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Interview: Terry Moore

Mit "Rachel Rising" ist nun auch hierzulande die aktuelle, mit dem Eisner Award geadelte Horrorserie von Terry Moore an den Start gegangen. Eine gute Gelegenheit, dem sympathischen Amerikaner ein paar Fragen zu stellen.

(C) Terry Moore / Terry Moore / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEin Name, der neben prominenten Kollegen wie Dave Sim ("Cerebus"), Jeff Smith ("Bone") oder Mike Mignola ("Hellboy") immer wieder genannt wird, wenn es um bedeutende Independent-Künstler der amerikanischen Comic-Szene geht, ist jener von Terry Moore. Deutsche Leser kamen erstmals 1995 mit ihm in Berührung, als der Verlag Speed seine erste im Alleingang geschaffene Serie "Strangers in Paradise" hierzulande veröffentlichte, die ihm nicht nur einen Eisner Award einbrachte, sondern auch Aufträge für Mainstream-Verlage wie Marvel und DC. In Gänze genießen konnte man den um die Dreiecksbeziehung zwischen der Künstlerin Katina "Katchoo" Choovanski, ihrer Freundin Francine und dem Love interest David kreisenden Titel allerdings nicht, da Speed die Veröffentlichung 2003 einstellte.


Um diese schmerzliche Lücke zu füllen, hat sich Schreiber & Leser ein Herz genommen und bringt "Strangers in Paradise" in dicken Sammelbänden neu heraus und hoffentlich – was die schnelle Abfolge der einzelnen Bände aber glücklicherweise vermuten lässt – diesmal auch komplett. Auch über die neueste, in den USA noch laufende Serie von Terry Moore, die ebenfalls schon einen Eisner Award eingesackt hat, können wir uns jetzt freuen: "Rachel Rising", eine Horrorserie, in der die namensgebende Protagonistin in einer Kleinstadt von den Toten zurückkehrt. Anlässlich der Veröffentlichung des ersten Bandes hat sich der aus Houston, Texas stammende Mr. Moore die Zeit für ein Interview genommen.


SLAM: Welches Feedback erhielten Sie beim Start von "Rachel Rising"? Hat sich jemand darüber beschwert, dass es sich dabei "um einen weiteren Zombie-Comic" handeln würde, oder war das – angesichts des momentanen Hypes um die wandelnden Toten – eher ein gutes Verkaufsargument?

Terry Moore: Ich habe das Wort Zombie nur ein paarmal gehört, denn üblicherweise reden die Leute erst mit mir, nachdem sie die Hefte gelesen haben. Ansonsten würde ich Leuten einfach die erste Ausgabe in die Hand drücken und sagen: "Es geht nicht um Zombies. Lest es."


SLAM: Was war Ihre Inspiration für "Rachel Rising"?

Terry Moore: Ich liebe die Idee, das Spiel umzudrehen und den Jäger zum Gejagten zu machen. In diesem Fall bei einer Frau, die aufersteht, um ihren Mörder zu jagen. Vom Start weg hoffe ich, dass sie ihn findet, und ich kann es nicht erwarten, sein Gesicht zu sehen, wenn es soweit ist. Das hat mich dazu veranlasst, die Geschichte zu schreiben, und das treibt mich an, sie zu vollenden.


(C) Schreiber & Leser / Rachel Rising 1 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSLAM: "Rachel Rising" war ursprünglich auf 24 Hefte ausgelegt, sprich die Story wäre damit wohl abgeschlossen gewesen. War die Ankündigung einer Adaption als Fernsehserie der Grund für Ihre Entscheidung, die Geschichte fortzusetzen?

Terry Moore: Es hat eine Rolle bei der Entscheidung gespielt, das Unglaubliche war aber das tolle Feedback. Ich habe nie bessere Kritiken bekommen als bei "Rachel Rising". Warum sollte ich also just dann stoppen und nicht etwas völlig Neues beginnen, wenn Leute die Serie entdecken? Das wäre wie eine TV-Serie, die ein Hit ist, die du aber freiwillig nach sechs Episoden beendest. Ich mache also erst einmal weiter. Die ersten 24 Ausgaben waren eine großartige Möglichkeit, die Hauptcharaktere der Geschichte zusammenzuführen. Jetzt können sie nach Rachels Killer suchen.


SLAM: Auch von "Echo", ihrer zweiten Serie, wurden die Verwertungsrechte verkauft, und zwar in Form eines Films. Was können Sie uns über den aktuellen Status des Projekts erzählen?

