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Game-Review: Fallout 3 (PC, PS3, Xbox 360; getestet auf PC)

Fallout 3 - Ehre wem Ehre gebührt!

Fallout 3 (c) Ubisoft / Zum Vergrößern auf das Bild klickenKritiker überboten sich mit Bestwertungen und das Gezeter der „Hardcore-Fans“ verstummte größtenteils bereits am Tag der Veröffentlichung: „Fallout 3“ ist ein würdiger Nachfolger geworden und auch wenn nicht alles hundertprozentig originalgetreu umgesetzt wurde, merkt man dem Spiel den entgegengebrachten Respekt vor den Wurzeln an. Bethesda, bekannt durch die erfolgreiche „The Elder Scrolls“-Reihe, hatte die Rechte im Jahr 2007 von Interplay erworben und die kultige Endzeit-Welt kurzer Hand aus der Vogelperspektive in die Egoperspektive verlegt. In der Tat spielt sich Fallout 3 ähnlich wie „Oblivion“. Viele hatten das im Vorfeld bereits prophezeit aber entgegen den pessimistischen Erwartungen ist dabei kein bloßer Abklatsch herausgekommen sondern eine dieser seltenen Perlen, welche anspruchsvolle Spieler und Mainstream-Publikum gleichermaßen begeistern! Es handelt sich um einen Hybrid aus Rollenspiel und Egoshooter - jene Mixtur also, die schon zeitlose Klassiker vom Schlage eines „Deus Ex“ oder „Vampire: The Masquerade – Bloodlines“ hervorgebracht hat und doch noch immer erstaunlich rar ist.

Fallout 3 (c) Ubisoft / Zum Vergrößern auf das Bild klickenRPG-typisch erschaffen sich die Spieler einen individuellen Avatar von Grund auf selbst indem Basis-Attribute, Fähigkeitspunkte und besondere Begabungen (so genannte "Perks") verteilt und im weiteren Spielverlauf mittels gesammelter Erfahrungspunkte immer weiter ausgebaut werden. Erfahrung erlangt man in „Fallout 3“ entweder ganz nebenbei, beispielsweise durch das Bestehen von Kämpfen, das Öffnen von Schlössern und das Beenden von Quests, oder auch durch das Lesen von Fachzeitschriften, welche in der ganzen Spielwelt gefunden werden können. Vom leisen Dieb bis zum post-apokalyptischen Rambo ist so ziemlich alles möglich, denn die Liste der Kombinationsmöglichkeiten ist lang und wohldurchdacht. Einziger Wermutstropfen ist hierbei die doch recht niedrig angesetzte Level-Obergrenze - nach 20 Leveln ist nämlich Schluss und ein nicht unerheblicher Spielanreiz fällt damit im weiteren Verlauf komplett weg. Wenn Sie wie ich, die Welt abseits der Haupt-Missionen sehr ausgiebig erkunden, ist dieses Limit schon weit vor Spielende erreicht. Das bringt mich auch gleich zu zwei weiteren Kritikpunkten: Nebenquests sind zwar einige vorhanden, aber in Anbetracht der Gesamtgröße des Spiels relativ dünn gesät. Da hätte ich mir doch etwas mehr erhofft. Ein weiterer Kritikpunkt bezieht sich auf das eigentliche Spielende. Dieses kam mir schlicht etwas zu abrupt und unspektakulär daher. Bethesda hat bereits angekündigt diese beiden Mankos ab Januar mit kostenpflichtigen Addons zu relativieren; darüberhinaus soll im März 2009 dann auch das Level-Limit angehoben werden.

Fallout 3 (c) Ubisoft / Zum Vergrößern auf das Bild klickenGekämpft wird wahlweise wie in einem gewöhnlichen Ego-Shooter oder per VATS (Vault-Tec Assisted Targeting System), welches das Spiel quasi pausiert damit anschließend in aller Ruhe die gewünschten Körperteile des Gegners ausgewählt werden können. Für jeden Schuss werden dabei Aktionspunkte fällig, welche sich auch durch Perks und/oder die Einnahme bestimmter Drogen kurzfristig steigern lassen. Sind diese verbraucht muss man entweder eine zeitlang Deckung suchen oder eben direkt zielen. Insgesamt funktioniert das System recht gut, wobei das direkte Zielen ruhig noch etwas präziser sein dürfte. Alle Feinde haben spezielle Schwachstellen, die diese schneller aus den Latschen kippen lassen oder diese bei kritischen, jedoch nicht tödlichen Treffern zu Panikreaktionen veranlassen. Ist das der Fall, attackieren Gegner in blinder Verzweiflung auch die eigenen Mitstreiter. Es ist sogar möglich die Schießprügel der Gegner zu beschädigen oder aus deren Händen zu schießen. Viele Widersacher tragen auch interessante Gegenstände mit sich, die es zu plündern gilt. Es steht eine beeindruckend große Anzahl an Waffen unterschiedlichster Gattungen zur Verfügung, darunter auch besonders effektive Unikate. Je mehr Fähigkeitspunkte für eine Waffengattung (z.B. "Strahlenwaffen") ausgegeben wurden, desto effektiver lassen sie sich einsetzen. Mit etwas Glück gelangt man sogar in den Besitz von Blaupausen für besondere Waffen. Diese können dann an bestimmten Werkbänken und mit bestimmten Komponenten selbst zusammengebastelt werden.

