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Sherlock Frankenstein und die Legion des Teufels

Das erste Spin-off zu Jeff Lemires Superhelden-Hommage der besonderen Art erzählt von der Recherche von Lucy Weber zu ihrem verschwundenen Vater.

(C) Splitter Verlag / Sherlock Frankenstein und die Legion des Teufels / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIn den vergangenen Jahren hat sich der kanadische Autor und Zeichner Jeff Lemire nicht nur mit gefühlvollen Eigenkreationen wie "Sweet Tooth" oder "The Nobody", sondern auch innovativen Storys für die beiden Superhelden-Bastionen DC und Marvel (darunter "Animal Man" und "Moon Knight") einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Beides verbindet er auf ungemein anziehende Weise seit 2016 im Rahmen von "Black Hammer", das er gemeinsam mit dem kongenialen Zeichner Dean Ormston geschaffen hat und vielen Referenzen nicht nur an das "Golden Age" der Comics anreichert. Nach zwei Bänden der Hauptserie ist dank dem Splitter Verlag mit "Sherlock Frankenstein and the Legion of Evil" mittlerweile auch hier der erste Ableger (inklusive "Black Hammer" 12) erhältlich, welcher sich einem der Erzfeinde von Black Hammer widmet.


Genau genommen allerdings seinem Verbleib, denn der ist ebenso ungeklärt wie das der Helden selbst, die nach einem epischen Kampf gegen den Anti-Gott als tot gelten. Im Gegensatz zu uns Lesern weiß Black Hammers Tochter Lucy Weber noch nicht, dass Abraham Slam und einige weitere in einer anderen Dimension festsitzen, und macht sich auf die Suche nach ihrem Vater. Nachdem sie sein geheimes Hauptquartier und dort Unterlagen zu diversen Gegnern entdeckt hat, beschließt sie Sherlock Frankenstein aufzuspüren, der ebenfalls verschwunden ist. Nach und nach klappert sie die noch greifbaren Schurken ab und erfährt, dass dieser ebenfalls irgendwie in die Konfrontation mit dem Anti-Gott involviert war.


Man kommt nicht umhin, Jeff Lemires Ambition zu bemerken, ebenso wie Mike Mignola ein eigenes Universum zu basteln, dem er mit "The Hammerverse" ja schon einen Namen gegeben hat. In dieser Hinsicht passt es natürlich, dass der prominente Kollege unter jenen Künstlern ist, die für einen der Kapiteltrenner den Stift geschwungen haben. "Sherlock Frankenstein und die Legion des Teufels" bietet nicht nur viele weitere Referenzen an mittlerweile acht Dekaden der Comic-Historie oder kleine Easter Eggs, sondern auch ungemein lebensechte Figuren, was angesichts allerlei übermenschlicher Kräfte und bizarrer Mutationen auf den ersten Blick ein Paradox zu sein scheint.


Lemire schafft es jedoch spielend, dieses aufzulösen und im Leser selbst für einen vom grausamen Schicksal (und seinem noch grausameren dunklen Meister) gepeinigten Cthulhu Zuneigung zu erwecken. Wahnsinn! David Rubín wiederum, der schon bei der Hauptserie ausgeholfen hat, scheint zunächst nicht an die Klasse von Dean Ormston heranreichen zu können, doch dieser Eindruck verflüchtigt sich binnen weniger Seiten. Er fährt einen anderen, cartoonigeren Stil, der es aber genauso schafft, den Charakteren ihre bisweilen skurrile Geschichte auf den Leib zu zeichnen, ohne sie zu Witzfiguren verkommen zu lassen. Eine starke Fortsetzung und köstliches Hirnfutter für Freunde gehobener Comic-Unterhaltung!


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Splitter Verlag




 


 
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