Terry Moore: Aus "Echo" ist nichts geworden, die Rechte sind an mich zurückgewandert. Und "Rachel Rising" ist noch in Entwicklung.


SLAM: "Strangers in Paradise", "Echo" und "Rachel Rising" drehen sich um Frauen, die sich inmitten einer unfreundlichen, teils auch feindlichen Umwelt behaupten müssen. Angesichts der Comic-Industrie, die dominiert wird von männlichen Künstlern, männlichen Charakteren und männlichen Lesern, könnte man versucht sein zu sagen, dass sie für Ihr Storytelling eine feministische Perspektive verwenden. Trifft das zu?

Terry Moore: Ja, ich bin für Frauen und ihre Menschenrechte. Genaugenommen bin ich für Menschen jeden Typs. Ich will denselben Respekt und dasselbe Mitgefühl für jeden. Ich schreibe einfach über Frauen, weil ich sie bewundere. Ich würde mein Leben lieber damit verbringen, nur Frauen zu zeichnen statt Männer. Ich will nicht gut darin sein, Spider-Mans Hintern zu zeichnen – aber ich will gut darin sein, Katchoos Hintern zu zeichnen. Ich liebe meinen Job jetzt also.


SLAM: Bei den drei genannten Serien haben Sie sich verschiedenen Genres gewidmet, angefangen von Seifenoper bei "Strangers in Paradise" bis hin zu übernatürlichem Horror in "Rachel Rising". Was kommt als nächstes?

Terry Moore: Ich denke, es wird eine All-ages-Story sein. Eine solche habe ich vor einigen Jahren entworfen, sie harrt ihrer großen Stunde allerdings noch auf meinem Computer.


(C) Schreiber & Leser / Strangers in Paradise 1 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSLAM: Comics entstehen heutzutage mehr und mehr auf digitale Weise. Wie ist Ihre Arbeitsweise und wie stark beziehen Sie den Computer mit ein?

Terry Moore: Ich bin ein Comic-Zeichner der alten Schule soweit wie möglich. Ich trimme das Papier auf die richtige Größe, liniere es per Hand, zeichne und tusche selbst, mache Handlettering auf dem Papier. Dann scanne ich die Seiten ein, optimiere sie in Photoshop, verpasse ihnen in InDesign das nötige Layout und erstelle ein druckfähiges PDF. Das geht dann per FTP an die Druckerei… oder im konkreten Fall an den Verlag Leser & Schreiber.


SLAM: Die nächste Frage ist bezüglich "Rachel Rising" wohl unvermeidlich. Was sind Ihre liebsten Horrorfilme?

Terry Moore: Der furchterregendste Moment in einem Film war für mich die Duschszene in "Psycho". Der Messerstich war beängstigend, als ich das als Kind gesehen habe, aber die stille Atmosphäre, die dem gefolgt ist, als der Killer im Zimmer noch andere Dinge tat… das ließ mich ausflippen. Ich habe das nie vergessen.


SLAM: Welche Comics lesen Sie, wenn Sie die Zeit dafür finden?

Terry Moore: In Sachen Comics schnappe ich mir eigentlich alles von meinen Lieblingskünstlern. Es ist nämlich hart für mich, eine gute Geschichte mit schlechten Zeichnungen zu genießen.


SLAM: Was war Ihre bevorzugte Comic-Lektüre in der Kindheit?

Terry Moore: Marvel und DC. Und zwar alles davon. Ab zehn Jahren liebte ich es, Romane zu lesen. Ich las Romane als fiktiver Ausbruch aus dem Alltag, Comics zum Spaß.


SLAM: Da wir ein Musikmagazin sind, stellt sich die folgende Frage von selbst. Welche Musik läuft bei Ihnen? Nutzen Sie sie auch als Inspiration während der Arbeit?

Terry Moore: Ja! Oh Gott, ja! Ich könnte nicht ohne Musik arbeiten. Und wenn ich etwas Neues höre, kann es mich auch zu einem neuen Element einer Geschichte inspirieren. Da ich Musik mein Leben lang gebliebt habe, bin ich durch alle Phasen gegangen, von Pop zu Klassik, zu Jazz, zu Metal und zu afrikanischer Musik. Am längsten aber begleiten mich der Komponist MAURICE RAVEL, Jazzpianist BILL EVANS, JOHN LENNON und CHRIS REA. Sie haben den Test der Zeit bestanden.


SLAM: Pepsi oder Coke?

Terry Moore: Beide. I'm a soda whore.


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #


 
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