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The Border 2

Niemals hätte Abraham es für möglich gehalten, dass jenes Phantom aus seiner Kindheit zurückkehren würde, um seine abstruse Forderung nach so langer Zeit nun doch einzufordern.

(C) Imaga/WortArt / The Border 2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEndlich wieder Hoffnung. Nachdem der kleine Abraham mehrere Jahre durch eine nicht näher zu diagnostizierende Krankheit ans Bett gefesselt war, keimt wieder Hoffnung in seinem kleinen Körper. Seit einigen Tagen erhält der Junge nachts Besuch von einem Fremden,  der ihm verheißungsvolle Versprechungen macht. Im Tausch gegen das Leben seines Erstgeborenen ist der unheimliche Besucher bereit, dem Kind wieder das Laufen zu ermöglichen. Welcher Siebenjährige würde lange zögern und den Vorschlag des Unbekannten ausschlagen? Schließlich liegt die vermeidliche Gegenleistung weit in der Zukunft. Doch die Zeit vergeht schneller als vermutet.


Abraham hat die Ereignisse in seiner Vergangenheit fast vergessen, als kurz vor der Geburt seines Sohnes der Fremde zurückkehrt und seinen versprochenen Lohn einfordert. Sollte sich Abraham nicht an die getroffene Abmachung halten, würde er blutige Rache an ihm und seiner Familie nehmen. In seiner Verzweiflung wendet sich der junge Mann an Victor Burke, einen Spezialisten für außergewöhnliche Fälle. Dieser offenbart die wahre Identität des nächtlichen Besuchers und wie groß die Gefahr tatsächlich ist. Gemeinsam nehmen Abraham und Victor den Kampf gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner auf.


Die neue Serie von Oliver Döring bleibt auch mit der zweiten Folge eine Wundertüte hinsichtlich dessen, was man inhaltlich erwarten darf. Entführte die erste Episode den Hörer noch in ein Szenario, das die heimtückische Gefahr der Genmanipulation auf plastische Art näher brachte, erwartet einen nun eine Gruselgeschichte eher klassischer Prägung aus dem viktorianischen London.


Auf raffinierte Winkelzüge oder Nebenschauplätze wird komplett verzichtet. Die Handlung wird auf direktem Wege vorangetrieben, wobei die Jagd nach dem im Verborgenen lauernden Vampir einen großen Teil der Geschichte ausmacht. Als Orientierungshilfe und Verbindungsglied zwischen den einzelnen Sequenzen agiert ein Erzähler, eine Rolle, die erneut Joachim Kerzel zufällt, der über eine äußerst markante Stimme verfügt und vielen noch als Synchronstimme von Jack Nicholson im Gedächtnis geblieben sein dürfte. Auf ausufernde Dialoge und lange Beschreibungen wird zugunsten eines hohen Actionanteils verzichtet, sodass die gut 50 Minuten wie im Flug vergehen.


Am Ende entpuppt sich "Der Pakt mit dem Tod" als konventionelle Horrorgeschichte, die einmal mehr eine der bekanntesten literarischen Figuren des Gruselgenres bemüht, den Vampir. Wie eigentlich aus all seinen Produktionen bekannt, so setzt Döring auch hier auf überraschende Schockeffekte, um den Freunden der gepflegten Gruselunterhaltung eine amtliche Gänsehaut auf den Rücken zu zaubern. Neben diesen Schockmomenten kommen Geräusche eher zurückhaltend zum Einsatz, mit Ausnahme der Actionszenen, die mit sehr bildhaften Effekten unterlegt wurden.


Vor dem Mikrofon versammelt sich bei "Der Pakt mit dem Tod" eine recht kleine aber feine Schar verdienter Hörspielsprecher, um die Produktion mit Leben zu füllen. Die beiden weiblichen Hauptrollen übernehmen Antje von der Ahe und Anja Stadlober, die sich bereits für ihre Synchronarbeit bei vielen Serien und Filmen ausgezeichnet haben und auch hier nichts anbrennen lassen und ihr Können unter Beweis stellen. Bei den männlichen Hauptrollen konnte man drei absolute Schwergewichte verpflichten, die mit ihren Stimmen jeder Produktion ihren Stempel aufdrücken.


Dietmar Wunder, der vielen als Stimme von Daniel Craig geläufig sein dürfte, übernimmt die Rolle des verzweifelten Abraham. Udo Schenk, jener Mann der bereits Hunderten von Fieslingen seine Stimme überließ, darf hier ausnahmsweise einmal eine Hauptrolle aus dem Lager der Helden übernehmen und macht auch in dieser Funktion eine gute Figur. Und schlussendlich Joachim Kerzel, der es allein mit seiner dunklen Stimme schafft, Gänsehaut zu erzeugen, übernimmt den Part des Erzählers und schwört den Hörer auf die folgenden finsteren Momente ein.


Verließ die Pilotfolge noch die ausgetretenen Pfade des Genres und begeisterte mit einem originellen Plot, kehrt "Der Pakt mit dem Tod" in konventionelles Fahrwasser zurück und offeriert dem Hörer eine gute Gruselgeschichte, die allerdings hinter den inhaltlichen Qualitäten des Auftakts zurückbleibt. Auf produktionstechnischer Seite beweist Oliver Döring einmal mehr, warum er zu den ganz Großen seiner Zunft zählt. Man darf gespannt sein, welche Art des Horrors die dritte Folge ins Rampenlicht zerren wird.


 
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Publisher: Imaga/WortArt




 


 
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