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Vidan – Schrei nach Stille Staffel 2

Ein trügerischer Frieden hat in Blackdale Einzug gehalten und die Menschen zur Normalität zurückkehren lassen.

Vidan – Schrei nach Stille Staffel 2Nur knapp ist es Miles Vidan gelungen sich und seine Freunde zu retten, jedoch zu einem hohen Preis. Zu viele Menschen haben im Kampf gegen den undurchsichtigen Konzern Avantage und den Kreaturen, die von einem unbekannten Ort aus in unserer Welt Angst und Schrecken verbreiteten, ihr Leben gelassen. Seitdem sind mehr als 16 Monate vergangen und ein Hauch von Normalität ist in die Kleinstadt in Montana zurückgekehrt. Die grauenvollen Ereignisse beginnen zu verblassen und die Routine des Alltags bestimmt wieder das Leben der Polizei von Blackdale. Doch das ändert sich von einem Tag auf den anderen: Schnell ist klar, dass sich das Grauen lediglich eine Atempause gegönnt hat, um nun erneut zuzuschlagen. Die unerklärlichen Vorkommnisse im Umkreis der Stadt werden immer bedrohlicher und auch tödlicher.


Im Zentrum steht dabei immer wieder der Newell-See, welches Geheimnis liegt gut verborgen auf dem Grund des Gewässers? Welche Rolle spielt eine undurchsichtige Sekte, die seit einiger Zeit eine Ranch außerhalb der Stadt bewirtschaftet und gibt es dort draußen noch Überreste der Organisation, die Miles Vidan bei seinen Nachforschungen unterstützen kann? Fragen, auf die es schnell Antworten geben muss, will man den Kampf gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner nicht verlieren, bevor er überhaupt begonnen hat. Miles Vidan sieht sich einmal mehr mit Dingen konfrontiert, die ihn an die Grenzen des menschlichen Verstandes führen werden.


Das Warten hat sich definitiv gelohnt, denn die zweite Staffel schafft es mühelos die hohen Erwartungen, die der Vorgänger geweckt hat, einzulösen. In allen Belangen gelingt es sich nochmals zu steigern und insbesondere beim Sounddesign und den Sprecherleistungen nochmals ordentlich zuzulegen. Spannung ist eigentlich ab der ersten Minute gegeben, denn der Auftakt endete ja bekanntlich mit einem Paukenschlag, so wie es sich für ein Finale gehört. Obwohl sich die Handlung erst langsam entfaltet, verspürt man bereits nach kurzer Zeit ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Wie schon zuvor werden die Geschehnisse auf mehreren Handlungsebenen vorangetrieben, wobei einige endlich die ersten Antworten liefern, nach denen sicherlich nicht wenige bereits gieren.


Von besonderem Interesse dürften sicherlich die Schilderungen aus dem Kongo sein, ermöglichen sie doch einen ganz neuen Blickwinkel auf die persönliche Geschichte der Familie Vidan und die beunruhigenden Ereignisse in Blackdale. Tatsächlich entwickelt die Storyline alsbald eine gehörige Sogwirkung und es ist schwer sich der Geschichte zu entziehen. Immer wieder gibt es kleine Höhepunkte, mit denen die einzelnen Folgen garniert sind und eine runde Mischung aus Spannung, Gruselfaktor und Action bieten. Erfreulich ist auch der Umstand, dass man die Entwicklung der Figuren nicht stagnieren lässt, sondern konsequent vorantreibt und auch Charaktere, die zuvor eher am Rande agierten, zunehmend in den Brennpunkt der Ereignisse stellt.


Sicherlich wird es kritische Stimmen geben, die bemängeln, dass man dem Hörer noch immer zu wenige Geheimnisse offenbart. Jede gutgemachte Fernsehserie geht jedoch mit denselben Mitteln zu Werke und natürlich versteht es sich von selbst, die ersten gelösten Rätsel durch neue Fragen zu ersetzen. Spannung und Nervenkitzel sind jedenfalls garantiert und auch auf eine kleine, aber überaus ansprechende Dosis Gänsehaut muss nicht verzichtet werden. Immer wenn sich im Hinterkopf der Gedanke manifestiert, dass einem gewisse Szenen schon einmal irgendwo begegnet sind, biegt Vidan in eine neue, vollkommen andere Richtung ab und weiß sein Publikum zu überraschen, genau so wie man es sich von seiner Lieblingsserie wünscht!


Das bereits in der ersten Staffel überzeugende Sounddesign wurde verfeinert, um die Konturen von Miles Vidans nochmals nachzuziehen und an den richtigen Stellen zu betonen, die dabei verwendeten Effekte sind absolut stimmig und entfalten ihre komplette Wirkung über Kopfhörer. Im musikalischen Bereich hat sich wenig verändert, warum auch, denn hier gab es nun wirklich nichts zu beanstanden. Düstere, manchmal melancholische Melodien untermalen das Geschehen und transportieren das Gefühl einer Welt, die in kleinen Schritten immer mehr in die Dunkelheit abdriftet.


Lars Schmidtke ist auch in der zweiten Staffel als Miles Vidan zu hören und macht erneut einen fantastischen Job. Vidan erwartet in neuen zehn Folgen eine Menge emotionaler Prüfungen, die einen Menschen problemlos aus der Bahn werfen können. Diese vielen Verunsicherungen, die auf ihn niederprasseln, werden von Schmidtke wunderbar eingefangen und geben den Hörern das Bild einer Figur, die immer wieder über die schmale Grenze zum Wahnsinn tänzelt. Mehr als überzeugend!


Einmal mehr ist es Udo Schenk, der einer Produktion seinen Stempel aufdrückt. Mit seiner unverwechselbaren Stimme hat er bereits Legionen von Fieslingen und Schurken ein Gesicht gegeben, so verwundert es kaum, dass es auch hier erneut ein mehr als berüchtigter Charakter ist, den Schenk zum Leben erweckt. Der undurchsichtige Mr. Haze dürfte allerdings zu seinen absoluten Paraderollen zählen, so gemein, skrupellos und hinterhältig klang er selten zuvor. Einfach großartig.


Luise Helm geht als Doc Hansen wie Miles Vidan durch ein Wechselbad der Gefühle und schafft es, die ganze Unsicherheit, die in ihrer Rolle ausgelöst wird, perfekt und glaubhaft zu transportieren. Dazu kommen weitere große Namen wie Anke Reitzenstein, Bert Stevens, Peter Flechtner, Martin Kessler und Jürgen Kluckert, die ebenfalls einen großen Anteil daran haben, dass auch die zweite Staffel auf ganzer Linie überzeugt und sogar den Erstling nochmals übertrifft. Viel besser als im Fall von "Vidan" kann man Hörspiel nicht machen!


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Europa/Sony Music




 


 
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