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VIBRAVOID - Minddrugs (Re-release)

Stoned Karma/Cargo


(C) Stoned Karma Records / VIBRAVOID: Minddrugs / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie entfernte Gitarre macht den beschwingten Anfang, bevor sich bei dem Opener "Seefeel" auch das dezente Schlagzeug mit Bassunterstützung an den Aufbau einer Rhythmusabteilung macht. Die Verbreitung psychedelischer Stimmung obliegt dabei der hintergründigen Orgel und der repetativen Stimme. Eine Portion fuzziger Synthesizer trägt ihr Übriges zur drei Minuten und zwanzig Sekunden dauernden (somit für VIBRAVOID verhältnismäßigen kurzen) Nummer bei. Auch wenn "Seefeel" einen schon überzeugen konnte, kommt erst bei "What You Want" durch den agilen und mächtigen Basslauf so richtig Groove auf. Das wiederkehrende, nicht allzu dominante Gitarrenriff versprüht Stimmung und die Vocals schmiegen sich um einiges flüssiger an die instrumentale Grundlage als beim vorangegangenen Intro. Wenn nach fünfeinhalb Minuten der freie Raum des Songs zur kreativen musikalischen Gestaltung durch alle Bandmitglieder aufruft, wird einem klar, warum man sich auf den Re-Release dieser Platte schon gefreut hat. Nachdem die PINK FLOYD –  Covernummer "Set The Controls For The Heart Of The Sun" in einem knackig-neuen musikalischen Gewande den Ursprung der gebotenen Musik klargestellt hat, geht es auf der ersten von zwei CDs mit den Songs der "What Colour Is Pink" EP aus dem Jahre 2010 weiter im klangvollen Trip-Programm der Düsseldorfer Psychedelic Rock-Veterane. Seit der Erstveröffentlichung von "Minddrugs" vor drei Jahren ist zwar noch nicht allzu viel Wasser den Bach runtergeflossen, aber wenn es von besagter Erstauflage gerademal 500 Stück Vinyl gibt, welche mittlerweile zu astronomischen Summen gehandelt werden, dann muss man halt auch nach geradeinmal drei Jahren das Presswerk neu anschmeißen. Also alles alte Bekannte auf dem Re-release? Nein, keineswegs, denn abgesehen von der auf CD eins enthaltenen "What Colour Is Pink?" EP wartet der zweite Silberling mit weiterem, die Wahrnehmung verzerrendem Material auf. "Save My Soul" aus der Kozmik Ken Radiosession darf hierbei den Anfang machen und bietet mit der vergleichsweise schnörkellosen Gitarre die Grundlage für eine psychedelische Ohrwurmnummer der Sonderklasse, auch wenn die bei VIBRAVOID oftmals so kreativen Soundorgien etwas fehlen. "Magic Mirror" treibt mit seiner schwungvollen Gangart und dem versierten Orgelspiel auch den lahmsten Hippie aus der Konserve und lässt die anstehende Tanzerei beinahe in Arbeit ausarten. Weiter bekommt man auf der vollgepackten zweiten CD auch noch die Piotre Benton Radiosession und zwei Songs aus der "Triptamine EP Vol.4" von 2009 zu hören. Ein rundum vollgepackter re-Release also, der es in sich hat. Es braucht Zeit, sich durch die Vielzahl an Songs durchzuhören, doch diese Zeit vergeht dank der überaus dichten, niemals erdrückenden musikalischen Intensität VIBRAVOIDs wie im Fluge. Selten hat eine Kapelle bei einer Neuveröffentlichung dermaßen viel Aufwand betrieben, um dem Hörer ein überwältigendes Zusatzangebot an Songs und Gustostücken aus der Bandgeschichte zu präsentieren.

www.facebook.com/vibravoid.germany

Christoph Höhl

 
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