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The Lovecraft 5 2

Seit jeher fühlen sich die Menschen von verbotenem Wissen angezogen. Es reizt sie Dinge auszuprobieren, die nicht für ihresgleichen bestimmt sind.

(C) Contendo Media / The Lovecraft 5 2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenErneut treffen sich die fünf Freunde in der Wohnung eines von ihnen, um sich während eines schmackhaften Essens und bei geistigen Getränken erneut eine verstörende und unheimliche Geschichte zu erzählen, die seitens der Zuhörer mit einer Fülle von Anmerkungen kommentiert wird. Im Fokus des Interesses stehen dieses Mal die persönlichen Notizen eines Schriftstellers und Malers, der kürzlich unter mysteriösen Umständen zu Tode kam. In den letzten Tagen seines irdischen Daseins hatte sich der junge Mann immer mehr zu einem Besessenen und Getriebenen gewandelt. Sein Handeln ist bestimmt von einer verfallenen alten Kirche, die sich über die Dächer der Stadt erhebt. Niemand scheint ihre genaue Lage zu kennen oder ist auch nur bereit über das alte Gemäuer mit dem Schriftsteller zu sprechen.


Die spärlichen Informationen legen nahe, dass sich das ehemalige Gotteshaus im Besitz einer obskuren Sekte befindet, deren Mitglieder über einen üblen Leumund verfügen. Hinter vorgehaltener Hand ist immer wieder von Menschenopfern und Kannibalismus die Rede. Als es Blake endlich gelingt, den Standort der Kirche zu ermitteln, ist die Enttäuschung zunächst groß, doch als er in all dem Dreck und Unrat auf ein menschliches Skelett und ein seltsames Kästchen stößt, ändert sich dies schlagartig. Doch die anfängliche Neugier schlägt schnell in Angst um. Der Inhalt stellt eine große Gefahr dar und könnte es etwas wirklich Bösen erlauben, die Stadt zu betreten. Steht das vorzeitige Ableben Blakes mit seinem Fund in der Kirche in Zusammenhang? Einige seltsame Ereignisse in den letzten Stunden seines Lebens sprechen dafür.


Erneut wendet man sich einer Geschichte von H. P. Lovecraft zu, die bisher noch nicht als Hörspiel bearbeitet wurde, und führt das in der Pilotfolge etablierte Konzept fort. Fünf Freunde, die alle auf frappierende Weise an Figuren des Kultschriftstellers Lovecraft erinnern, treffen sich in angenehmer privater Atmosphäre, um sich gegenseitig unheimliche und mysteriöse Geschichten zu erzählen. Diese Zusammenkunft bildet den Rahmen für die eigentliche Geschichte des Großmeisters des Horrors, die den inneren Kern der Handlung darstellt. Allerdings beschränken sich die fünf unterschiedlichen Charaktere nicht allein auf das Erzählen, sondern greifen immer wieder erklärend, korrigierend und kommentierend ins Geschehen ein, was des Öfteren in eine lebhafte Diskussion über das Gehörte mündet. Genau an dieser Stelle liegt der große Reiz von "The Lovecraft 5". Man bekommt einerseits eine weitere fantastische Horrorgeschichte präsentiert, die jedoch auf eine ungewöhnliche und innovative Art fortgesponnen wird.


Die Kommentare und Ergänzungen der Erzählrunde lenken die Aufmerksamkeit des Hörers auf bestimmte Aspekte der Handlung und sorgen so für eine subtile Verdichtung der Atmosphäre. Sowieso ist Atmosphäre einer der großen Pluspunkte dieser noch jungen Serie, das beschriebene Ambiente des Abendessens, die dazu eingesetzten Geräusche und die wirklich vortrefflich ausgewählte Musik schaffen es problemlos, den Hörer in eine Stimmung zu versetzen, die ihn offen macht für eine Geschichte, in deren Mittelpunkt eine undurchsichtige Kultgemeinschaft, ein zunehmend dem Wahnsinn verfallender Schriftsteller und eine dämonische Präsenz aus einer anderen Dimension entscheidende Rollen spielen. Es gelingt, das schwer fassbare Grauen der Romane und Kurzgeschichten Lovecrafts in ein anderes Medium zu transferieren und gleichzeitig wichtige Fingerzeige zu liefern, die dem Leser der Texte leider nicht zur Verfügung stehen.


Im Gegensatz zum Auftakt von "The Lovecraft 5" ist die vorliegende Geschichte deutlich komplexer und schwerer zu greifen, sodass ein mehrmaliger Durchlauf durchaus ratsam erscheint. Dafür wird das Publikum erneut mit einer wirklich mitreißenden Story belohnt. Natürlich muss man an dieser Stelle ein Wort über die Sprecher verlieren, die einen erheblichen Anteil daran haben, dass dieses neue Konzept am Ende aufgeht. Dazu gehört erst einmal eine ordentliche Portion an Spielfreude, die hier deutlich jenseits jeder Routine zu hören ist. Hier haben Profis einfach Lust auf ein neues Ding, was man deutlich hört. Es wäre einfach unfair, einen Sprecher hervorzuheben, denn im vorliegenden Fall kann man nur mit dem Prädikat "sehr gut" arbeiten!


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Contendo Media




 


 

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artikel closer s145 pc6© SLAM Media

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