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Live-Review: CROWDED HOUSE in der Wiener Arena (03.10.07)

Wenn sich einem die einmalige Chance bietet, die Neuseeländer CROWDED HOUSE vielleicht ein letztes Mal auf einer europäischen Bühne sehen zu können, sollte man doch zugreifen, oder?

CROWDED HOUSE (c) Kerry Brown / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSo pilgerte man also in die Wiener Arena, die als Punk-Location berühmt-berüchtigt ist. Nebenan gaben sich an diesem Abend BITUME die Ehre, doch es zog einen in die große Halle. Also reihte man sich hinter der Bussi-Bussi-Gesellschaft ein, ging zur Garderobe… danach zur Bar… doch irgendetwas war anders an diesem Abend. Kein Anstellen, kein Gedränge, kein Anpöbeln, kein Schubsen und Stoßen? Leute, die einen fragten: "Darf ich mal durch?" – He? Bin ich hier richtig? Ist das die Arena? Träum ich? Interessant und lustig sollte dieser Abend allemal werden.

Dass CROWDED HOUSE nicht nur tagein tagaus im billigen (Privat-)Radio auf "always take the weather with you" hinweisen, sollte dieser Gig beweisen. Glücklicherweise war dieser nervende Ohrwurm nicht als Showdown geplant – das wäre ja voll daneben gewesen. Es folgten also noch zwei Zugaben und insgesamt ein halbes Dutzend an Songs, die erstaunlicherweise allen bekannt waren. Es hatte sich anscheinend die Elite der CROWDED HOUSE (c) Kerry Brown / Zum Vergrößern auf das Bild klickenCROWDED HOUSE-Fans eingefunden, die sich alt, jung, schön, schiach, berühmt, pseudo-berühmt oder gar nicht berühmt zur Schau stellte. Zwischendurch hatten Sänger Neil Finn und Bassist Nick Seymour immer ein paar Schmähs auf Lager. "Diese Location hat wirklich alles, was? Einen Boden, eine Treppe, Wände…" so Neil. Ja ja, am anderen Ende der Welt treten die Mannen in großen Stadien auf!

Ab und an ängstigte man sich, dass gleich das Handy zu läuten beginnen könnte. Man stellt es ja normalerweise nur im Kino ab, oder? CROWDED HOUSE verursachten an diesem Abend keine Hörstürze, jedoch versprühten sie eine wahrhaftig angenehme Atmosphäre, die dazu führen sollte, dass auch die betuchteren Herrschaften im Publikum nicht mehr peinlich berührt von der abgefuckten Lokalität waren, sondern sich dieses einmaligen Erlebnisses voll und ganz hingaben. So schunkelte Punk neben Bankangestelltem, GTI-Prolet neben Hippie, Fernsehstar neben Nobody und jeder hatte ein Lächeln im Gesicht.

CROWDED HOUSE (c) Kerry Brown / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEin derartig reiches Repertoire an Gitarren und verschiedenen anderen, sauteuren Instrumenten hatte der Boden der Arena-Bühne wohl auch noch nie getragen. Besonders Aufsehen erregend war der E-Kontrabass, der leider nur bei einem Stück der Zugabe zum Einsatz kam. Welch Verschwendung! Könnte man sich doch vermutlich einige Kleinwagen davon kaufen. Auch sehr anregend war die E-Zitter. Ok, es war nur ein flachgelegter Gitarrenhals, aber immerhin.

Und sogar das Merchandising sorgte für Aufregung, gab es doch tatsächlich CROWDED HOUSE-Stoff-Einkaufstaschen. Wie geil! Und auf dem Nachhauseweg summte man fröhlich und selig den Höhepunkt des Abends immer wieder vor sich hin - "Seven worlds will collide / Whenever I`m by your side" - während man nicht nach Gras roch, sondern nach Zigarillos. Mal was anderes! "Dust from a distant sun / will shower over everyone…"

###Stephanie Bürgler###

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