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OCEANSIZE - Frames

Superball/SPV

OCEANSIZE frames (c) Superball/SPV / Zum Vergrößern auf das Bild klickenOCEANSIZE gehören spätestens seit ihrem 2005er Werk „Everyone Into Position“ zu den interessantesten Formationen, die das Vereinte Königreich in den letzten beiden Dekaden zu bieten hatte. Ganz entgegen anderen schnöden Formationen, die mehr denn je auf Tanzbarkeit denn auf Tiefsinn setzen – dieser lässt sich eben ungleich schwerer verkaufen – legten OCEANSIZE eine Entwicklung aufs Parkett, von der man gut und gerne behaupten konnte, zwischen einer und der nächsten Platte hätten ganze Welten gelegen. Zwischen „Everyone Into Position“ und dem neuen Werk „Frames“, das auf dem neu gegründeten Superball Records-Label erscheinen wird, liegen nun keine ganzen Sphären mehr, was jedoch anhand der Tatsache, dass OCEANSIZE neun Jahre nach ihrer Gründung ihre Nische längst gefunden zu haben scheinen, sehr leicht zu erklären ist. Im Vergleich zum direkten Vorgänger klingt „Frames“ im ersten Moment ein wenig bodenständiger, nüchterner und auch kontrollierter, so wird man hier zwar von Gitarren durchtränkte Passagen zu hören bekommen, auf die bekannten Distortion-Overloads wird man jedoch anno 2007 verzichten müssen. Nichtsdestoweniger baut der britische Fünfer seine Songs mehr denn je auf instrumental gehaltene Parts auf, die mit der Zeit eine ungeheure Schwere und auch Intensität entwickeln. Der Opener „Commemorative T-Shirt“ etwa wiegt sich samt seiner verträumten Art langsam und sicher auf Betriebstemperatur, bis er schließlich gegen Ende hin völlig ausbricht. Geblieben ist zudem die sehr erhabene und stolze Art von OCEANSIZE, die das Quintett nicht selten auch in seine Songs einfließen lässt, die dadurch einen sehr königlichen Anstrich erhalten. Auch „Trail Of Fire“ bietet experimentellen Rock in Reinform. Immer wieder bauen OCEANSIZE musikalische Nebenschauplätze, von denen man sich mal mehr, mal weniger entfernt, nur um dann nach einer Weile wieder den roten Faden aufzunehmen. Richtig laut wird es auf „Frames“ höchst selten: „Sleeping Dogs And Dead Lions“ etwa ist ein derber und trotz all seiner boshaften Art melodischer Rocker, dessen Refrain meilenweit von seiner Strophe entfernt zu sein scheint. Ein jedes Instrument scheint hier gegen das andere arbeiten zu wollen, nur, um den Song dann später gemeinsam ausufern zu lassen. Und das finale „The Frame“ ist dann erneut ein in Töne gefasster Traum, der mit einer simplen Gitarrenmelodie eingeleitet wird und mit einem bombastischen Paukenschlag, an dem ganze Orchester beteiligt zu sein scheinen, über die Ziellinie getragen wird. Es sollte nicht vieles geben, das an „Frames“ besser hätte gemacht werden können. OCEANSIZE wissen alle Hoffnungen, die man nach „Everyone Into Position“ in sie gesetzt hat, zu erfüllen und sogar zu übertreffen. Und spätestens, wenn Mike Vennart während des göttlichen „The Frame“ dann ein „And I Won`t Change“ ins Mikro trällert, wird sich ein jeder bei dem folgenden Gedanken ertappen: „Hoffentlich.“
www.oceansize.co.uk
Dennis Grenzel (9)
 
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