Kommunikation mit der Außenwelt erst langsam zu ihm vordringen, für psychisch einigermaßen gefestigte Menschen nicht ohnehin schon eine Belastung, sind die Hürden für den Teenager, die Wohnung zu verlassen, ungleich höher: Als Opfer von massiven Mobbing in der Schule zurückgezogen lebend und seit kurzem wegen eines tragischen Autounfalls zur Vollwaise geworden, lautet Hyeonsus Plan eigentlich, sich an einem bestimmten Tag umzubringen. Da es bis dahin aber gilt, zumindest das Vorhandensein von Lebensmitteln zu gewährleisten, muss er sich in die Flure wagen. Dort treiben sich bald bizarre Mutationen herum, die ebenfalls auf Nahrung aus sind. Menschliche Nahrung in diesem Fall.
 

Sweet Home 2
© Dantes Verlag

„Sollten Sie Symptome haben, bringen Sie sich bitte einfach selbst um. Ihre Existenz könnte andere um sie herum gefährden.“ Unter anderen Umständen hätte unser Protagonist diesem Ratschlag eines Blogs zur „Monsterisierung“ der Menschheit sicherlich schon Folge geleistet – doch dann findet sich mit der letzten Episode eines Animes, die er zuvor noch sehen will, ein unverhoffter Grund, um noch durchzuhalten. Nach einer überstandenen Monsterattacke in den eigenen vier Wänden rafft er sich auf, um zwei Kindern zu helfen, die soeben ihren Vater verloren haben. Die in den beiden ersten Bänden versammelten Kapitel des von Youngchan Hwang tadellos gezeichneten und in Rot- und Sepiatönen gehaltenen apokalyptischen Kammerspiels in der Enge eines Wohnblocks lassen sich jedenfalls in puncto Pageturner-Qualitäten nichts zuschulden kommen.
 

# # # Andreas Grabenschweiger # # #
 

Publisher: Carlsen Verlag
 

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artikel closer s147 rc45© SLAM Media

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