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Interview mit DISTURBED (Part 1)

DISTURBED rockten diesen Sommer auf vielen Festivals und wir erwischten Gitarrist Dan Donegan, um mit ihm ein kurzes Pläuschchen über das neue Album "Indestructible" und vieles mehr zu halten.

SLAM: Sommer, Sonne, Festivals und ihr mittendrin: Wie sehr beherrscht euch noch das Motto "Sex, Drugs & Rock’n’Roll"?

DISTURBED (c) Reprise Records / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDan Donegan: Oh, ich glaube es ist bei uns eher "Sex, Booze & Rock’n’Roll". Keiner von uns hat was mit Drogen am Hut. Und das mit dem Sex… hmmm… jeder von uns ist eigentlich mittlerweile gebunden; drei von uns sind schon verheiratet und David hat eine Freundin, mit der er es sehr ernst meint. Unsere zügellosen Jahre haben wir insofern schon hinter uns, aber wir hatten sie auf jeden Fall, nämlich als wir alle noch Singles waren und die Band ganz frisch! Mittlerweile erwarten wir aber von unserem Leben einfach schon mehr. Wir wollen Menschen um uns haben, mit denen wir vieles teilen können. Und ich will am Vatertag bei meiner Frau und meinen Kindern sein und nicht mit der Band irgendwo abhängen. Auf Tour heißt die Devise trotzdem immer noch Rock`n`Roll, wir heben das eine oder andere Glas – außer David, er trinkt zugunsten seiner Stimme keinen Alkohol mehr – aber wir haben immer noch sehr viel Spaß!

Abgesehen von der Tatsache, dass ihr euch 2003 von Bassist Steve Kmak verabschiedet habt, seid ihr doch eine Band mit einem ziemlich stabilen Line-Up. Was ist euer Geheimrezept?


Wir haben ein wahnsinnig gutes Verhältnis untereinander, so wie Brüder. Wir haben die gemeinsamen Jahre bisher sehr genossen und die Band ist immer größer, die Fans sind mehr geworden und das hat das Ganze für uns immer aufregend gehalten. Wir haben ganz einfach großen Respekt voreinander.

Hat es jemals eine Zeit gegeben, in der ihr mit dem Gedanken gespielt habt die Band aufzulösen?

Nein, nie! Die Band ist wie eine Ehe. Wir machen das nicht, um uns scheiden zu lassen, sondern arbeiten daran, damit es funktioniert. Es gibt natürlich Zeiten wo wir verschiedener Meinung sind und vielleicht ein bisschen zanken, aber es gab noch nie einen Punkt in der Bandgeschichte, wo es so krass geworden wäre, dass wir über eine Trennung nachdenken hätten müssen.

Spielst du eigentlich "Down With The Sickness" noch gerne live? Ich muss bei solchen Mega-Hits immer an METALLICAs "Nothing Else Matters" denken und daran, dass sie es nach all den Jahren echt schon satt haben müssten, diesen Song immer wieder zu performen...

DISTURBED (c) Warner Music Group / Zum Vergrößern auf das Bild klickenOh ja, ich genieße es immer noch, den Song zu spielen, weil es ein so großer Erfolg für uns war. Wenn der Trommelschlag einsetzt und ich sehe, wie sehr die Leute auf einmal abgehen... das ist total aufregend für uns! Und deswegen spiele ich es tagein tagaus auch gerne, weil wir von den Fans einfach soviel zurückbekommen! Es ist jetzt kein Song, den ich mir zuhause in meinem Schlafzimmer reinziehe, aber bei Festivals oder großen Konzerten kann ich`s gar nicht erwarten, bis wir den Song endlich spielen, weil die Stimmung einfach auf ein anderes Level gehievt wird, wenn die Crowd den Song hört!

Spielt ihr den Titel eigentlich immer am Ende der Show?

Ähm... das kann ich dir nicht sagen. Wir variieren da immer ein bisschen, also die Setlist ist nicht immer dieselbe. Aber sehr oft ist der Song am Ende des Sets irgendwo eingereiht.

Also ist es nicht immer die Zugabe...?

