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SLAM #112 mit Interviews und Storys zu MASSENDEFEKT +++ EISBRECHER +++ HATEBREED +++ SEVENDUST +++ ACE FREHLEY +++ IDLES +++ TOUCHÉ AMORÉ +++ FATES WARNING +++ u.v.m. +++ plus CD mit 15 Tracks! Jetzt am Kiosk!

THE EDITORS

02.02.06, FLEX (WIEN)
editors2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEs ist eng, sehr eng. Wahrscheinlich ist es auch heiß, aber wenn man gerade von Minusgraden und Wind draußen kommt, merkt man das noch nicht so. Und auch wenn rund herum alle schimpfen oder einem ins Ohr pfeifen und auch wenn man kaum Platz hat, um sich an der Nase zu kratzen und auch wenn man gerade die Vorband verpasst hat und die Umbaupause ewig zu dauern scheint, vorerst ist man einmal froh, drinnen und nicht draußen zu sein. Und dann stehen sie plötzlich auf der Bühne und Tom Smith schrammelt schon los, ohne Vorwarnung, Sprung ins kalte Wasser. Das erste Lied ("Lights") würde noch ein wenig körperlos wirken, weil Sound noch nicht ganz perfekt und fast akustisch, aber – Charisma. Ich gebe euch ein Wort, das ist Charisma. Genauer das von Herrn T. Smith: Wie er da steht, mit dieser „Edward Norton in Fight Club“-schlaksigen Figur im grauen Pulli, händeringend, sich krümmend, quasi nur an einem Punkt befestigt, nämlich dem Mikrophon, und dazwischen immer gleichzeitig erwartungsvoll und ängstlich in die Menge schaut, das ist Gold wert. Das und natürlich die Stimme, die mich zwar an mindestens zwei andere Stimmen erinnert, aber doch hier, jetzt, mit diesem Klangcocktail alle für sich gewinnt. Mich haben ja die EDITORS immer an COLDPLAY vs. INTERPOL erinnert, die eine Band finde ich nett, aber belanglos, und die andere kann ich nicht ausstehen. Eigentlich keine guten Voraussetzungen, um eine Band zu mögen. Aber wenn mich „Blood“ aus der Konserve nicht schon überzeugt hatte, dieses Konzert tut das seinige. Der Gitarrist Chris Urbanowicz sieht übrigens ein klitzekleines bisschen aus wie der allgegenwärtige Pete Doherty, aber das kann auch an den dunklen Ringen um die Augen liegen. Und schaut meistens so drein, als wäre ihm schlecht. Aber das nur am Rande. Der Rest der Band ist von hier aus nicht sichtbar, und eine Beschreibung der Rücken meiner Vordermänner will ich an dieser Stelle aussparen. Um jedes Aufkommen von Langeweile schon im Keim zu ersticken, werden fast keine Pausen gemacht und die Lieder eine Spur schneller gespielt. Imagine COLDPLAY auf sehr, sehr vielen Capuccinos. Zwischendurch schaut Smith wieder ins Publikum und erklärt, „The venue’s fantastic, it’s like, powww…“ und deutet über unsere Köpfe nach hinten, um uns einen Eindruck seines Ausblickes zu vermitteln. Dann, „This song’s called „Munich“.“ Johlen. Aber das ist ein anderes Lied. Verlegenes Grinsen und dann etwas Unverständliches, das wahrscheinlich, „Ok, it’s called „Vienna“,“ heißen könnte. Das folgende Lied ist dann das zuvor angekündigte. Eine Zugabe gibt es, mit einer B-Seite ("You Are Fading") und „Fingers In The Factories“. Und ab. Ich habe übrigens später gesagt bekommen, dass vorne alle mit ihren Handys gestanden sind und Fotos gemacht haben. Die ganze Zeit. Fragwürdig, ob sie viel vom Konzert mitbekommen haben. Weniger Nackenschmerzen vom Halsrecken vielleicht. Zweiter Nachtrag: „Das war schon sehr Achtziger.“ Ich stimme (nach einer Denkpause) zu. Aber dafür war es besser abgemischt.

Agnes Wieninger

Bandhomepage: www.editorsofficial.com
Fotos: flex.at
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