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Johnny Sinclair 7

Auch Geisterjäger brauchen einmal Urlaub. Umso größer ist die Freude, als ein Verwandter über die Weihnachtsfeiertage auf sein Schloss nach Österreich einlädt.

Johnny Sinclair 7Der schottische Winter klopft an die Tore von Greyman Castle und die Aussicht auf das berüchtigte nasskalte Wetter der Highlands sorgt für ein Stimmungstief. Das ändert sich merklich, als die Nachricht eines entfernten Verwandten ins Haus flattert und Johnnys Familie sowie Russell zur 500-Jahres-Feier auf Schloss Tatternberg in Österreich eingeladen werden. Einige Tage mit Snowboarden in den Alpen zu verbringen lässt das Herz der Jungen höherschlagen. Mit etwas Überredungskunst gelingt es ihnen sogar, den sprechenden Schädel Erasmus von Rothenburg davon zu überzeugen, sie zu begleiten.


Anfangs präsentiert sich Schloss Tatternberg tatsächlich ganz so, wie es sich Johnny und Russell erträumt haben – ein malerisches Gemäuer, umgeben von verschneiten Wäldern und jeder Menge Pisten, die es zu erkunden gilt. Kaum dass die Geisterjäger in der Alpenrepublik eingetroffen sind, kommt es zu mehreren äußerst beunruhigenden Vorkommnisse. Einigen der Gäste widerfahren äußerst seltsame und gleichzeitig gefährliche Dinge, die alsbald keinerlei Zweifel mehr zulassen: Johnny und Russell haben einen neuen Fall als Dämonenjäger, nur gut, dass sie auch diesmal bei ihrer Arbeit mit der Hilfe von Erasmus rechnen können.


Wie die bisherigen Abenteuer ist auch "Die Gräfin mit dem eiskalten Händchen" als Trilogie konzipiert, deren Auftakt mit der vorliegenden Episode erfolgt. Im Gegensatz zu einigen anderen Jugendserien wird hier neben der eigentlichen Geschichte auch besonders darauf geachtet, dass die Charaktere sich weiterentwickeln können beziehungsweise neue Figuren genug Platz erhalten, um sich zu etablieren und zu entfalten. Gerade diese neuen Handlungsträger bereichern die Erzählung immens, denn hier bekommen wir es nicht einfach mit austauschbaren Personen von der Stange zu tun, sondern mit liebevoll gestalteten Individuen mit Tiefgang und einigen höchst unterhaltsamen Eigenarten.


Recht schnell wird man eingestimmt auf die vorweihnachtliche Zeit in einer wildromantischen Berglandschaft und Schloss Tatternberg nimmt sehr bald Gestalt vor dem imaginären Auge an. Hier wurde wirklich ganze Arbeit geleistet. Es dauert zwar eine gewisse Zeit, aber dann legt man ein ordentliches Tempo vor, um dem Publikum eine wohlige Gänsehaut zu bescheren. Neue Handlungswendungen und Geheimnisse, die das Gemäuer in den Bergen für seine Gäste bereithält, gestalten das neueste Abenteuer Johnny Sinclairs äußerst spannend und kurzweilig.


Sehr erfreulich zu beobachten ist auch, dass man sich nicht auf bereits etablierte Handlungsmuster verlässt und inhaltlich wieder neue Wege beschreitet. Der Ideenreichtum der Serie entwickelt sich zunehmend zu einem Markenzeichen und sorgt für einen amtlichen Spannungsfaktor, der Humor ist auch dieses Mal eine feste Konstante der Geschichte und blitzt immer wieder an den richtigen Stellen im Geschehen auf. Die ausgewählten Musikstücke sind gut gewählt und schaffen es, die vorherrschende Stimmung einer Szene einzufangen und oft noch zu steigern. Die Soundeffekte bewegen sich im gehobenen Mittelfeld, was auch vollkommen ausreichend ist, um der Story die nötige Ausstrahlung und Glanz zu verleihen.


Dirk Petrick übernimmt auch im dritten Abenteuer die Rolle des Johnny Sinclair, präsentiert sich mit einer guten Sprecherleistung und schafft es auch dieses Mal, seiner Rolle neue Akzente hinzuzufügen. Wolf Frass verkörpert Erasmus von Rothenburg, den griesgrämigen Totenschädel, der Johnny nicht nur zur Seite steht, sondern auch als Erzähler durch das Geschehen leitet. Seine markante und oft knurrige Stimme ist die ideale Besetzung, um den mit magischen Fähigkeiten ausgestatteten Begleiter zum Leben zu erwecken.


Wenn man wirklich österreichisches Flair einfangen möchte, so empfiehlt es sich auch Sprecher zu verpflichten, die ihre Figuren auch mit dem richtigen Akzent und Klangfarbe versehen, was im Falle von "Der Gräfin mit dem eiskalten Händchen" mit Heinz Trixner als Albert von Tatternberg und Octavian Willixhofer als Anton vortrefflich gelungen ist. Die siebte Folge von Johnny Sinclair schafft es, alle Erwartungen an die Serie zu erfüllen und einen äußerst gelungenen Auftakt zum neuesten Abenteuer zu liefern. Ein Einstand nach Maß, so darf es gerne weitergehen.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Folgenreich/Universal Music




 


 
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