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The Black Parade in Köln

03.04., Köln.

ca. 300 meist gänzlich in schwarz herausgeputzte MY CHEMICAL ROMANCE-Fans bezogen hinter einem eigens für diesen Nachmittag organisierten Spielmannszug Stellung.
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Die Domstadt hat sicher schon etliche Umzüge gesehen, Straßenfeste gefeiert und Menschen verschiedenster Couleur über kurz oder lang beherbergt. Doch was sich an diesem recht sonnigen Tag in der Innenstadt zusammenbraute war selbst für erprobte Rosenmontagsumzügler eine Überraschung.

„Hamburg wollte uns die Parade nicht erlauben weil es ja Promotion für die Band
wäre. So etwas würde dann sehr viel Geld kosten. Dasselbe war bei Berlin der
Grund für die Absage. Köln ist also die einzige coole Stadt in diesem Land…“
berichtet Mitorganisatorin und Die- Hard- Fan Ulrike Weidemüller über die im Vorfeld zu bewältigenden Probleme.

Die groß angelegte Fanaktion, bei der Fans quasi zum Teil des von MY CHEMICAL ROMANCE erschaffenen Alter Egos THE BLACK PARADE werden konnten, war bereits frühzeitig im Internet angekündigt. Kein Wunder also dass Schätzungen zufolge ca. 300 meist gänzlich in schwarz herausgeputzte Fans hinter einem eigens für diesen Nachmittag organisierten Spielmannszug Stellung bezogen. „Den hat Marianne (Esser, Anm. d. Verf.) organisiert. Anrufen, nachfragen, Zusage bekommen. Ganz einfach…“

Doch zunächst hieß es den teils strengen, teils spöttischen aber dann doch überwiegend positiv- interessierten Blicken vorüber ziehender Passanten stand zu halten. Nicht wenige machten Fotos ob des seltsamen Aufgebots oder fragten die anwesenden Ordnungskräfte was es mit diesem dunklen Völkchen auf sich hat.

„Die Reaktionen waren eigentlich ziemlich positiv, wir wurden auch von ein
paar Papas angesprochen die gefragt haben ob wir noch Ballons haben für ihre
Töchter, weil die auch Fans sind. Sicherlich gibt es den einen oder anderen
komischen Blick wenn auf einmal ein paar hundert schwarz gekleidete Kids mit
Schildern und Ballons irgendwo auf einem Haufen stehen, aber das wird
einfach ignoriert. Viele Leute sind stehen geblieben und haben uns
zugeschaut.“


Sowieso punkteten die Organisatorinnen mit diesem gewissen Quäntchen Eigenhumor und Augenzwinkern. Beim Eintreffen des Spielmannszuges gab es die letzten Instruktionen, wobei von der Polizei verfügt wurde dass nicht geraucht oder Alkohol getrunken werden darf, was Ulrike auch prompt dem anwesenden Mob verkündete. „Benehmt euch einfach als wären Eure Mammis dabei!“ ruft Ulrike und konnte sich ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen. Sicher, viele der zumeist weiblichen Fans sind noch Teenager oder diesem Lebensabschnitt gerade erst entwachsen.

Die anwesenden Journalisten, Eltern und Musikbegeisterten analysierten derweil was es mit der Band MY CHEMICAL ROMANCE auf sich haben könnte, was Emo eigentlich wirklich ist und wo die Fans bei der ganzen Sache stehen. Vielleicht ist es schlichtweg der Spaß am irgendwie Außergewöhnlichen, das Underdog- Image schwarz gekleideter Jungspunde oder die Faszination des überschwappenden Pathos der als letzte Instanz der Selbstvergewisserung erscheint? Wer weiß das schon.

Nach ein wenig Plauderei, unbeantworteten Fragen sowie Schilder – und Ballonverteilung marschierte die ganze Bagage vom Spielmannszug angeführt, welcher unablässig „Welcome To The Black Parade“ posaunt, durch die Stadt. Erst jetzt offenbart sich wie viele Fans tatsächlich aufgekreuzt sind. Wie eine lange, schwarze Schlange zogen die MY CHEM- Fans gesittet durch Kölns Innenstadt vorbei an Geschäften, Denkmählern und immer noch staunenden Passanten. Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass eine Band froh sein kann so viel Fanunterstützung zu bekommen. Wenn die Stimmung am Abend beim Konzert auf der anderen Rheinseite nur halb so gut war (und das war sie Berichten zu folge) – Aber Hallo.

Nach ca. einer halben Stunde Marsch durch die Stadt kam der Zug in Domnähe zum stehen und ein letztes Mal trompeteten die Geschunden Lippen was das Metal hergibt. Kurz darauf, nach ein paar Danksagungen und Liebesbekundungen löste sich die Black Parade entspannt in viele kleine schwarze Grüppchen auf welche wiederum gespannt dem Konzert entgegenfieberten.

Alles in allem bleibt dieses „kleine“ Special eine schöne Besonderheit, ob man die Band nun mag oder nicht und mit der zur Schau gestellten Ästhetik etwas anfangen kann. Erstaunlich ist auch die Tatsache mit wie viel Elan und Begeisterung die Fans von MY CHEMICAL ROMANCE dieses Event vorbereitet und durchgeführt haben.

Wer weitere Informationen zur Black Parade in Köln sucht oder einfach wissen will was die deutschen Fans sonst noch so im Petto haben sollte www.demolitionlovers.de und/ oder www.mychemicalromanceforum.de besuchen.

Sebastian Kötz

Bilder: Event-Galerie
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