Als die junge Beck den Laden betritt, ahnt sie nichts von alledem. Doch ab sofort wird ihr Leben nicht mehr dasselbe sein. Joe beginnt, beseelt von dem Gedanken mit Beck zusammenzukommen, sämtliche Bereiche ihres Lebens zu überwachen. Egal ob E-Mail, Twitter, Telefon oder persönliche Kontakte nichts entgeht ihrem Stalker. Selbst die eigenen vier Wände sind nicht sicher vor ihm und werden nach Belieben aufgesucht und durchwühlt, ohne dass Beck etwas davon bemerkt.
Doch die totale Überwachung ist nur der Anfang, schließlich verfolgt Joe ein eindeutiges Ziel, Beck für sich zu gewinnen und mit ihr eine Beziehung zu führen. Um dieses zu erreichen, beginnt er auf subtile Art das Leben der jungen Schriftstellerin zu seinen Gunsten zu manipulieren. Wer ihm dabei im Weg steht, bekommt die wirkliche dunkle Seite des jungen Mannes zu Gesicht. Wer diese jedoch kennengelernt hat, kann nur noch in den seltensten Fällen davon berichten. Ob es Beck gelingen wird, sich aus dem geschickt gesponnen Netz aus Lügen, Halbwahrheiten und geschickter Beeinflussung zu befreien?
Auf dem Waschzettel des Buchs wirbt man mit dem Zitat von Stephen King, das dieser noch nie etwas Vergleichbares gelesen habe. Eine Ausführung, der ich zustimmen möchte, denn das Debüt von Caroline Kepnes ist tatsächlich ein außergewöhnliches Buch. Von der ersten bis zur letzten Seite wird der komplette Roman aus der Ich-Perspektive des Stalkers Joe erzählt. Auf diesem Weg bekommt man einen tiefen Einblick in die verstörende und beängstigende Gefühls- und Gedankenwelt des Täters und der Blickweise auf sein gewähltes Opfer. Die Ausführlichkeit, mit der hier die Gedankenkonstrukte von Joe freigelegt werden, ist beeindruckend, und immer wieder geht einem beim Lesen eines durch den Kopf: Was muss geschehen sein, damit ein Mensch sich zu solch einem Monster entwickelt?
Doch nicht allein die Beschränkung auf eine Sichtweise über die Distanz eines ganzen Romans überrascht, sondern es gibt weitere Aspekte, die Caroline Kepnes Geschichte aus der Flut von Veröffentlichungen herausragen lassen. Wer noch Zweifel daran hegt, dass die digitale Welt mit ihren sozialen Netzwerken sich mittlerweile auf fast alle Lebensbereich auswirkt, dürfte spätestens mit "YOU – Du wirst mich lieben" eines Besseren belehrt werden. Ganze Passagen des Buchs sind im Stil von E-Mails oder Twitter-Nachrichten gehalten, die dabei viel vom Innenleben von Beck offenlegen und somit – trotz der eindimensionalen Erzählweise – viel von der emotionalen Beschaffenheit einer weiteren Figur zugänglich machen.
Nicht wenige Leser dürften diesem Schreibstil skeptisch gegenüberstehen und sich die berechtigte Frage stellen: Wie bitteschön soll das denn funktionieren? Dem ist zu erwidern: Erstaunlich gut. Denn trotz dieser ungewohnten Art des Schreibens ist Caroline Kepnes Buch erstaunlich flüssig zu lesen und auch die scheinbar aus sozialen Netzwerken entlehnten Abschnitte fügen sich ohne Ecken und Kanten in den Text ein. Dieses Buch sei auch all jenen ans Herz gelegt, die sich gerne mit Literatur und Filmen befassen, denn wie ein roter Faden ziehen sich immer wieder Diskurse darüber durch den Text und machen eindeutig Lust darauf, sich mit den angesprochenen Werken näher zu befassen.
Die Sprache von "YOU – Du wirst mich lieben" ist direkt und nimmt kein Blatt vor den Mund. Wer also ein Problem mit einer guten Portion Vulgarität hat, sollte sich lieber für ein anderes Buch entscheiden, denn Joe spricht und denkt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Dass dabei nicht alles als geschmackssicher gelten kann, versteht sich fast von selbst. Obwohl Joe eindeutig eine schwer gestörte Persönlichkeit ist, fällt es einem doch schwer, für eine der anderen Hauptfiguren so etwas wie Sympathie zu entwickeln. Wirklich niemand in diesem Buch schafft es, eine Verbindung zum Leser aufzubauen, dafür sind sie alle zu gestört in ihren Gefühlen und Verhalten.
Egal wie man einem Buch gegenüberstehen mag, das einen in die Gefühlswelt eines Stalkers entführt, Caroline Kepnes ist es gelungen, einen Roman zu verfassen, der einem über lange Zeit im Gedächtnis bleibt, weil er anders ist. Manchmal unbequem, nicht angepasst und bereit, neue Wege des Schreibens aufzuzeigen. "YOU – Du wirst mich lieben" ist keine leichte Urlaubslektüre, sondern ein Buch, auf das man sich einlassen muss. Wenn man dazu bereit ist wird es schwer, es bis zur letzten Seite wieder aus der Hand zu legen.
# # # Justus Baier # # #
Publisher: Egmont INK





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