Zwar bildet auch bei der dritten Veröffentlichung der "Lovecraft 5" noch eine Geschichte von H. P. Lovecraft den Kern der Geschichte, verfügt aber nicht mehr über so viel Relevanz wie bei den beiden vorherigen Auftritten der ungewöhnlichen Tischgesellschaft. Eher sind es die Fragmente einer Horrorstory, die geschickt ins große Ganze eingebunden werden. An alle, die sich nun die Frage stellen, wie dieses Hörspiel dann überhaupt funktionieren und begeistern soll, sei an dieser Stelle erwidert: Erstaunlich gut. Der eigentliche Star dieser Folge ist nämlich nicht die Geschichte des Horror-Altmeisters Lovecraft, sondern die ausgesprochen guten und pointierten Dialoge, die oft mit einem Augenzwinkern einhergehen. In anderen Hörspielen erscheinen Ausschweifungen und zusätzliche Ausführungen eher hinderlich und behinderten den Fluss der Geschichte, im Falle der "Lovecraft 5" sind sie eine zusätzliche Bereicherung zur eigentlichen Erzählung und halten das eine oder andere sprachliche Kabinettstück für die Hörer bereit.
Der zweite deutliche Pluspunkt, der diese Produktion zu etwas Besonderem macht, ist die äußerst dichte und überzeugende Atmosphäre. Problemlos nimmt die muntere Herrenrunde vor dem inneren Auge Gestalt an und man fühlt sich alsbald als weiterer Gast an ihrer Tafel, wo auf anregende Art geredet, erörtert und gescherzt wird. Man bekommt hier tatsächlich eine der seltenen Gelegenheiten, in einer Geschichte zu versinken, die sich trotz ihres düsteren Kerns wohlig und behaglich anfühlt. Sprachlich kann die neueste Serie aus dem Hause Contendo gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, so sehr hebt sie sich doch vom gewohnten Grau des Hörspielalltags ab. Man kommt nicht umher, die Produzenten für diesen mutigen Schritt zu beglückwünschen.
Doch die Qualitäten dieses Hörspiels beschränken sich nicht allein auf die ausgefeilten Dialoge, sondern auch die musikalische Gestaltung, der es bereits nach drei Folgen gelungen ist, einen hohen Wiedererkennungswert zu schaffen. Eine Melodie, bei der man sofort weiß, woran man ist. Geräusche sind aufgrund der Ausgangsgrundlage dieser Episode auf ein absolutes Minimum beschränkt, was jedoch überhaupt nicht auffällt oder negativ zu Buche schlägt, sondern gut in den Gesamtkontext passt, hier ist weniger tatsächlich am Ende mehr.
Erneut bedarf es nur weniger prägnanter Stimmen, um diese Inszenierung zu etwas Außergewöhnlichem zu machen. Einen bestimmten Namen hervorzuheben wäre im vorliegenden Fall tatsächlich unfair gegenüber den anderen Protagonisten, denn alle zeigen hier hier großes Können. Dies sind im einzelnen Uve Teschner, Lutz Mackensy, Markus Pfeile, Florian Hoffmann, Julian Tennstedt und Werner Wilkening, die es mit ihren gewählten Worten schaffen, das Publikum zu begeistern und aus einer einfachen Geschichte in geselliger Runde etwas Neues und Außergewöhnliches entstehen zu lassen. Die in allen Belangen überzeugende Arbeit macht "The Lovecraft 5" bereits jetzt zu einem der Highlights des noch jungen Jahres. Wenn man nur einer neuen Serie sein Ohr schenken will, sollte es unbedingt diese sein.
# # # Justus Baier # # #
Publisher: Contendo Media





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