Fallout 3 (c) Ubisoft / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAuf technischer Seite fallen insbesondere die moderaten Hardwareanforderungen und die erfreulich kurzen Ladezeiten auf. Optisch sieht das Spiel auf den ersten Blick nur unwesentlich besser aus als das noch immer gut aussehende Oblivion. In Anbetracht der überwältigenden Ausmaße und der Myriaden an liebevollen Details ist die Grafik nichtsdestoweniger als gelungen zu bezeichnen. Man hat das Gefühl, dass diese Welt lebt auch ohne Zutun des Spielers lebt. Alles ist im stimmigen Stil der 1950er Jahre gehalten und orientiert sich vor allem an den Science Fiction-Motiven dieser Zeit (z.B. "Alarm im Weltall"). Damit ist Bethesda den Serien-Vorfahren glücklicherweise treu geblieben. Manche Texturen wirken allerdings auch etwas verwaschen und gelegentlich stören unsichtbare Barrieren das Gefühl jederzeit überall hinmarschieren zu können. Da Bethesda Anfang Dezember ein Paket mit Entwicklungswerkzeugen (ein so genanntes "SDK") veröffentlichte, haben findige Fans bereits eigene, hoch auflösende Texturen zum Download bereitgestellt. Auch sonst sind schon unzählige Modifikationen aller Art in Arbeit, womit Fallout 3 eine sehr lange Halbwertszeit schon so gut wie sicher ist, zumal viele Modder schon Erfahrung mit der "Gamebryo"-Engine haben. Wünschenswert wäre auch eine Überarbeitung der etwas steif wirkenden Animationen.

Fallout 3 (c) Ubisoft / Zum Vergrößern auf das Bild klickenBemerkenswert ist in jedem Fall die, im Vergleich zu Oblivion, deutlich höhere Anzahl an motivierten Synchronsprechern und die deutsche Synchronisation ist ebenfalls gelungen, soweit ich das bei meinen Stichproben feststellen konnte. Trotzdem ist die englische Originalfassung nach Möglichkeit (fast immer) vorzuziehen. Alles in allem sind die Dialoge gut gelungen, ich hätte mir aber dann und wann doch andere Gesprächsoptionen mit noch drastischeren Auswirkungen auf den weiteren Verlauf gewünscht. Die vielen Texte, die man beispielsweise auf gehackten Computern oder Tonbändern finden kann erzählen wunderbare kleine Nebengeschichten, beispielsweise über die Zeit unmittelbar bevor die Bomben fielen. Das alles zu lesen ist zwar keinesfalls Pflicht, trägt aber ungemein zur tollen Gesamtatmosphäre bei. Ein Konzept, das auch schon bei „Deus Ex“ und „System Shock“ hervorragend funktionierte.

Fallout 3 (c) Ubisoft / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIm Spiel gibt es mehrere Radiosender, die man mit seinem Pip-Boy 3000 (ein kleiner Computer am Handgelenk des Avatars) empfangen kann. Allerdings spielt nur einer tatsächlich ein vollwertiges Radio-Programm inklusive DJ-Ansagen. Die Musikauswahl grenzt mit Big Band-, Crooner- und R`n`B-Stücken der 40er Jahre schon an Genialität und passt sich perfekt der Fallout-Atmosphäre an und fügt dem post-apokalyptischen Treiben oft noch eine weitere ironische Note hinzu. Leider, leider ist die Anzahl der Titel recht begrenzt und so wiederholt sich das Programm recht schnell.  Nettes Detail: der DJ berichtet während den Sendungen von den Großtaten des Spielers! Überhaupt sind es die vielen, kleinen Details, die das Spiel zu so etwas ganz Besonderem machen.

Fallout 3 (c) Ubisoft / Zum Vergrößern auf das Bild klickenBesagter Handgelenkscomputer ist übrigens auch zuständig für die Anzeige aller anderen spielrelevanten Information wie Gebietskarten, Notizen oder die Inventar-Verwaltung. Leider ist die Menüführung etwas umständlich geraten und erfordert einiges an Herumgeklicke. Im Vergleich zur – in der („ungemoddeten“) Urversion deutlich verbesserungswürdigen –  PC-Version von „Oblivion“ bleibt aber alles noch in einem erträglichen Rahmen.

Die deutsche Version ist leider, im Gegensatz zur österreichischen und schweizerischen Version, stark geschnitten worden, was angesichts des doch recht hohen Splatter-Faktors nicht wirklich überrascht. Blut oder umherfliegende Gliedmaßen gibt es daher nicht zu sehen. Kinder können übrigens, dankenswerterweise, in keiner Version getötet werden.

Fazit: Ungeachtet kleinerer Schwächen für mich – und für SLAM (siehe die „Spiel des Jahres 2008“-Rangliste!) ganz klar das beste (PC-)Spiel 2008!


###Felix Abelt###

Grafik: 9/10
Sound: 9.5/10
Steuerung: 9/10
Spielspaß: 9.5/10
Gesamt: 9.5

Entwickler: Bethesda Softworks
Publisher: Ubisoft
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