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THE BLOOD BROTHERS – 12.04.2005, FLEX (WIEN)

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bloodbr2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAls die Blutsbrüder vor fast einem Jahr das letzte Mal das Flex beehrten, waren sie noch als Support Band von den LIARS unterwegs. Damals stellten sie ihr gefeiertes Major Debüt „…Burn, Piano Island, Burn“ vor, damals stahlen sie dem Hauptact die Show. Ca. ein Jahr später sind sie zurück, mit einem neuen Album im Gepäck und einem fast ausverkauften Flex vor sich, da bleiben einige Fragen ungeklärt: Wie erging es den Brüdern nach ihrem Major Erfolg? Kann das neue Album live an das Alte anknüpfen, es sogar übertrumpfen? Geändert hat sich in diesem Jahr nicht sonderlich viel – die Songs wurden vielleicht etwas eingänglicher, „more solid“, verloren aber nichts an ihrer Brachialgewalt und ihrem musikalischen Zerstörungstrieb. Der Soundcheck wird noch persönlich gehandhabt und das Merch wird auch noch zum Grossteil von den Jungs höchstpersönlich an die Frau bzw. den Mann gebracht. Punkt 21:00 Uhr legt der Seattle Fünfer los und ackert in einer guten Stunde durch den Großteil des neuen Albums „Crimes“ gepaart mit Auszügen aus „…Burn, Piano Island, Burn“, „This Adultery Is Ripe“ und „March On Electric Children“. Das Shouter-Duo Blilie/Whitney kreischt, was die Stimmbänder hergeben, Schlagzeuger Mark Gajadhar beherrscht sein Schlagzeug wie kaum ein anderer und spielt mit einem dermaßen eigenwilligen Stil, dass einem Musikfan das Herz höher schlägt. Der Gitarrensound kann Metall zerschneiden, der Bass groovt und legt zusammen mit dem Schlagzeugsound eine sphärische Fassade, die in der nächsten Sekunde wieder niedergerissen wird. Ein Song peitscht den nächsten, auch Keyboard und Chaos-Pad kommen diesmal vermehrt zum Einsatz. Pausen gibt es fast keine und wenn, dann nur um nach wenigen Sekunden verschnaufen wieder loszulegen als gäbe es kein Morgen. Die ersten fünf Reihen geben sich auch der totalen Ekstase der Songs hin und pogen was das Zeug hält. Kommuniziert wird hauptsächlich über die Musik, Ansagen sind spärlich gesät, und wenn, dann wird als Gegenleistung für das Dargebotene „Free Pizza!“ verlangt. Nach einer guten Stunde ist der Spuk auch schon wieder vorbei, zurück bleiben verschwitzte Leiber und manch einer fragt sich wo die “ Hits“ „Ambulance Vs. Ambulance“ und „Every Breath Is A Bomb“ blieben. Die wurden den Flexern vorenthalten und das ist vielleicht auch gut so, denn dadurch stellen sich die BLOOD BROTHERS nicht auf die Stufe einer Fucking’s-Greatest-Hits-Band. Diese Band macht, was sie will, hat Mut zur Lücke, zurück bleibt ein leichtes Ohrensausen und ein Gefühl etwas ganz Großes erlebt zu haben.„So doctor won’t you pull the fucking plug? Won’t you cut the chord?”


Wolf Dieter Becvar
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