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Toy Odyssey

Dass Spielsachen zum Leben erwachen, wenn wir nicht hinsehen, ist längst allgemein bekannt. Jetzt erfahren wir auch, wie fleißig sie Nacht für Nacht für uns kämpfen, hüpfen und aufleveln.

(C) Hiker Games / Toy Odyssey / Zum Vergrößern auf das Bild klicken"Toy Odyssey" ist das jüngste Werk des vietnamesischen Indie-Entwicklers Hiker Games, der sich bisher vor allem durch Mobilspiele, aber auch etwa einen patriotischen Shooter im Stil von "Call of Duty" (in dem die Vietnamesen die Franzosen aus Indochina vertreiben) einen Namen verschafft hat. Erklärtes Ziel des Studios ist es zu beweisen, dass Vietnam spielemäßig mehr zu bieten hat als günstige Outsourcing-Möglichkeiten und eigenständige Titel hervorbringen kann, die mit den Großen im Business mithalten.


Allzu ausgefallene Ideen wird man in "Toy Odyssey" deshalb nicht finden, das ganz indie-typisch als seitlich scrollender Metroidvania-Plattformer mit Roguelike(like)-Struktur und einem Basenbau-Element daherkommt. Eindeutige Vorbilder sind "Castlevania: Symphony of the Night", "Mega Man X" und "Rogue Legacy".


In "Toy Odyssey" spielt man eine kleine Actionfigur namens Brand, die nachts selbstverständlich zum Leben erwacht und durch das Haus schleicht. Dabei kämpft Brand gegen gruselige Alptraumwesen, die drohen, das Haus (dessen Layout sich im besten Roguelike-Stil nach jedem Durchgang ändert) in Dunkelheit und Chaos zu stürzen. Gleichzeitig muss er die Verteidigungsanlagen des Kinderzimmers aufbauen, um seinen Besitzer und seine Spielzeug-Kollegen vor gelegentlichen nächtlichen Überfällen der Kreaturen zu schützen. Naturgemäß wird die ganze Zeit fleißig gesammelt, gecraftet und aufgelevelt.


Das Spielzeug-Szenario ist immer wieder schön, nicht nur aufgrund seiner relativen Unverbrauchtheit, sondern auch weil die Levels meistens überdimensionale Versionen unserer Alltagsumgebungen sind. Vielleicht erinnert sich jemand an "Toy Story" auf dem Mega Drive, "Clockwork Knight" auf dem Saturn oder zuletzt EAs Indie-Plattformer "Unravel" – sie alle zelebrieren die Tatsache, dass unsere Wohnzimmer und Vorgärten schreckliche Todesfallen werden, sobald man nur zehn Zentimeter groß ist, und in "Toy Odyssey" funktioniert das durch die unheimlichen und sich immer wieder verändernden Levels besonders gut.


Kleine Macken trüben den Spielspaß ein bisschen: Die Steuerung ist ein bisschen steif, die Musik loopt manchmal nicht richtig, und dass man 2016 immer mit der Tastenbelegung des Controllers kämpfen muss, ist schwer zu verzeihen. Dennoch punktet "Toy Odyssey" mit seinem liebenswerten Szenario, gelungenen Umgebungen und befriedigendem Sammeln und Upgraden. Sogar auf eine vertonte Story hat man Wert gelegt.


 
# # # Andreas Capek # # #



Entwickler: Hiker Games
Publisher: Hiker Games
Plattform: PC (getestet), Xbox One


Grafik: 7/10
Sound: 6/10
Steuerung: 6/10
Spielspaß: 6/10
Gesamt: 6/10


 
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