Es könnte so sein. Ich weiß es nicht. (lacht)

Ihr behauptet selbst, dass das neue Album wieder härter und dunkler ausgefallen ist. Wie kam`s dazu? War das beabsichtigt oder ist es quasi einfach passiert?

DISTURBED (c) Warner Music Group / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEs sollte eigentlich einfach so aus uns rauskommen, aber wir hatten im Vorfeld ein Gespräch, in welche Richtung wir gerne gehen würden. Wir waren uns eigentlich alle einig, dass wir wieder ein bisschen dunkler werden und wieder eher in Richtung "The Sickness" gehen wollten. Wir haben uns dann einfach die Dinge, die wir von unseren ersten drei Alben gemocht hatten rausgepickt, dort angesetzt und darauf aufgebaut. Als wir dann damit anfingen, an den Ideen zu arbeiten, ging es automatisch in diese Richtung und wir sind sehr zufrieden damit. Es ist das Beste, was wir bisher gemacht haben und wir sind sehr glücklich darüber, dass es jetzt veröffentlicht ist und wir endlich wieder auf Tour sind!

Ich hab gelesen, dass die Lyrics für David (Draiman, voc) dieses Mal eine starke kathartische Funktion hatten und er sich seine Dämonen von der Seele geschrieben hat. Kannst du als Gitarrist mittels der Musik auch Dinge in gewisser Art und Weise verarbeiten?

Natürlich! Vermutlich auf eine andere Art als dies ein Sänger kann, aber ich bringe mich ja musikalisch beim Komponieren der Songs auch ein und jeder von uns macht das. Ich glaube, dass David von unseren instrumentalen Ideen sehr wohl inspiriert wird, was seine Texte betrifft. Wir haben Glück, dass in seinem Leben kürzlich einiges schief gelaufen ist, weil nach solchen Phasen immer tolle Songs rauskommen! (lacht)

Ja, die Schattenseiten im Leben sind die kreativste Quelle. Traurig, aber wahr... 2001 habt ihr die "Music As A Weapon"-Tour zum ersten Mal ins Leben gerufen und tatet dies seither schon einige Male sehr erfolgreich. Wie interpretierst du Musik als eine Waffe?

DISTURBED (c) Reprise Records / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAuf unserem Debütalbum gibt es einen Song mit dem Titel "Droppin` Plates" und in einer Textzeile heißt es "use my music as a weapon". Die Lyrics dieses Songs handeln davon, wie schwer es ist, sich als lokale Band im Musikbusiness behaupten zu können. Die Leute haben uns die Türen reihenweise vor der Nase zugeschlagen und wir haben dann eben versucht, die Mauern einzureißen, die uns im Weg gestanden sind. "Musik als Waffe" bedeutete in diesem Zusammenhang für uns also nur, dass eine große Hardrock-Szene existiert und das wollten wir den Amerikanern klar machen. Mittels unserer Musik wollten wir aufzeigen, dass eine viele Metal-Fans gibt und dass sie uns nicht so einfach wegradieren können.

Glaubst du, dass künstlerische Ausdrucksformen die Welt verändern können?

Ich weiß nicht. Wir verarbeiten in unserer Musik - bzw. David in seinen Lyrics - eher persönliche Erfahrungen und Meinungen und versuchen nicht, den Leuten unsere Ansichten aufzuzwingen. Wir machen uns Gedanken über verschiedene Dinge und drücken diese über die Musik aus. Manche Leute können damit etwas anfangen und für diejenigen ändern wir vielleicht was. Viele Fans schreiben uns, dass unsere Musik für sie irgendwie eine therapeutische Wirkung hat. Wir haben viele Freunde in der Army und die erzählten uns, wie unsere Musik ihnen geholfen hat, ihre Einsätze durchzuhalten, weil es ihnen in gewisser Weise Kraft gegeben hat. Wir haben schon viele Menschen getroffen, die uns derartiges gesagt haben. Das ermutigt und schmeichelt uns, dass unsere Musik für unsere Fans oftmals soviel bedeutet und sie Kraft daraus schöpfen.

###Stephanie Bürgler###
(Juni 2008)

Lest im zweiten Teil des Interviews, was der DISTURBED-Gitarrist über den Aufenthalt der Band bei den US-amerikanischen Truppen in Camp Buehring (Kuwait) zu berichten hatte...
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