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MY SLEEPING KARMA: Buddhas neue Lieblingsband

Ihre Songs und Alben tragen die Namen indischer Gottheiten, ihr instrumentaler Psychedelic Rock mit Anleihen aus World Music, indischer Folklore und Ambient variiert höchstens in Nuancen.

(C) MY SLEEPING KARMA / MY SLEEPING KARMA / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDennoch schaffen es die vier Buddha-Rocker aus Aschaffenburg im schönen Frankenland auf ihrem fünften Album "Moksha" wieder auf ganzer Linie zu begeistern. Man muss die Herren dennoch fragen: Was soll denn da noch kommen? Und wie viel positives Karma steckt tatsächlich in dieser Band?

Gitarrist Seppi muss bei der Frage lachen. "Wir hätten nie erwartet, dass wir mit MY SLEEPING KARMA so erfolgreich werden würden. Ursprünglich war die Musik einfach nur unser Hobby um im Proberaum etwas Dampf abzulassen und innere Einkehr zu erlangen. Ich kann tatsächlich keinen anderen Stil spielen – ich fürchte, die weiteren Alben werden ähnlich klingen." Grundsympathisch, bodenständig und das Fehlen jeglicher Egos sind möglicherweise ein Erfolgsrezept dieser spielfreudigen Live-Band, die mit ihrer Musik einen tranceartigen Zustand hervorrufen möchte. Während auf dem Vorgängeralbum "Soma" von 2012 die Welt der Träume thematisiert wurde, befasst sich "Moksha" musiktheologisch mit der Realität im Sein.


Innerhalb der indischen Religionen Buddhismus und Hinduismus bedeutet Moksha Erlösung oder Befreiung und stellt im alten spirituellen Indien das abschließende Lebensziel neben Artha (Wohlstand), Kama (Sinnbefriedigung) und Dharma (Tugend) dar. Im Privaten praktizieren die vier Musiker allerdings keine buddhistischen Traditionen. "Unsere Musik hat schon immer orientalische Elemente beinhaltet, so war es naheliegend ein Konzept daraus zu stricken", erklärt Seppi weiter, ein humorvoller Herr in seinen besten Jahren, der mit dem Terminus Rockstar wenig anfangen kann und auch selbst nicht so genannt werden möchte.


Trotz der spirituellen Attitüde und den fernöstlich eingestreuten Zwischenstücken dominiert in den Songs der Groove des Heavy Metal. Zehn Jahre nach dem ersten Album hört man bei den Musikern ihre Stoner Rock-Sozialisation noch immer deutlich heraus. Zwar bleiben die Stücke immer eingängig und melodisch, können aber durchaus auch mal aus dem Raster fallen und stampfend auf die Kerbe hauen. Kein Wunder, dass die Band bei ihrer letztjährigen Tour als Vorband von MONSTER MAGNET eine gute Figur gemacht hat und aus gutem Grund seit drei Jahren bei Napalm Records unter Vertrag steht. "Wir sind allesamt Metalheads, unsere Musikgeschmäcker sind zwar verschieden, dennoch liegen unsere gemeinsamen Einflüsse bei Bands wie SLAYER, IRON MAIDEN und TOOL."


Vor allem die hochmelodischen Riffs von Seppi erinnern stellenweise an die abwechslungsreiche Melodieführung und Gitarrenarbeit von IRON MAIDEN, deren zuckersüße Harmonien dasselbe Markenzeichen wie bei MY SLEEPING KARMA darstellen. Oberstes Ziel bleibt aber das Vermitteln von Emotionen, es geht nicht um komplexe Songstrukturen oder das Hervorstellen der instrumentalen Fähigkeiten in Form von Solos. So gibt es in einigen Songs minutenlange Wiederholungen der repetitiven Riffs- und Bassläufe, meist abgerundet durch Rhythmusveränderungen und einem facettenreichen Schlagzeugspiel, die im perfektionistisch zu Ende gedachten Soundkosmos Suchtpotenzial entfalten.


2015 setzt man dazu verstärkt auf Ambient und kalleidoskopartige Keyboardflächen. Für die Zukunft ist die Fokussierung auf elektronische Elemente durchaus realistisch. Was auch nach Jahren bleibt ist eine Band, die mit sich selbst zufrieden und eine dieser Wunderkapellen ist, die den Traum von den großen Bühnen erreicht, weil sie kompromisslos ihren Sound weiterverfolgt und weiterentwickelt hat. Um die Weitervermittlung positiven Karmas muss man sich daher keine Sorgen machen: Schaut man bei den Konzerten der Band durch die Reihen des Publikums, fällt auf, dass viele Zuhörer im Moment der Show mit sich im Reinen sind und sich gedankenversunken und mit geschlossenen Augen dem "Rausch" vollends hingeben. Ein größeres Kompliment kann man einer Band eigentlich nicht machen. Prädikat: Wohltuende Klangwelten zum Zurücklehnen.

 
# # # Dimitrios Charistes # # #


 
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