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Tomb Town

Geht es nach Junji Ito, dann sollten wir um manche Orte lieber einen ganz großen Bogen machen.

Tomb TownMit den Deluxe Editions, die sich dem Œuvre von Junji Ito widmen, hat der Carlsen Verlag offensichtlich einen Nerv bei der hiesigen Leserschaft getroffen – denn seit dem Auftakt in Form von "Uzumaki – Spiral into Horror" 2019 landet regelmäßig Nachschub in den Regalen. Der japanische Künstler, zusammen mit seinem Landsmann Gou Tanabe gegenwärtig eine der besten Adressen in Sachen Horror, ist erfreulicherweise ungemein produktiv, sodass die Veröffentlichung von weiterem Material nicht lange auf sich warten lassen wird.


Wie schon "Shiver" (2021) präsentiert "Tomb Town" eine Auswahl von Kurzgeschichten, die treffsicher und in verschiedensten Variationen das liefern, was man sich vom Meister erwartet: Bizarren Grusel, der sich meistens aus völlig unverdächtigen Alltagsgeschehnissen entwickelt und immer absurdere Formen annimmt, um die darin verwickelten Figuren nicht selten in den Wahnsinn und/oder Tod zu treiben. Was die Ursachen für das sich entwickelnde Übel betrifft, so bieten mitunter nicht einmal mehr die eigenen vier Wände Sicherheit, wie wir etwa aus "Das Fenster gegenüber" rund um eine zurückgezogene lebende ältere Dame erfahren, die ihren Nachbarn etwas zu aufdringlich kontaktiert.


Unheimliche Orte als klassisches Horrormotiv spielen natürlich auch bei Junji Ito eine Rolle, wobei diese wahlweise ungesunde Neugier ("Haus der Feindschaft") bestrafen oder selbst ihre unglückseligen Opfer anlocken ("Eine Tunnelgeschichte"). Für die Betroffenen besonders unangenehm respektive der Gänsehaut der Leserschaft zuträglich wird es dann, wenn jemand Schuld auf sich geladen und im schlimmsten Fall einen anderen Menschen auf dem Gewissen hat: Im Fall der titelgebenden Geschichte "Tomb Town" resultiert das Ungemach aus einem Unfall mit Fahrerflucht, bei "Bronzestatuen" aus dem Mord am Ehemann.


Und schließlich finden sich unter den insgesamt elf Storys, die knapp über 400 Seiten füllen, auch jene, bei denen es keinen besonderen Grund für diverses Übel gilt: Ito-Connaisseure werden sich bei "Strandgut" womöglich (un)angenehm an "Gyo" erinnert fühlen, bei dem sich der Künstler ebenfalls schon monströsen Bewohnern der See widmete, während "Schneckenmädchen" mit seiner nur allzu bekannten Prämisse einer schrägen Verwandlung gut und gerne auch als eine der Episoden im Opus Magnum "Uzumaki" durchgegangen wäre. So oder so bietet auch dieser Eintrag in die wachsende Reihe schicker Hardcovers perfekt abwechslungsreiche Kost mit unverkennbarem Artwork!


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Carlsen Verlag


 
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